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Schambeinentzündung

Kaum eine Verletzung fürchten sportlich aktive Menschen mehr als eine Schambeinentzündung. Betroffene haben dann meist mit sehr langen Ausfallzeiten zu kämpfen. In einigen Fällen droht sogar das sportliche Aus.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.11.2020

Schambeinentzündungen sind vor allem in Sportarten gehäuft zu beobachten, in denen starke Kräfte auf die knöchernen und muskulären Strukturen des sensiblen Schambeinbereichs einwirken und dort Mikrotraumata verursachen können. Es handelt sich dabei um Überlastungsreaktionen mit kleinen Verletzungen im festen Bindegewebe. Es trifft vor allem Rugby-Spieler und Fußballer, die viele Sprints und Abstoppbewegungen sowie Schuss- und Scherbewegungen mit abrupten Richtungswechseln vollziehen.

Frauen sind von einer Schambeinentzündung seltener betroffen. Einen Sonderfall stellen Schwangere dar: Im Rahmen des Geburtsvorgangs kann es zu einer Lockerung des Beckenrings, dem Kreuzdarmbeingelenk (Iliosakralgelenk) und der Schambeinfuge kommen, um Platz für die Geburt des Kindes zu schaffen.

Symptome und Diagnose

Eine Schambeinentzündung äußert sich nicht mit einem typischen Symptom, was letztendlich die Diagnose erschwert. Charakteristischerweise beginnen die Schmerzen bei einer Schambeinentzündung schleichend und unspezifisch. Betroffene klagen häufig über chronische Schmerzen in der Leistenregion, die nicht selten auch in den Genitalbereich, die untere Bauchmuskulatur, in die Adduktoren, in die Hüfte oder sogar in den Rumpf ausstrahlen können.

Die Diagnose einer Schambeinentzündung stellt für den Arzt eine hohe Herausforderung dar, weil in der Leistengegend viele anatomische Strukturen nah beieinander liegen und damit auch ursächlich für Leistenschmerzen sein können. Hinzu kommt, dass der vermeintliche „Schambein-Schmerz“ nicht zwangsläufig vom Schambein kommen muss, sondern häufig nur in die Schambeinregion projiziert wird. Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass eine Verletzung im Bereich des Schambeins in eine ganz andere Region des Körpers ausstrahlt.

Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, müssen daher zunächst andere Ursachen, wie zum Beispiel eine Adduktorenzerrung, eine „weiche“ Leiste, Hüftpathologien, ISG-Blockaden oder Probleme mit der Wirbelsäule mit ausstrahlenden Rückenschmerzen ausgeschlossen werden.

Therapie-Möglichkeiten

Betroffene hatten in der Vergangenheit die Wahl zwischen einer aufwändigen Operation oder einer monatelangen Ruhigstellung. Nur in seltenen Fällen kommt es bei Betroffenen zu einer Spontanheilung, bei denen die Beschwerden innerhalb von sechs bis zwölf Monaten allein durch Schonung verschwinden.

In der Regel sind konservative Therapieoptionen erforderlich. Sie reichen von nicht invasiven Maßnahmen wie der Physio- oder Stoßwellentherapie, bis hin zu invasiven Maßnahmen wie der Injektionstherapie mit Kortikosteroiden in die Symphyse. Führen sämtliche konservative Maßnahmen zu keiner Schmerzlinderung, kommt als „ultima ratio“ eine Operation in Betracht.

Prävention

Um einer Schambeinverletzung vorzubeugen, sollten Sportler sich adäquat aufwärmen und insbesondere die Adduktoren dehnen. Wichtig ist zudem ein konsequentes Aufbau- und Stabilisationstraining des Stützapparates in der Rumpf- und Bauchmuskelregion

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