Mit Ultraschall gegen Myome

Schonende Therapie lässt Tumore schrumpfen

Verbraucher | Volle Kanne - Mit Ultraschall gegen Myome

Myome sind gutartige Tumore, die je nach Größe und Lage unterschiedlich starke Beschwerden verursachen können. Eine mögliche Behandlungsmethode: fokussierter Ultraschall.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.02.2017, 10:28

Die eine bemerkt sie nicht, bei der anderen verursachen sie starke Beschwerden: Etwa jede vierte Frau im gebärfähigen Alter hat sogenannte Myome in der Gebärmutter. Diese gutartigen Tumore der Muskulatur können einzeln oder zu mehreren auftreten und enorme Ausmaße annehmen. Myome werden in der Regel nur behandelt, wenn sie Probleme verursachen. Eine recht neue Therapiemethode ist die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall.

Myome gehören zu den häufigsten Tumoren bei Frauen. Sie wachsen unter dem Einfluss weiblicher Hormone, wobei sie in Größe und Lage variieren: Die einen wachsen in der Gebärmutterwand, die anderen in die Schleimhaut hinein und manche sitzen praktisch auf der Wand des Organs auf. Die Gebärmuttertumore bleiben gutartig, die Gefahr der Entartung besteht nicht. Nach den Wechseljahren bilden sich viele Myome von selbst zurück. Frauen, die davor nie welche hatten, bilden dann auch keine mehr, da die Hormone fehlen. Die genaue Ursache, warum Myome überhaupt entstehen, ist nicht geklärt, eine wichtige Rolle scheinen aber genetische Einflüsse zu spielen.

Etwa ein Viertel der Betroffenen spürt von den Myomen gar nichts. Doch je nach Lage und Größe der Geschwülste können sie unterschiedliche Symptome wie Schmerzen, Blutungsstörungen oder Blasenbeschwerden verursachen. Zudem kann es auch sein, dass die Myome eine gewünschte Schwangerschaft verhindern.

Therapie bei Beschwerden

Myome lassen sich mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung diagnostizieren. Um die genaue Ausdehnung festzustellen, kann man eine Kernspintomographie durchführen. Große Geschwülste lassen sich durch die Bauchdecke tasten.

Myome werden meist nur behandelt, wenn sie Beschwerden verursachen. Wenn sie in der Schleimhaut wachsen, lassen sie sich im Rahmen einer einfachen Spiegelung der Gebärmutter von der Scheide aus entfernen. In vielen anderen Fällen zeigt auch eine medikamentöse Hormongabe gute Erfolge und führt dazu, dass die Myome schrumpfen. Daneben gibt es die Möglichkeit der sogenannten Embolisation, bei der die Gefäßzufuhr der Tumore unterbunden wird, wodurch sie absterben.

Die Tumore erhitzen

Computergrafik Gebärmutter
Myome können sich an verschiedenen Stellen in der Gebärmutter ansiedeln. Quelle: imago

Eine schonende Methode stellt die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall dar. Unter Kontrolle im Kernspintomographen richtet man dabei hochfrequente Schallwellen wie in einem Brennglas gezielt auf das Myom. Diese Wellen erhitzen das Tumorgewebe auf 60 bis 80 Grad, wodurch es abstirbt. Die Patientinnen befinden sich währenddessen in einem leichten Dämmerschlaf und merken nichts von der mehrstündigen Prozedur.

Innerhalb der folgenden zwei Monate baut der Körper das abgestorbene Gewebe ab, das Myom schrumpft mehr und mehr. Mit den heute verwendeten Geräten besteht für umliegendes Gewebe praktisch keine Verbrennungsgefahr. Mehr als 90 Prozent der Frauen verspüren sofort nach der Behandlung eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden. Die Methode eignet sich vor allem für in der Gebärmutterwand liegende Myome, die nicht größer als zehn Zentimeter sind. Außerdem sollten nicht mehr als fünf Tumore gleichzeitig therapiert werden.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Therapie kostet circa 3000 Euro und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen wird von Fall zu Fall entschieden. Eine operative Behandlung von Myomen rückt durch die moderneren Verfahren immer mehr in den Hintergrund. Je nach Größe und Lage besteht dabei häufig die Möglichkeit, die Tumore gezielt heraus zu lösen und die Gebärmutter zu erhalten.

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