Rückengesundheit für Kinder

Auf die richtige Haltung kommt es an

Verbraucher | Volle Kanne - Rückengesundheit für Kinder

Sowohl Erwachsene als auch Kinder können unter Rückenschmerzen leiden - Physiotherapeut Dominic Glabisch zeigt einige Übungen, die den Rücken stärken.

Beitragslänge:
12 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.03.2017, 14:00

Sitzen in der Schule, im Bus, vor dem Computer, dazu schwere Ranzen und Rucksäcke: Der Rücken hat bei Kindern und Jugendlichen viel zu ertragen. Da sie sich noch im Wachstum befinden und die Wirbelsäule ihre endgültige Form noch nicht erreicht hat, ist Rückengesundheit ein wichtiges Thema. „Volle Kanne“ zeigt, was man für einen gesunden Rücken tun kann.

In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen elf und 17 Jahren hat jeder Fünfte mindestens einmal in der Woche Rückenschmerzen. Zudem hat fast jedes zweite Schulkind im Alter zwischen sieben und14 Jahren eine nicht optimale bis schlechte Körperhaltung. Zu den die Schule betreffenden Ursachen zählen Bewegungsmangel im täglichen Unterricht, zu langes Sitzen, ungeeignete Schulranzen oder Taschen und ungeeignete Sitzmöbel oder Tische. Außerdem tragen Kinder und Jugendliche oft unnötig viele Sachen, wie Bücher, mit sich zur Schule.

Dabei ist Rückengesundheit für Kinder und Jugendliche besonders wichtig, da sie sich noch im Wachstum befinden. Die Wirbelsäule hat ihre endgültige Form noch nicht erreicht und ist wesentlich anfälliger für falsche Belastungen. Diese können zu Verbiegungen der Wirbelsäule führen, wie beispielsweise einer Skoliose, einer S-förmigen Verkrümmung. Oft kommt es auch zu Rundrückenhaltungen, die mit Wachstumsstörungen einhergehen können.

Etwas für die Rückengesundheit tun

Rückengesundheit beginnt schon auf dem Schulweg. Kinder und Jugendliche sollten grundsätzlich nur das am jeweiligen Tag Benötigte mit sich tragen.Vor allem größere und schwere Bücher, wie Atlanten oder Lexika, sollten möglichst in der Schule deponiert werden. Ranzen oder Rucksäcke, die beidseitig getragen werden, sind grundsätzlich besser, als Taschen, die nur einseitig getragen werden, da sie die Kraft und die Lasten besser verteilen.

Ebenfalls gut sind zweigeteilte Ranzen oder Rucksäcke, da schwere Lasten so körpernah getragen werden können. Durch verstellbare Riemen und Gurte sollten sie möglichst hoch und aufrecht auf die individuelle Körpergröße eingestellt werden. Und es gibt auch innovative Alternativen: An einigen Schulen führt der verstärkte Einsatz von Computern und Tablet-PCs im Untericht bereits dazu, dass die Schüler nicht mehr so viele schwere Bücher mitbringen müssen.

Auf die Haltung kommt es an

Im Unterricht sollten Kinder und Jugendliche nicht nur Sitzen. Aktive Elemente, wie zum Beispiel Referate oder Projekte im Stehen, bedeuten für den Rücken eine willkommene Abwechslung. Beim Sitzen und Schreiben sollten sie auf eine möglichst gerade Haltung achten. Zwischendurch ist es wichtig, immer wieder zu entspannen, die Position zu wechseln und einmal Arme und Beine zu strecken.

Schulklasse (Symbolbild)
Die richtige Haltung und Sitzposition: So vermeidet man Rückenschmerzen. Quelle: dapd

Außerdem sollte die Devise sein, hin und wieder die Schultern runterzunehmen oder die Arme aufzulegen. Im Sitzen die Beine zu überschlagen, kann dem Rücken schaden. Stattdessen sollten die Füße möglichst gerade und parallel zueinander stehen. Außerdem sollte auf rückengerechte Stühle und Tische geachtet werden. Im Idealfall sind diese höhenverstellbar. Der optimale Tisch ist zudem leicht abgeschrägt. Beim Sitzen sollte das Kind beide Füße fest auf den Boden stellen können. Hüfte und Knie bilden dabei einen 90-Grad-Winkel. Gut sind zudem Stühle, die ein dynamisches Sitzen ermöglichen. Das bedeutet, dass sie über einen kippbaren Sitz und eine flexible Rückenlehne verfügen.

Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Kinder und Jugendliche sollten ausreichend Pausen machen können. Insgesamt sollten sie sich am Tag mindestens zwei Stunden bewegen. In den Pausen gilt demnach: nicht rumsitzen, sondern lieber spazieren gehen oder Sport machen (zum Beispiel Fußball oder Tischtennis).

Grundsätzlich ist es gut auf genügend Frischluft, eine leichte, ausgewogene Ernährung und ausreichendes Trinken zu achten, am besten Wasser, Tees oder verdünnte Saftschorlen. Gerade in Fächern wie Kunst oder Musik bietet es sich an, alternative und dynamische Elemente in den Unterricht zu integrieren. Eine wichtige Bedeutung kommt natürlich auch dem Sportunterricht zu. Hier können rückengerechte Dehnübungen und Entspannungselemente den Rücken regelmäßig entlasten. Wenn sie so für die Schüler selbstverständlich geworden sind, lassen sie sich dann gerade an langen Schultagen auch zu anderen Zeiten einbauen.

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