Röntgen oder fliegen?

Strahlenbelastung bei Flugreisen

Verbraucher | Volle Kanne - Röntgen oder fliegen?

Die Strahlenbelastung bei einer Röntgen-Aufnahme oder in einem Computertomografen gilt als nicht unbedenklich. Gleiches gilt aber auch für eine Flugreise.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.02.2017, 10:35

Wir alle sind in unserem Leben regelmäßig radioaktiven oder ionisierenden Strahlen ausgesetzt, die uns potenziell gefährlich werden können: etwa beim Arzt, wenn wieder einmal eine Röntgenuntersuchung ansteht. Was aber vielen nicht bewusst ist: Auch der Flug in den Urlaub geht mit einer erhöhten Strahlenbelastung einher - durch die natürlich vorhandene Höhenstrahlung. Aber ist diese Strahlenbelastung beim Fliegen auch schädlich?

Der Mensch lebt seit jeher in einer strahlenden Umwelt. Die jährliche natürliche Strahlenbelastung jedes Menschen in Deutschland beträgt durchschnittlich vier Millisievert (effektive Dosis). Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten schwankt sie zwischen einem und zehn Millisievert (MSV).

Strahlenbelastung im Flugzeug

Viele Menschen reisen - privat oder geschäftlich - zu ihren entfernten Zielen mit dem Flugzeug. Diese fliegen oft in Höhen und geografischen Breiten, in denen deutlich mehr Strahlung auf den Menschen einwirkt als an der Erdoberfläche. Die Energien dieser Strahlen sind so hoch, dass man sie nicht abschirmen kann.

Piloten, flugbegleitendes Personal oder berufliche "Vielflieger" können - vor allem wenn sie häufig Langstrecken auf den nördlichen Polrouten fliegen - Strahlendosen ausgesetzt sein, die durchaus vergleichbar mit Dosiswerten bei Berufsgruppen sind, die mit radioaktiven Quellen umgehen. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesamt für Strahlenschutz. Für Gelegenheitsflieger, wie es die meisten Urlauber sind, ist die zusätzliche Strahlenbelastung durch das Fliegen jedoch gering und gesundheitlich unbedenklich.

Strahlenbelastung beim Arzt

Am häufigsten kommen in der Medizin konventionelle Röntgenaufnahmen vor, die mit einer relativ niedrigen Strahlenexposition verbunden sind. Bei der klassischen Computertomografie ist die Strahlendosis, die auf den Patienten einwirkt, im Vergleich zu einer Röntgenaufnahme ungefähr fünfmal so hoch. Immerhin: Die neuste Generation der Ganzkörper-CT-Geräte geht nur noch mit einer etwa doppelt so hohen Strahlenexposition einher wie eine normale Röntgenaufnahme.

Ein gängiger Vergleich, den Ärzte oft benutzen, ist, dass eine Röntgenaufnahme der Lunge in etwa der Strahlenbelastung eines Fluges nach New York und wieder zurück entspricht. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass bei der Röntgenaufnahme in erster Linie das zu behandelnde Organ oder Körperteil der Strahlung ausgesetzt wird – im Flugzeug hingegen der ganze Körper. Für hohe Dosen über etwa 100 Millisievert ist nachgewiesen, dass Röntgenstrahlung bösartige Erkrankungen wie Krebs oder Schädigungen des Ungeborenen im Mutterleib verursachen kann. Das Strahlenrisiko unterliegt jedoch auch anderen Einflussfaktoren, wie dem Alter. Dabei nimmt das Strahlenrisiko mit zunehmendem Alter deutlich ab.

Ausnahmefälle

Vorsicht geboten ist bei Babys und Kleinkindern sowie schwangeren Frauen. Ärzte empfehlen hier bei Röntgenuntersuchungen eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse durchzuführen und raten auch von häufigen Langstreckenflügen ab.

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