Häufigste Herzrhythmusstörung

Vorhofflimmern erfordert zeitnahe Therapie

Verbraucher | Volle Kanne - Häufigste Herzrhythmusstörung

Wenn das Herz aus dem Takt gerät, wird dies von den Betroffenen oft nicht direkt wahrgenommen. Kommt es zum Beispiel zu einem Vorhofflimmern, ist eine rasche Therapie notwendig.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.09.2017, 14:00

In Deutschland leiden fast 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Unbehandelt kann Vorhofflimmern lebensbedrohliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Die Früherkennung und auch die Einleitung einer optimalen Therapie sind deshalb wichtig. In der Vorhofflimmer-Unit an der Universitätsmedizin Mainz gibt es für akute Fälle schnell die richtigen Untersuchungen und Therapiemaßnahmen.

Vorhofflimmern kann anfallsartig auftreten. Das Risiko daran zu erkranken verdoppelt sich ab dem 50. Lebensjahr. So sind bei den über 80-Jährigen neun bis 16 Prozent betroffen - in dieser Altersgruppe etwa gleich viele Männer wie Frauen.

Viele häufige Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche, Diabetes mellitus und die koronare Herzerkrankung begünstigen Vorhofflimmern. Regelmäßiger, übermäßiger Alkoholmissbrauch sowie Übergewicht sind weitere Risikofaktoren. Daher sollten Risikofaktoren ausgeschaltet und die begünstigenden Erkrankungen im ersten Schritt konsequent behandelt werden. Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich, kann aber große Folgeschäden verursachen – insbesondere den Schlaganfall. Rund 40.000 Schlaganfälle pro Jahr sind auf Vorhofflimmern zurück zu führen.

Den gestörten Rhythmus korrigieren

Während bei gesunden Menschen das Herz in einem gleichmäßigen Rhythmus (Sinusrhythmus) schlägt, ist beim Vorhofflimmern der Rhythmus unregelmäßig, mit meist schnellem Herzschlag. Typische Symptome sind Herzrasen, Schwindel, Atemnot und Abgeschlagenheit. Manchmal kommt auch Brustschmerz, Angstgefühl und Beklemmung dazu. Bei einigen Menschen bleiben diese Anzeichen allerdings aus, dann wird das Vorhofflimmern oft zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt.

Ziel der Behandlung ist es, das Herz zurück in den regelmäßigen Sinusrhythmus zu bringen. Es kann gelingen, das Vorhofflimmern ausschließlich mit Beta-Blockern und anderen Medikamenten zu verlangsamen und die Patienten über eine ganze Zeit beschwerdefrei zu bekommen. Im Verlauf ist es aber nicht selten so, dass sogenannte Antiarrhythmika verschrieben werden müssen. Diese verlangsamen die Erregungsleitung und verlängern die Dauer des Aktionspotenzials. Kurz gesagt, sie bringen Ordnung in das Erregungs-Chaos der Vorhöfe. Diese Wirkung ist aber nicht von Dauer und Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen.

Schnelle Hilfe

Die Vorhofflimmer-Unit der Universitätsmedizin Mainz bietet eine Akut- und Erstversorgung für Patienten, bei denen das Vorhofflimmern abgeklärt und schnell der Rhythmus wiederhergestellt werden muss. Hier wird zunächst eine Schluckechountersuchung zum Ausschluss von Blutgerinnseln im linken Vorhof durchgeführt. Sind keine Gerinnsel zu erkennen, wird unter Kurznarkose eine elektrische Kardioversion durchgeführt. Bei dieser Behandlung wird mit Stromstößen der Herzrhythmus wieder in einen stabilen Sinus-Rhythmus versetzt. Während der Behandlung steht der Patient unter ständiger EKG-Kontrolle. Nach entsprechender Überwachung wird der Patient entlassen oder stationär weiterbehandelt.

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