Geknipst und ins Netz gestellt

Rechtliches rund um Fotos im Internet

Verbraucher | Volle Kanne - Geknipst und ins Netz gestellt

Wer Fotos im Internet hochlädt, muss einiges beachten. Wo die Grenzen sind und wie es sich mit dem Recht am eigenen Bild verhält, erklärt Christian Solmecke, Rechtsanwalt für IT- und Internetrecht.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2017, 14:00

Mit dem Smartphone mal eben ein Foto knipsen und dieses dann bei Facebook hochladen, gehört heute zum Alltag dazu. Doch nicht alles ist beim Fotografieren erlaubt. Wo die Grenzen sind und wie es sich mit dem Recht am eigenen Bild verhält, erklärt Christian Solmecke, Rechtsanwalt für IT- und Internetrecht.

Das Foto eines anderen ohne dessen Erlaubnis online zu stellen, sei grundsätzlich nicht erlaubt, denn es gelte das Recht am eigenen Bild, sagt Christian Solmecke, Rechtsanwalt für IT- und Internetrecht. „Das Recht am eigenen Bild steht jedem zu. Das ist Ausdruck des Persönlichkeitsrechts“, ergänzt er. Auch bei Gruppenfotos müsse grundsätzlich das Einverständnis jeder einzelnen Person vorliegen, die auf dem Foto abgebildet ist – auch Freunde oder Verwandte.

„Es gibt aber Ausnahmen“, ergänzt der Rechtsanwalt. Dies seien beispielsweise Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte oder Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder einer sonstigen Örtlichkeit erscheinen. „Auch Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichem, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben, zählen dazu.“ Solle die Verbreitung oder Schaustellung der Bilder einem höheren Interesse der Kunst dienen und seien diese nicht auf Bestellung gefertigt worden, stelle dies ebenfalls eine Ausnahme dar.

Einwilligung erforderlich

„Oftmals wird eine Einwilligung konkludent gegeben, etwa wenn die Personen erkennen, dass sie fotografiert werden und dabei lächelnd oder gar posierend in die Kamera blicken und davon ausgehen müssen, dass das Bild zur Veröffentlichung bestimmt ist“, skizziert Solmecke.

Schon das bloße Fotografieren kann eine Persönlichkeitsverletzung darstellen, etwa wenn in die Intimsphäre eingegriffen wird. Bei einer Veröffentlichung, also der Weiterverbreitung eines Fotos, gilt grundsätzlich: Es dürfen keine berechtigten Interessen der Abgebildeten verletzt werden. „Hier ist auf jeden Fall eine Einwilligung nötig“, sagt der Experte. Personen der Zeitgeschichte müssten eine Veröffentlichung ihrer Bilder auch ohne ihr Einverständnis hinnehmen, „aber nicht wenn das Bild zur Privatsphäre zählt und keinerlei Informationsgehalt besitzt.“

Urheber um Erlaubnis fragen

Wer Fotos in soziale Netzwerke hochladen möchte, solle darauf achten, dass die Personen, die auf dem Foto zu sehen sind, mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Sind Minderjährige auf dem Foto zu sehen, müssen bis zum 14. Lebensjahr der Kinder die Eltern ihre Einwilligung stellvertretend für das Kind abgeben. Ab dem 14. Lebensjahr müssen sowohl Eltern als auch das Kind einwilligen.

Außerdem seien die Urheberrechte zu beachten: Hat man das Foto nicht selbst geschossen, sollte man abklären, ob der Urheber mit einer Veröffentlichung einverstanden ist. Das Recht am eigenen Bild bestehe unabhängig davon, in welches soziale Netzwerk man es einstelle, so Solmecke: „Es gibt bei Netzwerken höchstens Unterschiede in Bezug auf die Lizenzen, die man beim Hochladen eines Bildes erteilt. Das betrifft aber eher den Urheber.“

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