Die Rente wird nicht reichen

Trotz Rentenerhöhung privat vorsorgen

Verbraucher | Volle Kanne - Die Rente wird nicht reichen

Die Altersarmut wird immer mehr Menschen treffen. Wie man privat vorsorgen kann, erklärt Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW.

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7 min
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Video verfügbar bis 24.06.2017, 14:00

Ab dem 1. Juli gibt es mehr Geld für Rentner: Im Osten steigen die Altersbezüge um 5,95 Prozent, im Westen um 4,25 Prozent. Damit steigen die Renten so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr. Dennoch wird für viele Menschen das Geld im Alter knapp. Nach wie vor ist es wichtig, privat vorzusorgen.

Richtig üppig waren die Rentenanpassungen in den letzten Jahren nicht, teilweise gab es überhaupt keine Anpassungen. Insofern dürfe man die jetzige Rentensteigerung nicht isoliert betrachten, sagt Markus Feck, Rentenexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Hinzu komme, dass verschiedene Faktoren, etwa unterbrochene Erwerbsbiografien oder die Senkung des Niveaus der gesetzlichen Alterssicherung das Rentenniveau beeinflussten. „So wird das Standardrentenniveau vor Steuern bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent im Vergleich zum Durchschnittsverdienst des Arbeitnehmers sinken“, prognostiziert Feck. Privat fürs Alter vorzusorgen, bleibt daher nach wie vor wichtig.

„In einem ersten Schritt sollte eine Kontenklärung bei der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgen“, rät Markus Feck. Doch auch wenn das Rentenkonto komplett ist, zum Leben reicht die Rente oft nicht aus, denn der Gesetzgeber setze auf eine private Altersvorsorge, so Feck. Mehrere Möglichkeiten kommen dafür infrage, grundsätzlich gebe es aber kein allgemeingültiges Rezept, das für alle gelte. „Man muss jeweils auf die Lebenssituation des Kunden schauen, auf Faktoren wie die Vermögenssituation oder die Lebensplanung.“

Privat vorsorgen

Allgemein könne man nur raten, auf teure Produkte zu verzichten, bei denen die Beiträge der ersten Jahre auf die Kosten angerechnet werden. „Hier spart der Kunde erst einmal gar nichts“, so Feck. Staatlich geförderte Produkte seien nur wenig sinnvoll, da die Förderung gar nicht oder zu spät greife. Generell gelte auch, dass ein junger Mensch anfänglich zu riskanteren Anlagen greifen könne, ältere Menschen sollten den Risikoanteil senken und einmal erworbenes Kapital schützen.

Ausgehend von einem Zeithorizont von zehn Jahren bis zum Renteneintritt könne man auf Produkte wie Banksparpläne oder sogenannte ETFs zurückgreifen. „Insbesondere der passive Investmentfonds kann auf lange Sicht, etwa wenn er länger als sieben Jahre gehalten wird, Rendite bringen“, so Feck. Wichtig zu berücksichtigen sei, dass der Kunde nicht auf einen bestimmten Stichtag planen könne. Er müsse die Möglichkeit haben, Kursrückgänge aussitzen zu können. „In der Zwischenzeit kann er Gewinne realisieren und diese dann in sichere Produkte ohne Verlustrisiken stecken“, erklärt der Experte.

Lebensversicherung und Bausparvertrag

Durch die stetige Senkung des Garantiezinses in der jüngsten Vergangenheit ist die Lebensversicherung noch weniger empfehlenswert als früher. „Alte Verträge mit einer hohen garantierten Verzinsung sind aber anders zu beurteilen und sollten grundsätzlich gehütet werden wie ein Schatz“, sagt Feck. Bei den alten Verträgen haben die Versicherungsnehmer die Nachteile der hohen Kosten bereits hinter sich gelassen.
Neben der aktuell niedrigen Verzinsung spielen auch die hohen Kosten eine Rolle – ein Renditebringer sei die Lebensversicherung aber noch nie gewesen und sei sie nun erst recht nicht mehr, so Feck. „Ein Bausparvertrag lohnt zur Altersvorsorge nicht. Zum einen ist der Bausparvertrag nach Lesart der Bausparkassen kein Sparprodukt, zum zweiten ist die aktuelle Verzinsung nicht der Rede wert.“ Derjenige, der in Zukunft einmal bauen will, könne den Abschluss eines Bausparvertrages in Erwägung ziehen – müsse allerdings in Kauf nehmen, dass die aktuell niedrigen Zinsen auch in ferner Zukunft gelten.

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