Müde wegen der Zeitumstellung?

Wie Sie sich schneller an die Sommerzeit gewöhnen

Verbraucher | Volle Kanne - Müde wegen der Zeitumstellung?

Lavendelöl, Fernseh- und Internetverbot oder doch die Schlaftablette? Wir haben auf der Straße nachgehakt: Was hilft bei Einschlafproblemen?

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Video verfügbar bis 21.03.2017, 14:00

Am Wochenende ist es wieder soweit – mit der Umstellung auf die Sommerzeit werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Vielen Menschen fällt die Anpassung daran schwer, sie sind müde und haben Schlafstörungen. Was ist der Grund dafür und wie kann man seinem Körper helfen, besser damit zurecht zu kommen?

Die Umstellung von der Normalzeit, wie die Winterzeit auch genannt wird, auf die Sommerzeit, wurde in Deutschland 1980 eingeführt. Sie sollte eine bessere Nutzung des Tageslichts bewirken mit dem Ziel, Energie einzusparen. Auch als „Daylight Saving Time“ bezeichnet, hatten die meisten Länder der Europäischen Gemeinschaft 1975 diesen Eingriff beschlossen, auch im Schatten der Ölkrise 1973. Die Umstellung erfolgt einheitlich am letzten Sonntag im März, wobei die Uhren von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt werden. Die Sommerzeit endet am letzten Sonntag im Oktober.

Heute ist die Zeitumstellung umstritten. Nach einer Untersuchung im Jahr 2006 in den USA stiegen beispielsweise die Energiekosten an, weil der Energieverbrauch im Frühjahr zwar tatsächlich sank, die Ersparnis jedoch durch den Mehrverbrauch im Spätsommer und Herbst zunichte gemacht wurde.

Eine Abschaffung der Sommerzeit ist nur im europäischen Rahmen möglich, da die Umstellung seit 2002 für alle EU-Mitgliedsstaaten aufgrund einer EU-Richtlinie dauerhaft verbindlich ist.

Müde und appetitlos

Vielen Menschen bereitet die Umstellung auf die Sommerzeit Probleme. Eine Stunde weniger sorgt für Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. So benötigen laut repräsentativen Umfragen, die von Krankenkassen durchgeführt wurden, die meisten Menschen bis zu sechs Wochen, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen.

Einige Untersuchungen behaupten, dass gar keine Anpassung stattfindet, weil der Körper mit der „neuen Zeit“ nicht wirklich umgehen kann. Der Grund: Der Körper besitzt eine eigene innere Uhr, die sogenannte „circadiane" Uhr. Auch als suprachiasmatischer Kern, kurz SCN, bezeichnet, sitzt sie als zwei kleine Zellansammlungen an der Kreuzung der Sehnerven im Gehirn. Die innere Uhr ist der wichtigste Taktgeber des Körpers. Sie bereitet ihn auf wichtige Abläufe des Tages vor.

Die innere Uhr

Frau schläft
Guter Schlaf? Nach der Zeitumstellung eher selten... Quelle: imago/Indiapicture

Es beginnt schon vor dem Aufstehen: Die Körpertemperatur steigt, Hormone werden ausgeschüttet, die den Herzschlag beschleunigen und den Blutdruck erhöhen. Der Organismus wird hochgefahren, Magensäure wird produziert. Erst gegen 10.00 Uhr erreicht das Gehirn seinen Leistungshöhepunkt, es ist jetzt gut durchblutet, Zeit für geistige Höhenflüge. Um 12.00 Uhr beginnt die Mittagspause, die Durchblutung im Gehirn wird heruntergefahren, der Körper stellt sich auf Verdauung ein.

Gegen 13.00 Uhr brauchen Körper und Geist eigentlich eine Ruhephase, auch um das Mittagessen zu verdauen. Um 15.00 Uhr schüttet der Körper vermehrt Endorphine aus, jetzt ist man unempfindlicher für Schmerzen, die beste Zeit, zum Beispiel für den Gang zum Zahnarzt. Gegen 16.00 Uhr hat das Gehirn noch mal einen Leistungshöhepunkt. Gegen 20.00 Uhr bereitet sich der Körper auf die Nachtruhe vor.

Vorbereitung auf die Umstellung

So unterliegen viele Vorgänge im Körper einem tageszeitlichen Rhythmus mit Hoch- und Tiefpunkten, gesteuert durch die innere Uhr. Sie wird durch das Sonnenlicht getaktet, so dass sie durch die Zeitumstellung durcheinander gerät. Doch man kann seinem Körper beziehungsweise der inneren Uhr schon im Vorfeld der Zeitumstellung helfen, schneller wieder in Takt zu kommen. Zum einen hilft es, sich morgens möglichst frühzeitig dem Sonnenlicht auszusetzen. Dadurch erfolgt die Taktung früher und hilft der inneren Uhr, sich auf den früheren Wachheitszustand einzustellen.

Ein zweiter Tipp ist das Abendessen etwa eine halbe Stunde vorzuverlegen. Denn auch die Nahrungsaufnahme ist ein Taktgeber für die innere Uhr. Und schließlich kann man den Körper unterstützen, indem man sich abends möglichst wenig Licht, insbesondere wenig blauem Licht aussetzt, um der inneren Uhr zu zeigen, dass es aufs Schlafen zugeht. Blaues Licht kommt von Fernsehern, Computermonitoren, Tablets, Energiesparlampen und manchen LEDs.

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