Osteoporose bei Männern

Sinkt der Testosteron-Spiegel, steigt das Risiko

Verbraucher | Volle Kanne - Osteoporose bei Männern

Wer von Osteoporose betroffen ist, kann sich schnell einen Knochenbruch zuziehen. Sollte unter diesen Voraussetzungen Sport nicht besser gemieden werden? Das Gegenteil ist der Fall: Sport hilft!

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5 min
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Video verfügbar bis 20.10.2017, 11:22

Osteoporose halten viele für eine typische Frauenkrankheit. Doch auch zahlreiche Männer sind vom zunehmenden Knochenschwund betroffen. Das Problem: Vielen ist der Umstand nicht bekannt, dass auch Männer daran erkrankten können, weil die nötige Sensibilisierung fehlt. Die richtige Diagnose erhalten sie oft erst nach den ersten Brüchen.

Bei Osteoporose leiden die Betroffenen unter einer verringerten Knochenmasse und einer porösen Knochenstruktur. In der Folge sind diese für Knochenbrüche (Frakturen) deutlich anfälliger. Am häufigsten treten Bruchstellen an der Wirbelsäule, am Hüftgelenk, am Oberschenkelknochen oder am Handgelenk auf. Schon kleinste Anlässe (heben oder husten) können hierfür ausreichend sein.

Insgesamt sind etwa sechs Millionen Deutsche von einer Osteoporose betroffen. Allerdings wird die Krankheit nur bei etwa vierzig Prozent der Betroffenen frühzeitig diagnostiziert. Insbesondere Männer erhalten die Diagnose oft spät oder gar nicht, da Osteoporose immer noch von vielen als typische Frauenerkrankung angesehen wird.

Warum geben die Knochen schneller nach?

Der Knochenumbau wird von knochenabbauenden und knochenaufbauenden Zellen, sogenannten Osteoklasten und Osteoblasten, in einem permanenten Wechselspiel gesteuert. In den Wechseljahren sinkt bei Frauen der Östrogenspiegel, was den Knochenabbau beschleunigt. Auch bei Männern bildet sich das Hormon Testosteron nach und nach zurück. Deshalb können Männer ebenfalls, wenn auch zumeist später, eine Osteoporose entwickeln.

Über neunzig Prozent der Erkrankten sind von einer primären Osteoporose betroffen, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen Risikofaktoren, besonders mit dem Alter, dem Hormonspiegel und dem Calciumstoffwechsel entsteht. Der Einfluss genetischer Veranlagung wird vermutet. Des Weiteren scheinen Rauchen, Untergewicht und geringe körperliche Aktivität das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, weiter zu erhöhen. Die sekundäre Osteoporose wird von Krankheiten oder Medikamenten (besonders von längerfristig eingenommenem Kortison) ausgelöst. Primäre und sekundäre Faktoren können eine Osteoporose auch zusammen auslösen.

Diagnose: Knochendichte gibt Aufschluss

Bei der körperlichen Untersuchung werden Größe und Gewicht bestimmt und daraus der Body Mass Index berechnet. Außerdem wird nach Wirbelsäulenverformungen und lokalem Druck- oder Klopfschmerz gesucht. Durch Röntgen ist die Erkrankung nur zu erkennen, wenn die Knochenmasse bereits um dreißig bis vierzig Prozent vermindert ist. Gut zu diagnostizieren sind allerdings bestehende Brüche.

Besonders hilfreich zur Früherkennung ist eine Bestimmung der Knochendichte (Osteodensitometrie). Sie zeigt Abweichungen im Vergleich zur mittleren Knochendichte eines gesunden dreißigjährigen Menschen. Allerdings wird die Osteodensitometrie von den Krankenkassen nur bei einem Osteoporose-Verdacht, nicht aber als reine Vorsorgemaßnahme, übernommen.

Nicht nur Symptome behandeln!

Bei Brüchen können Operationen nötig sein. Bei Schmerzen und Funktionseinschränkungen stehen Medikamente, Physiotherapie und Orthesen zur Verfügung. Die Therapie von Osteoporose wird überwiegend mit Medikamenten durchgeführt. Sogenannte antiresorptive Substanzen wie Bisphosphonate und Calcitonine schwächen den Knochenabbau und hemmen die Aktivität der Osteoklasten.

Eine zweite Gruppe bilden osteoanabole Substanzen wie zum Beispiel Fluoride. Diese haben knochenaufbauende Wirkung und fördern die Aktivität der Osteoblasten. Eine Substanz des Wirkstoffs Strontiumranelat kombiniert die Hemmung des Knochenabbaus mit der Stimulation des Knochenaufbaus. Die zusätzliche Gabe von Calcium und Vitamin D ist die Grundlage jeder Osteoporosebehandlung.

Vorbeugung und Selbsthilfe

Eine “knochengesunde“ Lebensweise unterstützt die Therapie und hilft, der Osteoporose vorzubeugen. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig. Bewegung fördert den Transport des Calciums in die Knochen. Nikotin vergrößert das Osteoporoserisiko. Besonders im Alter gilt es, Sturzrisiken zu vermeiden und Gefahrenquellen auszuschalten. Die Osteoporose kann zu Einschränkungen der Mobilität, verbunden mit Ängsten, und zur Pflegebedürftigkeit führen.

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