Privat fürs Alter vorsorgen

Verbraucher | Volle Kanne - Privat fürs Alter vorsorgen

Für viele wird die Rente nicht zum Leben reichen. Daher ist es wichtig, sich zusätzlich privat fürs Alter abzusichern. Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt Tipps.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.10.2018, 09:05

Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge sind abhängig von Einkommen, der Lebenssituation und dem Alter. „Man sollte sich unbedingt professionell beraten lassen und so früh wie möglich mit der privaten Altersvorsorge beginnen“, rät Christoph Hommel. Denn, wer später beginnt, verschenkt immense Zinseffekte.

Welche Möglichkeiten gibt es?

„Eine 100 Prozent sichere Anlageform gibt es für einen so langen Zeitraum prinzipiell nicht“, so der Experte. Es sei daher wichtig, die Geldanlage zu streuen und niemals auf nur eine Vorsorge zu setzen, auch wenn das Angebot noch so verlockend erscheine.

Börsenkurse unterliegen Schwankungen, Zinsen können sinken oder Immobilienmärkte einbrechen. Ebenso solle man für einen langen Zeitraum kalkulieren, also 40 bis 50 Jahre.

Betriebsrente sichern

In Deutschland hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf die sogenannte Betriebsrente. Dabei steuert der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn einen bestimmten Anteil bei. Der Arbeitnehmer muss dafür keine Steuern oder Sozialabgaben bezahlen. Mit Beginn der Rente wird der Betrag dann entweder in voller Höhe oder in monatlichen Raten ausgezahlt.

Die Betriebsrente lohnt sich allerdings nur, wenn der Arbeitgeber deutlich mehr als 20 Prozent zum Bruttolohn beisteuert und man sich sicher ist, dass man langfristig beim Arbeitgeber bleibt, denn bei einem Arbeitsplatzwechsel muss der neue Arbeitgeber die Betriebsrente nicht übernehmen. Und: In den ersten fünf Jahren werden die Abschlusskosten für die gesamte Laufzeit fällig.

Für wen eignet sich die Riesterrente?

„Mit Riester wird niemand auf einen Schlag reich – aber Riester bedeutet auch: Garantien, geschenkte Zulagen vom Staat und Steuerersparnisse“, so Hommel. Auch ohne jegliche Wertentwicklung erhält man die Riesterrente zum Renteneintritt vollständig zurück und bekommt die staatlichen Zulagen ausbezahlt. Die jährliche Zulage vom Staat beträgt derzeit 154 Euro, ab dem kommenden Jahr 175 Euro. Die Riesterbeiträge kann man in der Steuererklärung absetzen.

Die Riesterrente wird später monatlich ausgezahlt, ist voll steuerpflichtig und lohnt sich erst, wenn der Sparer ein gewisses Alter erreicht. Es gibt verschiedene Riestervarianten, zum Beispiel Rentenversicherung, Wohnriester oder Fondsparen.

Eigenheim als Altersvorsorge

Eine der beliebtesten Anlageformen für die Altersvorsorge ist immer noch das Eigenheim. Doch hier ist Vorsicht geboten, „denn derzeit herrscht ein sehr hohes Preisniveau“, warnt der Experte: „In den Ballungsgebieten sind die Immobilienpreise allein im vergangenen Jahr um etwa ein Drittel gestiegen.“ Außerdem vergessen viele beim Kauf neben der Summe für die Immobilie auch die Erwerbsnebenkosten einzurechnen. Zinsen für die Bank sind ebenfalls weg. Dazu kommen noch Instandhaltungskosten.

Damit sich der Immobilienkauf als Altersvorsorge lohnt, sollte man also genau rechnen. Außerdem handelt es sich beim Immobilienkauf nicht um eine flexible Form der Altersvorsorge.

Lebensversicherung nicht geeignet?

Eine Lebensversicherung lohnt sich nur noch für die Absicherung der Familie (Risikolebensversicherung) im Todesfall. Als Altersvorsorge ist sie derzeit kein rentables Modell mehr. Der Grund hierfür liegt im gesenkten Garantiezins. Zudem muss die Auszahlung versteuert werden

Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind dagegen steuerfrei. Diese Versicherungen bieten oft noch eine sehr attraktive Verzinsung. In den Jahren 1994 bis  2000 waren das im Schnitt vier Prozent. Die Kündigung kann sich bei Altverträgen lohnen – das sollte man vorher aber genau ausrechnen.

Klassisches Sparen

Das klassische Sparbuch hat natürlich ausgedient – aber ein Bankensparplan wäre eine Variante. Er gilt als eine der sichersten Anlagemethoden, zugleich aber auch als wenig rentabel. Hierbei wird jeden Monat ein fester Betrag angelegt. Man erhält einen festen Zinssatz und hat kein Risiko. Alle Einlagen sind bis zu 100.000 Euro abgesichert – sollte die Bank mal Insolvenz anmelden.

Wer es eher riskanter mag, kann sein Geld deutlich gewinnbringender anlegen als mit den klassischen Möglichkeiten, zum Beispiel beim Fondsparen. Die Durchschnittsrendite lag seit 1965 bei jährlich 8,1 Prozent. „Allerdings sollte man auf lange Sicht sparen und niemals auf nur einen Fonds setzen, sondern das Geld und somit das Risiko streuen“, rät Hommel.  

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