Gold, Immobilien oder Oldtimer?

Sachwerte als Geldanlage

Verbraucher | Volle Kanne - Gold, Immobilien oder Oldtimer?

Zinsen gibt es derzeit kaum - in Sachwerte zu investieren kann daher eine Alternative sein. ZDF-Finanzexperte Frank Bethmann hat Tipps.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.04.2017, 14:00

Geld anlegen ist derzeit keine einfache Aufgabe: Es gibt keine oder kaum Zinsen auf Festgeld – eine Änderung ist nicht in Sicht. Wer Rendite haben möchte, muss ein gewisses Risiko eingehen. Ob Sachwerte sich als alternative Geldanlage eignen, schätzt Finanzexperte Frank Bethmann ein.

Das Vertrauen in den Euro hat in den letzten Jahren kräftig gelitten. Kein Wunder: Zinsen sind quasi abgeschafft, eine Erhöhung ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten – die Europäische Zentralbank (EZB) ringt um die Stabilität des Euros und die Verunsicherung in der Bevölkerung über die Zukunft der Währung ist groß. Viele Anleger investieren in Sachwerte wie Gold, Immobilien, Oldtimer und sogar Whisky.

Whisky als Geldanlage

Der Whiskymarkt boomt aktuell, denn Whisky ist zum lukrativen Spekulationsobjekt geworden. Die große Nachfrage kurbelt die weltweite Produktion an und treibt derzeit die Preise in die Höhe. Ob der Boom anhält und die Preise stabil bleiben, ist fraglich. „Wer Whisky als Geldanlage kaufen möchte, sollte sich damit auskennen und einen langen Atem haben“, warnt ZDF-Finanzexperte Frank Bethmann.

Sein Tipp, um das Risiko überschaubar zu halten: „Flaschen in limitierten Auflagen kaufen, im Wert von 150 bis 200 Euro.“ Am besten kauft man Whisky im Fachhandel, um nicht auf Fälschungen hereinzufallen.

Gold statt Geld

Grundsätzlich gilt: Je größer der Zweifel am Wert des Geldes, desto mehr steigt der Wert des Goldes – der Effekt ist auch derzeit wieder zu beobachten. Daher empfiehlt Bethmann dem Portfolio Gold beizumischen, etwa fünf bis zehn Prozent. Der Finanzexperte hält Gold nach wie vor für einen sicheren Hafen. Nachteil ist, dass es keine Zinsen bringt und die Aufbewahrung im Banksafe Kosten verursacht. Dafür lässt sich Gold mehrwertsteuerfrei kaufen und man hat im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Hand.

Goldbarren
In Zeiten niedriger Zinsen ist Gold gefragt. Quelle: imago / Westend 61

Von Gold-Zertifikaten oder Gold-Fonds dagegen rät der Experte eher ab: „Mit Zertifikaten bin ich vorsichtig, weil die nur etwas wert sind, so lange das dahinterstehende Unternehmen existiert.“ Als Alternative zum Gold nennt Bethmann Silber: Auf Silber fällt zwar Mehrwertsteuer an; dafür gibt es eine industrielle Nachfrage.

Wohlfühlrendite bei Immobilienkauf

Die Preise für Immobilien sind insbesondere in den Städten in den vergangenen Jahren ziemlich gestiegen. Ob sich die Investition trotzdem lohnt, hängt davon ab, ob die Immobilie selbst genutzt wird oder als Geldanlage dienen soll. Beim Eigenbedarf spielt die sogenannte Wohlfühlrendite eine große Rolle, das heißt, wenn man das Eigentum genießt, ist die Investition auch heute noch lohnend. „Man sollte sich aber nicht von billigen Zinsen blenden lassen. Wichtig ist, sich zu fragen, ob nach Ende der Kreditlaufzeit alles abbezahlt ist und wie alt man dann ist. Die Immobilie sollte möglichst vor dem Ruhestand abbezahlt sein“, rät der Finanzexperte.

Wer Immobilien als reine Geldanlage nutzen will, sollte vor allem auf die Lage achten. Das Problem: „Die besten Lagen sind vergriffen und die Preise steigen auch in B-Lagen stark. Da stellt sich die Frage, ob man nicht zu teuer kauft und die Immobilie entsprechend vermietet werden kann“, so Bethmann.

Keine Rendite ohne Risiko

Fazit vom Finanzexperten: „Investitionen in Sachwerte sind häufig mit großen Risiken behaftet. Wenn man nur wenig Geld hat, sollte man gezielt in ein bis zwei Werte investieren. Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat (5000 bis 10000 Euro) sollte das Risiko streuen. Zur Mischung gehört auch ein bisschen Geld auf dem Tagesgeldkonto. Eine weitere Möglichkeit sind Indexfonds, sogenannte ETFs – die Kosten sind niedrig und für diese Fonds kann man Sparpläne anlegen.“

Den goldenen Weg jedoch gibt es nicht. Entscheidend ist die Risikobereitschaft, die jeder für sich selbst einschätzen muss. Bethmann resümiert: „Wer gar kein Risiko eingehen will, kann keine Rendite machen. Wer mehr Rendite will, muss mehr Risiko in Kauf nehmen. Versprechen wie fünf Prozent Rendite ohne Risiko sind schlichtweg eine Lüge.“

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