Sieht aus wie Akne, ist aber keine

Über Auftreten und Behandlung von Rosazea

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Die 19-jährige Vivien kämpfte jahrelang gegen äußere Entzündungen im Auge, die immer wieder kamen. Bis fest stand - der Grund für ihre Erkrankung war die Rosazea.

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5 min
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Video verfügbar bis 25.10.2017, 14:00

Es juckt, es brennt und sticht – und plötzlich zeigt sich ein akneähnlicher Hautausschlag im Gesicht. Oftmals handelt es sich dabei um Rosazea, eine Hautkrankheit, die mit einer Akne leicht zu verwechseln ist. Dabei unterscheiden sich Akne und Rosazea im Hinblick auf die richtige Behandlung. Bei letzterer spielen Cremes, aber auch Licht- und Laser-Therapie eine wichtige Rolle. Was viele zudem nicht wissen: Rosazea kann auch die Augen angreifen.

Die Rosazea ist eine chronische, entzündliche Hautkrankheit. In Deutschland sind circa zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen betroffen, Frauen leiden aber deutlich häufiger an Rosazea als Männer. Bei der Rosazea sind die feinen Äderchen unter der Haut teilweise dauerhaft erweitert, so dass massive Rötungen und Hautirritationen auftreten.

Bei den meisten Betroffenen tritt die Rosazea im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, aber auch Frauen Mitte zwanzig können schon Symptome zeigen. Besonders häufig betroffen sind sogenannte keltische Hauttypen mit sehr heller Haut, roten Haaren und Sommersprossen. Die Krankheit tritt phasenweise auf und wird durch bestimmte Faktoren, wie beispielsweise Ernährung, Alkohol, Sport und Stress beeinflusst.

Bei Männern vor allem die Nase betroffen

Die Krankheit kann sich durch plötzlich auftretende Rötungen im Gesicht äußern. Juckreiz, Brennen und Stechen können als Begleiterscheinungen auftreten. Meist werden die betroffenen Stellen von Knötchen oder Pickeln befallen. Wangen, Stirn, Kinn, Nase und auch die Augenpartie können von der Rosazea betroffen sein.

Das Krankheitsbild der Rosazea kann oft an eine Akne-Erkrankung erinnern. Obwohl die Rosazea in keinem Zusammenhang mit einer Akne-Erkrankung steht, werden die Hautkrankheiten oft miteinander verwechselt und deshalb falsch diagnostiziert. Im schwersten Krankheitsfall kann besonders bei Männern die Nase durch Talgdrüsenwucherungen von knotigen Verdickungen befallen sein (Mediziner bezeichnen dies als Rhinophym).

Wen trifft es – und warum?

Besonders Menschen, die oft unter psychischem Stress leiden, erkranken an Rosazea. Alkohol kann auch ein Auslöser sein, da er die Gefäße erweitert und deshalb einen Krankheitsschub verursachen kann. Ebenfalls können scharfe Speisen, Kälte, Hitze und Sport die Rosazea-Erkrankung auslösen oder dramatisch verschlimmern. Auch die direkte Sonneneinstrahlung auf die empfindliche Gesichtshaut kann der Erkrankung Vorschub leisten.

Die genaue Ursache der Erkrankung an Rosazea konnte bislang noch nicht endgültig geklärt werden. Fakt ist, dass bei der Rosazea eine gestörte Durchblutungsregulierung der Gesichtshaut vorliegt. Die Erkrankung kann durch Lebererkrankungen, Magensaftstörungen oder Darmprobleme bedingt sein. Neuste Forschungen haben ergeben, dass bestimmte Formen der Rosazea durch die Haarbalgmilbe ausgelöst werden können. Die Milben sind auf jedem Menschen zu finden. Übersteigt ihre Bevölkerung allerdings die übliche Anzahl, können entzündliche oder allergische Reaktionen in Form von Rötungen die Folge sein.

Was hilft gegen Rosazea?

Meist wird die Rosazea durch eine Anwendung mit einer antibiotischen Creme behandelt, die entzündungshemmend wirkt. Bei schweren Fällen kann zusätzlich ein Antibiotikum in Tablettenform verordnet werden. Auch eine Laser- oder Lichttherapie kann zur Minderung der Symptome beitragen.

Außerdem ist die richtige Hautpflege ist bei der Rosazea sehr wichtig. Zu viele Kosmetikprodukte und übermäßiges Reinigen können die Haut zusätzlich irritieren. Ärzte empfehlen daher die Haut gründlich, aber sehr schonend, beispielsweise nur mit Wasser zu reinigen. Nach der Reinigung sollte die Haut nur vorsichtig abgetupft werden und danach ausreichend mit einer entsprechenden Creme gepflegt werden.

Auf Kosmetikprodukte achten

Kosmetikprodukte sollten immer sehr sorgfältig ausgewählt werden. Ideal sind pH-neutrale Seifen und Reinigungsprodukte. Auch bei der dekorativen Kosmetik ist Vorsicht geboten. Man sollte sich unbedingt vom Hautarzt beraten lassen, welche speziellen Abdeckcremes für die Haut infrage kommen. Die Haut kann sich nur dann erholen, wenn sie nicht zusätzlich gereizt wird. Ebenfalls sollte auch übermäßiges Sonnenbaden vermieden werden.

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