Feuer in der Speiseröhre

Was hilft gegen Sodbrennen?

Verbraucher | Volle Kanne - Feuer in der Speiseröhre

Fettes, süßes und reichhaltiges Essen, dazu etwas Hochprozentiges trinken - und schon ist es da: das Sodbrennen. Doch woher kommt es und was hilft dagegen?

Beitragslänge:
5 min
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Video verfügbar bis 15.12.2016, 14:00

Es kommt oft nach dem Genuss besonders fettiger und süßer Speisen oder nach ausgiebigem Alkoholkonsum: das Sodbrennen. Jeder kennt dieses Gefühl, wenn sich ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein ausbreitet, wenn auf den Genuss der Frust folgt, sich Übelkeit einstellt oder es gar zum Erbrechen kommt. „Volle Kanne“ klärt, was sich genau hinter Sodbrennen verbirgt, wodurch es verursacht wird - wie man es behandeln kann.

Unter Sodbrennen wird das lästige Gefühl von saurem Aufstoßen beschrieben, wenn die scharfe Magensäure brennend hinter dem Brustbein aufsteigt. Sodbrennen wird auch als „Reflux“, also „Zurückfließen“, bezeichnet. Denn beim Reflux fließt der saure Mageninhalt irrtümlich in die Speiseröhre zurück, wo er für die qualvollen Beschwerden sorgt. Man vermutet, dass rund zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern an Reflux leiden.

Bei regelmäßig wiederkehrendem Sodbrennen drohen Entzündungen und Schädigungen der Speiseröhre. Sodbrennen sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Im Extremfall kann sich sogar daraus eine Krebserkrankung entwickeln.

Ursache häufig Zwerchfellbruch

Unsere Nahrung gelangt durch die Speiseröhre in den Magen. Dort wird sie durch die Säure zersetzt. Verschließt der Muskel am Ausgang der Speiseröhre den Mageneingang nur unvollständig, kann die Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Allerdings ist nur die Magenschleimhaut so beschaffen, dass sie der scharfen Säure widerstehen kann. Unbehandelt sorgt die ätzende Magensäure im weiteren Verlauf für Schädigungen an der empfindlichen Schleimhaut der Speiseröhre.

Normalerweise trennt das Zwerchfell die Speiseröhre und die Magenhöhle voneinander, und die Speiseröhre gelangt gewöhnlich durch eine schmale Lücke im Zwerchfell in den Bauchraum. Beim Zwerchfellbruch ist diese Lücke erweitert, so dass Teile des Magens durch die Öffnung ungehindert hindurchtreten können. In vielen Fällen ist daher auch ein Zwerchfellbruch die Ursache für Sodbrennen. Ein Zwerchfellbruch geht auf eine Bindegewebsschwäche zurück.

Symptome erkennen und deuten

Betroffene klagen typischerweise über einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Meist kommt es dabei auch zum Aufstoßen und einem typischen sauren Geschmack im Mund. Nicht selten wird auch von Übelkeit und Erbrechen, Rückfluss von Speiseresten sowie Schluckbeschwerden berichtet. Die Symptome treten oft nachts beim Liegen, insbesondere nach üppigem Essen, nach Alkoholgenuss und nach dem Verzehr fettreicher, saurer oder süßer Speisen auf.

Die Diagnose Sodbrennen ist durch die Beschreibung der typischen Beschwerden schnell gestellt. Um die Ursache der Beschwerden herauszufinden, sollte bei immer wiederkehrendem Sodbrennen unbedingt eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Sie kann Aufschluss darüber geben, ob bereits Schädigungen und Veränderungen an der Speiseröhre aufgetreten sind. Darüber hinaus lässt sich hierbei ein Zwerchfellbruch erkennen, der die Ursache für die Beschwerden sein kann.

Säure binden, Bruch behandeln

Sodbrennen lässt sich heutzutage wirksam mit Medikamenten behandeln. Unterschieden wird zwischen Magensäurebindern (Antazida) bei akutem Sodbrennen und so genannten Protonenpumpenhemmern, die bereits die Produktion der Magensäure reduzieren. Unter dieser Therapie klingen die Entzündungen an der Schleimhaut in der Regel ab. In einigen Fällen werden Protonenpumpenhemmer auch als Dauertherapie eingesetzt.

Alternativ kann beispielsweise beim Vorliegen eines Zwerchfellbruchs der Schließmechanismus auch operativ wiederhergestellt werden. Hierbei wird der Zwerchfellbruch beseitigt und das zu schwache Ventil zwischen Speiseröhre und Magen rekonstruiert.

Essgewohnheiten überdenken

Zur Vorbeugung ist eine Änderung der Lebensgewohnheiten und Ernährung erforderlich. Betroffene sollten die tägliche Essensmenge auf viele kleine Mahlzeiten aufteilen und vor allem üppige Mahlzeiten am Abend vermeiden. Stress, Süßigkeiten sowie fettiges Essen sind zu reduzieren. Tabu sind auch sogenannte „Säurelocker" wie Kaffee und Alkohol, die die Bildung von Magensäure anregen.

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