Narben pflegen, aber richtig

Salben, Massagen und Sonnenschutz

Verbraucher | Volle Kanne - Narben pflegen, aber richtig

Die Narbenbildung ist eine ganz besondere Technik unserer Haut. Aber was sollte man bei der Pflege von Narben beachten und was ist zu tun, wenn Komplikationen auftreten?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.01.2017, 11:40

Dank neuer Operationsverfahren werden die zurückbleibenden Narben zwar immer kleiner. Dennoch sollten sie gut gepflegt werden, damit sie später keine Beschwerden verursachen und sehr auffällig sind. „Volle Kanne“ verrät, worauf Sie bei frischen Narben achten sollten – und was Sie selbst zur Pflege beitragen können.

Die Narbenbildung gehört zur natürlichen Schutzfunktion unseres Körpers und dient primär dazu, dass eine Wunde möglichst schnell verheilt und keine Keime in die Verletzung gelangen können. Circa 55 Prozent der Narben entstehen geplant, wie zum Beispiel nach einer Operation. Wie die Narbe nach Ausheilung aussieht, kommt vor allem auch auf die Nahttechnik an. Bei der sogenannten versenkten Intrakutannaht mit selbstauflösenden Fäden wird die Narbe sehr unauffällig. Auch die Rückstichnaht nach Donati bringt ein sehr dezentes Ergebnis hervor, besonders das Nahtmuster auf der Haut wird sehr blass.

Eine Narbe bleibt generell weniger präsent zurück, wenn die Fäden so früh wie möglich gezogen werden. Das passiert im Idealfall im Gesicht nach circa fünf Tagen, an Körper und Rumpf nach circa zehn bis zwölf Tagen und an Gelenken nach circa zwölf bis vierzehn Tagen. Im Idealfall ist eine Narbe blass, weich und schmerzlos. Zu Anfang ist eine leichte Rötung völlig normal. Sie zeigt, dass die roten Blutkörperchen aktiv sind und die Wundheilung im Gange ist.

Wenn Komplikationen auftreten

Bei der Narbenbildung kann es aber immer auch zu Problemen kommen. Generell unterscheidet man zwei Typen von Narbenkomplikationen. Zum einen sind das die hypertrophen Narben. Typische Merkmale hierbei sind: Das Gewebe ist erhaben, rot und verdickt, es juckt und schmerzt, Patienten empfinden die Narbe als Fremdkörper. Das Narbengewebe wächst aber nicht über die Wundgrenzen hinaus.

Zum anderen gibt es Keloide, die den hypertrophen Narben sehr ähnlich sind, allerdings weitere charakteristische Merkmale haben. Neben dem typischen Jucken, der Rötung und dem schmerzhaften Gewebe, kann man diese Form von Narben daran erkennen, dass sie dunkel verfärbt sind und sich das Narbengewebe selbst nach der Wundheilung noch weiter bildet, ausbreitet oder über die Wundfläche wuchert. Ohren, Schultern und Brustbereich sind besonders häufig von Keloiden betroffen. Wenn sich die Narbe verfärbt und heiß ist, ein Juckreiz auftritt oder ein Sekret austritt, sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um Komplikationen auszuschließen.

Notwendig oder kosmetischer Natur?

Bei den Therapieformen unterscheidet man zwischen medizinisch notwendigen und kosmetischen Maßnahmen. Kosmetische Maßnahmen werden nicht immer von den Krankenkassen unterstützt. Dermatologen bieten unterschiedliche kosmetische Behandlungsmöglichkeiten an. Bei der Vereisung wird überschießendes Gewebe mittels flüssigen Stickstoffs abgetragen. Ein ähnliches Funktionsprinzip hat auch die Laserbehandlung. Durch das Abtragen des alten Gewebes findet gleichzeitig eine Umstrukturierung der Zellen statt. Nach abgeschlossener Behandlung sind die Narben flacher und weicher.

Auch Silikonkissen, die auf die Narbe geklebt werden, können eine Neustrukturierung bewirken. Bei der Ultraschallbehandlung können Wirkstoffe, die die Narbenstruktur beeinflussen sollen, tiefer eindringen und schneller wirken. Falls eine Behandlung aus medizinischen Gründen notwendig ist, muss operiert werden. Der Chirurg entfernt dann überschüssiges Gewebe und trägt die Narbe ab.

Was man selbst tun kann

Da das Narbengewebe empfindlicher ist als Haut, bedarf es besonderer Pflege. Nach einer Operation sollte man circa zwei Tage lang nicht duschen. Erst dann hat die Haut Granulationsgewebe gebildet, das die Wunde vor Keimen und Infektionen schützt. Sauna- und Schwimmbadbesuche sollten circa zwei bis drei Monate vermieden werden. Des Weiteren gilt: Nicht zu heiß und zu lange duschen, ansonsten kann das empfindliche Gewebe gereizt und geschädigt werden. In der Sonne sollte man einen sehr hohen Lichtschutzfaktor tragen, denn das neue Gewebe hat keine schützenden Pigmente. Ansonsten kann sich die Narbe dauerhaft dunkel verfärben.

Zug, Druck und Spannung sollte man ebenfalls vermeiden, ansonsten werden die neu gebildeten Kollagenfasern zerstört. Das Narbengewebe hat keine rückfettenden Eigenschaften und muss deshalb regelmäßig mit einer rückfettenden Creme gepflegt werden. Narbenöl, - gel oder andere Pflegeprodukte aus der Drogerie oder Apotheke können ebenfalls sinnvoll sein und auch alte Narben weicher und glatter machen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet