Pseudokrupp bei Kindern

Kühle Luft verschafft Linderung

Verbraucher | Volle Kanne - Pseudokrupp bei Kindern

Bellender Husten, Heiserkeit und Probleme beim Einatmen - diese Symptome können auf eine Krankheit hindeuten, die Mediziner als Pseudokrupp bezeichnen. Was aber sind die Ursachen?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.01.2017, 10:35

Pseudokrupp bezeichnet eine anfallsartige Atemnot begleitet von Heiserkeit und einem bellenden Husten. Der Pseudokrupp-Anfall entsteht durch eine Entzündung im Kehlkopfbereich. In der Regel treten akute Pseudokrupp-Anfälle unangekündigt und nachts auf, wenn der körpereigene Cortisolspiegel am niedrigsten ist und der Körper der Entzündung am wenigstens entgegensetzen kann.

Pseudokrupp tritt gehäuft bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren auf. Grund dafür ist das noch sehr enge Atemwegssystem kleiner Kinder. Schwillt dieses durch eine Infektion im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmritze nur minimal an, kann der Luftstrom der Einatmung nicht mehr ungehindert fließen. Schwierigkeiten beim Einatmen bis hin zu einer starken Atemnot sind die Folge. In seltenen Extremfällen endet ein Pseudokruppanfall in einem Atemstillstand, der dringend notärztlicher Hilfe bedarf. Selten sind auch Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren von Pseudokrupp betroffen. Kinder, die einmal von dieser Krankheit betroffen waren, neigen zu Folgeanfällen.

Ursache meist Infektion der Atemwege

Auslöser eines akuten Pseudokrupp-Anfalls ist häufig eine Infektion mit Erkältungs- oder Grippeviren. In seltenen Fällen sind es Bakterien oder Umweltgifte wie Luftverunreinigungen, die das Auftreten dieser spontan auftretenden Krankheit provozieren können.

Säuglinge oder Kinder, die unter einem akuten Pseudokrupp-Anfall leiden, husten bellend, sind heiser und haben Schwierigkeiten bei der Einatmung. Zur genaueren Unterscheidung lassen sich Pseudokrupp-Anfälle in vier Stadien unterteilen: Bellender Husten, röchelnde Einatmung, deutlich erschwerte Atmung mit Einziehungen an den Rippen und dem oberen Brustkorb und – in sehr seltenen Fällen – Atemstillstand. Im Akutfall bedarf das Kind notärztlicher Hilfe, sobald es eine röchelnde Einatmung oder Atemnot zeigt.

Hochnehmen und beruhigen

Ein Pseudokrupp-Anfall lässt sich unverkennbar durch einen bellenden Husten sowie Heiserkeit und Schwierigkeiten bei der Einatmung diagnostizieren. Auch die Wetterlage kann einen Hinweis darauf geben, da sich akute Pseudokrupp-Anfälle häufig in nebligen, feucht-kalten Nächten ereignen.

In einem akuten Fall von Pseudokrupp sollte zunächst Ruhe bewahrt werden. Es gilt, das Kind hochzunehmen und es zu beruhigen. Kalte Luft durch ein geöffnetes Fenster kann der entzündeten, angeschwollenen Atemwegsschleimhaut beim Abschwellen helfen. Die Einatmung von feucht-kühler Luft im Badezimmer durch eine angeschaltete kalte Dusche kann ebenfalls den Abschwell-Prozess unterstützen, ebenso wie die Einatmung von kalter Luft aus dem Gefrierfach des Kühlschranks.

Im Notfall Kortison

Bei einem erneuten Anfall sollte bei Schwierigkeiten mit der Einatmung ein kortisonhaltiges Notfallmedikament verabreicht werden. Dieses ist verschreibungspflichtig und kann nach vorheriger Absprache mit dem Kinderarzt verschrieben werden. Sollte das Medikament nicht helfen oder die Atemnot ausgeprägt sein, ist der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen. Im Krankenhaus bekommt das Kind dann, je nach Bedarf, ein kortison- und adrenalinähnliches Inhalat. Die meisten Kinder werden noch in derselben Nacht aus dem Krankenhaus entlassen.

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