Vom Trojaner erpresst

Ransomware verschlüsselt Daten und fordert Geld

Verbraucher | Volle Kanne - Vom Trojaner erpresst

Die moderne Form der Erpressung läuft über Computer: Eine sogenannte Ransomware verschlüsselt Daten auf dem Rechner und fordert Geld. Wird kein Lösegeld gezahlt, sind sämtliche Dateien weg.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.04.2017, 14:00

Egal ob im Auto, im Krankenhaus oder im Smartphone: Computer sind heutzutage allgegenwärtig und ohne sie funktioniert so gut wie gar nichts mehr. Wie abhängig man von ihnen ist, merkt man meist erst, wenn sie nicht funktionieren – oder aber gekapert werden, beispielsweise von Trojanern, die die Geräte unbrauchbar machen. Eine bestimmte Art von Trojaner hat es zu zweifelhaftem Ruhm gebracht: Sogenannte Ransomware, die die Nutzer befallener Geräte erpresst.

Klinken, Rathäuser und Landratsämter – sie alle wurden in den vergangenen Monaten schon von sogenannter Ransomware (von dem englischen Begriff „ransom“ für Lösegeld) heimgesucht. Und immer öfter trifft es auch Privatpersonen. Das Prinzip der Ransomware ist einfach: Die Trojaner befallen nicht ausreichend gesicherte Rechner und verhindern den Zugriff auf die Daten, indem sie sie verschlüsseln. „Die Nutzer sollen Geld bezahlen, um wieder an ihre Daten zu gelangen“, erklärt Carsten Cordes vom Institut für Internetsicherheit. Vor allem der Trojaner Locky hat es zu zahlreichen Schlagzeilen gebracht. Jedoch seien in letzter Zeit auch Verschlüsselungstrojaner unter den Namen petya oder TeslaCrypt im Umlauf, sagt Cordes.

In der Regel gebe es keine Möglichkeit, wieder an seine Daten zu gelangen, wenn der Rechner einmal befallen wurde, so der Experte weiter – es sei denn, man bezahle das Lösegeld. Gefordert wird meist ein bestimmter Betrag in Bitcoins (eine Art digitale Währung), in der Regel ist dies ein Bitcoin, was ungefähr 350 bis 400 Euro entspricht. „Ich kann es nachvollzeihen, wenn Nutzer, die auf die Daten angewiesen sind, zahlen. Dann muss man nur hoffen, dass die Daten auch wirklich freigegeben werden. Wir empfehlen aber, nicht zu zahlen, weil man das Geschäftsmodell der Kriminellen damit unterstützt“, sagt Cordes. Er rät Betroffenen, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten, damit der Fahndungsdruck aufrechterhalten wird.

Für Schutz sorgen

Der Verbreitungsweg der Trojaner ist simpel: Sie gelangen über E-Mail-Anhänge auf den Rechner, verstecken sich in vermeintlichen Rechnungen oder auf manipulierten Internetseiten. „Aber auch in Downloads aus dem Netz oder in infizierten USB-Sticks können Trojaner stecken“, erklärt der Experte.

Schützen kann man sich, indem man sein Computer-Betriebssystem immer auf dem aktuellsten Stand hält und alle Sicherheitsupdates aufspielt. Eine zusätzliche Antivirensoftware ist unerlässlich. Ansonsten sollte man Vorsicht beim Umgang mit E-Mails walten lassen: „Nicht einfach irgendwelche E-Mail-Anhänge öffnen – auch nicht, wenn sie von einem vermeintlich bekannten Absender kommen; die Absenderadressen können nämlich gefälscht sein“, warnt der Experte. Er rät auch dazu, die Daten aus der E-Mail, etwa die Kundennummer, zu verifizieren. Im Zweifel solle man beim Absender anrufen und nachfragen, ob die Mail tatsächlich so verschickt wurde. „Von seinen Daten sollte man Back-ups anlegen, zum Beispiel auf externen Festplatten oder USB-Sticks.“ Diese sollten aber nicht ständig am Rechner angeschlossen sein, denn „alles, worauf ein Rechner schreiben kann – wie Festplatten, Cloud-Speicher oder USB-Sticks, kann infiziert werden“, so Cordes.

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