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Probleme mit der Stimme?

Frau singt

Stimmband-OPs sind in den Schlagzeilen, wenn bekannte Sänger ihre Karriere deshalb unterbrechen müssen. Doch nicht nur sie müssen auf ihren Stimmapparat achten. Was können wir tun, um Stimmprobleme zu vermeiden?

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Stimmstörungen, die sich häufig in Heiserkeit äußern, nennt man Dysphonien. Dann ist die Stimmleistung eingeschränkt und ihr Klang verändert. Funktionelle Stimmstörungen liegen vor, wenn man sich eine falsche Technik angewöhnt hat und die Stimme falsch nutzt, zum Beispiel mit zu viel Druck auf den Stimmbändern oder einer falschen Atemweise. So entsteht schnell Heiserkeit, die Stimme hält über den Tagesverlauf die Stimmbelastung nicht durch, sie wird brüchig und man muss sich verstärkt räuspern oder husten.

Desweiteren entstehen Stimmstörungen häufig durch ein Zuviel an Magensäure. Diese nennt man refluxbedingte Stimmstörungen. Viele Menschen leiden unter Sodbrennen. Wenn Magensäure von hinten in den Kehlkopf reinläuft, führt dies zu einer Reizung der Schleimhaut und sie treibt auf. Die Schleimhaut am Kehlkopf reagiert um ein Vielfaches empfindlicher auf Magensäure als die Speiseröhre. Es kommt zu einem Kloßgefühl im Hals, zu Reizhustenattacken und Heiserkeit.

Organisch bedingte Stimmstörungen

Probleme mit der Stimme können auch durch organische Veränderungen wie Zysten, Ödembildungen (Wassereinlagerungen), Knötchen, Polypen und Tumoren am Stimmband entstehen. Häufig treten diese bei Rauchern auf. Sogenannte Sängerknötchen oder Schreiknötchen entstehen durch eine dauerhafte Überlastung der Stimmleistung ohne ausreichende Regenerationsphasen.

Daneben gibt es organische Verbindungen, die operationsbedingt sind, etwa als Folge einer Schilddrüsen-Operation oder einer Operation an der Halswirbelsäule. Dabei kann auch der Stimmbandnerv in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies geschieht auch bei großen Herzoperationen, denn der Stimmbandnerv liegt nah am Herzen, und muss dann stark gedehnt oder sogar durchtrennt werden, um lebenserhaltend operieren zu können. Eine logopädische Behandlung kann bei Stimmproblemen angeraten und hilfreich sein. Heiserkeit, die mehr als drei Wochen anhält, sollte immer vom HNO-Spezialisten untersucht werden, da im schlimmsten Fall eine bösartige Veränderung wie Kehlkopfkrebs hinter der Heiserkeit stecken kann.

Untersuchung mittels Kehlkopfspiegelung

Bei einer Kehlkopfspiegelung wird zunächst der Rachenraum mit einem lokalen Betäubungsspray betäubt. Dann wird ein Endoskop in den Rachenraum eingeführt. Eine kleine Kamera überträgt Aufnahmen von Kehlkopf, Stimmlippen und Stimmband auf einen Monitor. Auffällige Veränderungen können so ermittelt werden. Auch kann der Arzt überprüfen, inwieweit die Stimmlippen beim Phonieren, also beim Laute bilden, schließen.

Die Stimme richtig gebrauchen

Den Stimmapparat kann man mit einem Muskelapparat vergleichen. Bei Anstrengung verkürzen sich Muskeln. Dies trifft auch auf den Stimmapparat zu. Die so entstehende Heiserkeit ist insofern eine Erschöpfung der Muskeln, eine Art Muskelkater, den man durch Dehnen vermeiden kann. Wichtig ist es, den stimmlichen Muskelapparat aufzuwärmen und hinterher auch wieder zu entlasten. Also vor dem Gesang oder einem längeren Vortrag spezielle Übungen zu machen, die die Stimmbänder und den Kehlkopfbereich lockern. Aber auch danach.

Auch Verspannungen im Kiefergelenk und im Nacken belasten den Kehlkopfbereich und damit die Stimmbildung negativ. Auch eine forcierte Brustatmung (Hochatmung) und eine falsche Stimmlage (zum Beispiel ein gewollt tiefes Sprechen) greifen die Stimme an beziehungsweise vermindern ihre Leistungsfähigkeit. Man sollte alles vermeiden, was die Stimme überbeansprucht. Dazu zählt lautes Schreien, viel Räuspern und häufiges Husten.

Außerdem ist es wichtig, viel zu trinken (zwei bis drei Liter pro Tag), damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Inhalation mit einer Kochsalzlösung pflegt den Stimmapparat. Hilfreich kann auch das Lutschen von Salbeipräparaten sein. Menschen, die viel reden (müssen), und Sänger sollten ihrer Stimme Zeit zur Regeneration lassen.

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