Prächtige Vielfalt der Rhododendren

Gartentipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Prächtige Vielfalt der Rhododendren

Weltweit gibt es über 1000 Rhododendren-Arten. Die prächtigen Blüten sind in deutschen Gärten sehr beliebt. Elmar Mai gibt Tipps zur Pflege, Düngung und dem Schnitt.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.05.2017, 14:00

Rhododendren sind äußerst pflegeleichte Sträucher mit großen, üppigen Blüten. Viele Sorten versinken zur Blütezeit regelrecht unter einem Farbschirm. Gartenexperte Elmar Mai weiß, worauf Sie bei der Pflege dieser Prachtexemplare achten müssen.

Weltweit gibt es über 1000 Rhododendren-Arten - die meisten stammen aus Asien. Die Blüten sind meist von weiß über rot bis violett in allen nur erdenklichen Zwischentönen gefärbt. Es gibt zudem gelbe und seit einigen Jahren sogar blaue Formen. Beim Pflanzen sollten Sie den Blühzeitpunkt beachten, denn mit etwas Geschick lässt sich die Rhododendrenblüte im Garten verlängern - indem man frühe, mittlere und späte Sorten kombiniert. "Mit Geschick lässt sich die Rhododendron-Saison so auf fast drei Monate strecken", weiß Experte Elmar Mai.

Rhododendren in  Berglandschaft
Rhododendren am Berghang Quelle: imago/Westend61

Rhododendren lieben einen frischen Gartenboden und benötigen viel Dünger. Staunässe oder Trockenheit bekommt ihnen schlecht. Viele Sorten bevorzugen einen schattigen Platz und genügend Luftfeuchtigkeit. Günstig ist eine Mulchdecke, da sie den Boden frisch hält. Neben Kaffeesatz oder Teeblättern eignet sich dafür auch unreifer Kompost. Vorsicht bei Rindenmulch: Dieser reagiert zwar sauer, er entzieht jedoch unverhältnismäßig viel Stickstoff. Falls Sie dennoch Rindenmulch verwenden, sollten Sie vorher viele Hornspäne ausstreuen.

Kalktolerante Rhododendren

Rhododendren sind Erika-Gewächse und gehören zu den sogenannten Moorbeetpflanzen. Sie bevorzugen saure Böden und sind deshalb in Deutschland nicht überall verbreitet. Allerdings haben Gärtner vor mehreren Jahren einige kalkliebende, tropische Formen eingekreuzt. Aus verschiedenen Sämlingen konnten so einige Sorten herausgefiltert werden, die mit kalkhaltigen Böden gut zurechtkommen und Kälte problemlos vertragen.

Diese neue Kreuzung eignet sich sehr gut zur Anlage von Dufthecken, denn die robuste Kreuzung gehört zu den wenigen duftenden Sorten. Diese "Inkarho" genannte Züchtung wird vor allem dazu benutzt, Edelsorten aufzupfropfen. Dadurch kann die überwältigende Vielzahl der Rhododendrensorten auch auf kalkhaltigen Böden kultiviert werden, weil die Unterlage trotz der ungünstigen Bedingungen genügend Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen kann.

Tipps gegen Schädlinge

Rhododendren-Zikade auf gelber Klebetafel
Rhododendrenzikade auf Gelbtafel

In den letzten Jahren hat sich die Rhododendrenzikade stark verbreitet. Diese Tiere saugen im Hochsommer an den bereits für das kommende Jahr angelegten Blütenknospen. Dabei können sie einen Pilz übertragen, der die Knospen im Verlauf des Winters absterben lässt. "Das schädigt die Pflanze zwar nicht wirklich, weil die Blattknospen trotzdem austreiben, aber die Blüte wird doch stark geschmälert", erklärt Elmar Mai. Vorbeugen könne man mit Gelbtafeln, die man zur Flugzeit der Zikade ab Ende Juni in die Sträucher hängt. Auch ungiftige Insektizide wie Neem seien eine Hilfe.

Die Pflege der Rhododendren besteht vorwiegend im Ausbrechen der abgeblühten Blütenstände und der Kontrolle auf einen weiteren Schädling: den nachtaktiven Dickmaulrüssler, der am buchtigen Fraß an Blatträndern zu erkennen ist.

Rhododendren und Azaleen

Irritationen schafft immer die Frage nach dem Unterschied zwischen Rhododendren und Azaleen. Botanisch gesehen gehören beide in die gleiche Gattung Rhododendron. Die volkstümlich "Azaleen" genannten Gartenformen werfen im Winter ihr Laub allerdings ab und ihre Blüten verströmen einen köstlichen Duft. Blütenformen und Farben unterscheiden sich ebenfalls: Azaleen besitzen leuchtende Farben in rot, orange, kupferfarben, gelb oder weiß und besitzen weichere und manchmal auch haarige Blätter.

Die "echten" Rhododendren sind dagegen immergrün mit derben Blättern und haben insgesamt gedämpftere Blütenfarben. Die Blüten sind meistens größer und viele auch zweifarbig. Unter den Rhododendren gibt es regelrechte Riesen und Zwerge: Einige Formen werden nicht einmal hüfthoch, andere wachsen beinahe baumförmig und übersteigen vier bis fünf Meter.

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