Schmerzhafte Mittelohrentzündung

Wie sie entsteht und was dagegen hilft

Verbraucher | Volle Kanne - Schmerzhafte Mittelohrentzündung

Hinter starken, pochenden Ohrenschmerzen, die im Liegen noch schlimmer werden, steckt meist eine Mittelohrentzündung. "Volle Kanne" zeigt, wie man sie am besten behandeln kann.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2017, 14:00

Die meisten Kinder kennen es nur zu gut: Starke, pochende Ohrenschmerzen, die im Liegen noch schlimmer werden. Ursache dafür ist in der Regel eine Mittelohrentzündung. Um Folgeschäden zu vermeiden, muss sie in jedem Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Bei einer Mittelohrentzündung ist die Schleimhaut der Paukenhöhle im Mittelohr entzündet. Dabei können auch Ohrgeräusche und eine Hörminderung auftreten sowie Fieber. Babys und Kleinkinder fassen sich bei Ohrenschmerzen häufig an das betroffene Ohr. Aufgrund der veränderten Druckverhältnisse im Ohr haben sie mehr Schmerzen im Liegen als zum Beispiel im Sitzen.

Häufig steht am Anfang einer Mittelohrentzündung eine Erkältung. Die Krankheitserreger, Viren oder Bakterien, können dann über die Eustachische Röhre, die das Mittelohr mit dem Nasenrachen verbindet, ins Mittelohr gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Die Eustachische Röhre ist bei Kindern noch relativ kurz, wodurch Erreger leichter aufsteigen können. Bei einer Mittelohrentzündung schwillt die Eustachische Röhre zudem häufig an, so dass Flüssigkeit aus dem Mittelohr nicht mehr zum Rachen abfließen kann. Es entsteht ein äußerst schmerzhafter Druck im Ohr. Auch über das Blut können Viren und Bakterien zu einer Entzündung führen. Von außen können Erreger in das Mittelohr nur eindringen, wenn das Trommelfell bereits verletzt und somit durchlässig ist.

Untersuchung des Ohrs

Der Arzt untersucht die Ohren mithilfe eines sogenannten Otoskops, einem Ohrenspiegel mit Lupe und Lampe. Bei einer Mittelohrentzündung ist das Trommelfell meist gerötet und entweder eingezogen oder durch das vorhandene Sekret vorgewölbt. Ebenso wird Fieber gemessen und der Hals-, Nasen- und Rachenraum untersucht. Bei einer Hörprüfung zeigt sich zumeist eine verminderte Hörleistung, weil die Flüssigkeit im Mittelohr die Weiterleitung des Schalls behindert.

Wie behandeln?

Mädchen hält sich die Ohren zu
Die Gefahr von Hörschäden durch Mittelohrentzündungen ist sehr gering. Quelle: imago

Prinzipiell kann eine Mittelohrentzündung ohne Behandlung ausheilen, wenn das Kind die Schmerzen aushalten kann. Dann wartet man zwei bis drei Tage unter ärztlicher Kontrolle ab, ob sich die Beschwerden bessern. Abschwellende Nasensprays helfen, den Druck abzubauen und das Mittelohr besser zu belüften, wenn sich dadurch die zugeschwollene Eustachische Röhre wieder öffnet. Aufgrund der starken Schmerzen werden zur Unterstützung auch entzündungshemmende Schmerzmittel verordnet. Auch einige homöopathische Mittel können unterstützend angewendet werden.

Tritt keine Besserung ein, sollte der Arzt erneut aufgesucht werden. Nach einer weiteren Untersuchung des Ohres wird dann meist ein Antibiotikum verabreicht. Auf keinen Fall sollten Medikamente ohne ärztlichen Rat ins Ohr getropft werden. In Folge einer Mittelohrentzündung sind die Ohren oft kälte- und windempfindlicher als normalerweise, so dass die Kinder nicht ohne Mütze aus dem Haus gehen sollten.

Mögliche Komplikationen

Wird der Druck auf das Trommelfell bei einer akuten Mittelohrentzündung zu groß, kann das Trommelfell reißen und Flüssigkeit aus dem Ohr austreten. Im Normalfall regeneriert sich das Trommelfell im Lauf der Zeit wieder. Der Heilungsprozess sollte jedoch vom Arzt begleitet werden.

Treten Mittelohrentzündungen häufiger auf, kann es zu Vernarbungen im Mittelohr kommen. Dadurch kann das Hörvermögen nachlassen. Grundsätzlich besteht das Risiko einer Ertaubung, wobei die Gefahr sehr gering ist. Wenn ein Kind nach einer Mittelohrentzündung schlechter hört, sollte der Arzt noch einmal nachschauen. Dann befindet sich meist noch Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, ein so genannter Paukenerguss. Helfen konservative Methoden nicht, wird ein winziges Paukenröhrchen eingesetzt. Die Flüssigkeit wird abgesaugt und das Ohr mithilfe des Paukenröhrchens belüftet.

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