Tipps zur pflanzenschonenden Schädlingsbekämpfung

Das hilft gegen Buchsbaumzünsler und Co.

Verbraucher | Volle Kanne - Tipps zur pflanzenschonenden Schädlingsbekämpfung

Viele Schädlingsarten wurden erst vor einigen Jahren in unsere Gebiete eingeschleppt. Was Sie bei einem starken Schädlingsbefall in Ihrem Garten tun können, zeigt Ihnen Volle-Kanne-Pflanzenexperte Elmar Mai.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.06.2018, 09:05

Ab wann zählt ein Tier eigentlich als Schädling und ist Schädlingsbefall immer schlecht für die Pflanzen im Garten? Elmar Mai erklärt, dass man einen gewissen Schädlingsbefall in seinem Garten tolerieren sollte. Viele heimische Laus- und Raupenarten sind sehr komplex in unser Ökosystem integriert und bilden die Basis der Nahrungskette, sodass andere Tiere, die wir gerne im Garten haben, davon existieren können. Ein leichter Schädlingsbefall wirkt sich also positiv auf das Ökosystem im Garten aus, dahingegen ist eine Massenvermehrung nicht wünschenswert.

Abhilfe schafft hier die Förderung von Nützlingen, die schnell mit dem Überschuss an Schädlingen aufräumen. Zum Beispiel kann man Nisthilfen für Vögel und Wildbienen oder einen Igelschutz einrichten. Schwierig wird es bei Schadinsekten, die aus anderen Gebieten der Welt eingeschleppt werden und hier keine natürlichen Feinde haben. Sie können sich bei uns ausbreiten und ganze Bestände unterschiedlichster Pflanzen in kurzer Zeit vernichten.

Der Buchsbaumzünsler

Buchsbaumzünslerraupe auf einem Buchsbaum
Raupen des Buchsbaumszünslers sind oft schwer zu erkennen. Quelle: imago/McPHOTO

Besonders der Buchsbaumzünsler, der erst vor circa zehn Jahren eingeschleppt wurde, breitete sich seitdem von Süddeutschland ausgehend invasiv über ganz Mitteleuropa aus. Nicht nur die Nachbarländer Frankreich, Benelux und Dänemark hat er erreicht, auch im Bereich Berlin und Osteuropa breitet er sich aus. Der kleine, auffällig weiße Schmetterling bringt mindestens zwei Generationen im Jahr hervor, in günstigen Jahren bis zu vier Generationen. Demnach ist immer „Zünslerzeit“. Dass die Raupen Nester spinnen, die gut getarnt im Inneren der Büsche liegen, macht es sehr schwer, die Raupen frühzeitig zu entdecken.

Ein Trick hilft: Legen Sie ein weißes Tuch oder ein großes Blatt Papier auf den Boden unter den Strauch – die Kotkrümel verraten Raupenaktivitäten. Die Raupe wird von Vögeln gemieden, weil sie das Buchsbaum-Gift in sich trägt. Eine konsequente Bekämpfung kann eigentlich nur durch Spritzen erfolgen, wobei sich giftige Mittel von selbst verbieten.

Der Dickmaulrüssler

Mehrere Dickmaulrüssler
Dickmaulrüssler richten großen Fraßschaden an. Quelle: imago/blickwinkel

Der Dickmaulrüssler kann Balkon- und Terrassenbesitzern unter Umständen völlig abgestorbene Pflanzen bescheren. Er bevorzugt torfhaltige oder humose Erde und kommt häufig in der Nähe von Moorbeetpflanzen vor. Aber auch jeder Sack billiger Blumenerde kann Dickmaulrüsslern gute Lebensbedingungen bieten. Der heimische Käfer ist zwar lästig und frisst unschöne Buchten in die Blätter, gefährlich sind aber nur seine Larven. Da ein Weibchen 500 bis 1000 Eier ablegen kann, ist der Fraßschaden der nachtaktiven Käfer an den Wurzeln im Boden bedeutend. Die adulten Tiere sind ab Juni gehäuft unterwegs, können aber vereinzelt auch zu allen anderen Jahreszeiten gefunden werden. Die Larven sind langlebig und entwickeln sich im Juni aus den Eiern. Rhododendren sind besonders gefährdet. Auch Zierpflanzen in Gefäßen sind besonders gefährdet, weil hier der Wurzelraum begrenzt ist.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.