Richtig spenden

Worauf sollte man achten?

Verbraucher | Volle Kanne - Richtig spenden

So vermeidet man es, sein Geld einer unseriösen Organisation zukommen zu lassen.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.12.2017, 10:30

Von Spendensammlern sollte man sich niemals überrumpeln lassen – so lautet der Rat von Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI): „Gerade wenn ich im öffentlichen Raum angesprochen werde, sollte ich das nur machen, wenn ich Zeit habe, nur dann kann ich die Sinne aufsperren.“ Und das, sagt Wilke, gelte ausdrücklich auch für offensichtlich seriöse und nicht nur für vermeintlich unseriöse Organisationen.

Zum einen deshalb, weil man sich vorher überlegen sollte, wofür man sich interessiert und wen oder was man mit Spenden unterstützen will – sind es Tiere, Menschen, die Natur als Ganzes? Und zum anderen, weil man seine Entscheidung normalerweise nicht revidieren kann: „Viele Menschen wissen, dass sie bei Vertretersituationen an der Haustür ein gesetzliches Widerrufsrecht haben. Das gilt bei Spendenwerbung oder einer Fördermitgliedschaft aber nicht. Denn hier gibt es keine Gegenleistung.“ Zwar würden seriöse Organisationen freiwillig ein Widerrufsrecht einräumen, unseriöse Organisationen aber eben nicht: „Und deshalb sollte ich vor der Unterschrift gut überlegen.“

Wobei nicht nur unseriöse Organisationen mit betrügerischen Absichten ein Problem darstellen würden, sondern auch inkompetente Organisationen mit eigentlich hehren Zielen: „Vor beiden sollte man sich hüten – auch wenn einen nicht alle über den Tisch ziehen wollen.“ Generell solle man Organisationen meiden, die nur auf Emotionen setzen oder die keine Transparenz gewährleisten würden.

Vertrauen könne man Organisationen, die das Spendensiegel des DZI tragen würden, da dieses unter anderem bescheinige, dass die Spendenwerbung wahr und sachlich ist, dass die Spendengelder zweckgerichtet und sparsam verwendet werden und dass es eine funktionierende Planung und Kontrolle gibt. Wilke: „Für die Siegel müssen die Organisationen einen freiwilligen Antrag stellen, den wir für ein Jahr anerkennen.“ 30 Prozent der Anträge würden abgelehnt, in bisher vier Fällen sei das Siegel wieder aberkannt worden.

Auch ohne Siegel seriös

Natürlich gebe es seriöse und kompetente Organisationen, die kein Siegel tragen. Um die zu finden, müsse man als potenzieller Spender allerdings selbst recherchieren, wobei auch dabei das DZI helfen könne, das auf seiner Internetseite eine Negativliste von nicht förderungswürdigen Organisationen zusammengestellt hat.

Habe man schließlich eine vertrauenswürdige Organisation gefunden, sei es sinnvoll auf eine Weise zu spenden, die eine hohe Planungssicherheit und einen geringen Verwaltungsaufwand garantiert. Ersteres, indem man einen Vertrag über eine Fördermitgliedschaft abschließe: „Die ist wertvoll für Organisationen, sie können planen. Das rentiert sich über viele Jahre.“ Letzteres, indem man nicht auf Zweckbindung der Spenden bestehe: „Kompetente Organisationen können besser arbeiten, wenn die Spenden nicht zweckgebunden sind. Denn das ist von der Verwaltung her aufwendig.“ Und schließlich solle man seine Spenden nicht zu breit streuen: „Ich sollte mich auf höchstens zwei Organisationen konzentrieren. Besser zweimal 25 Euro spenden, als fünfmal zehn Euro.“

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