Schilddrüsenknoten wie entfernen?

Alternativen ohne Operation, Narkose und Narben

Verbraucher | Volle Kanne - Schilddrüsenknoten wie entfernen?

In Deutschland werden 80.000 bis 100.000 Schilddrüsen pro Jahr operativ entfernt. Doch nicht immer muss das sein – es gibt auch Eingriffe ohne Operation und Narkose.

Beitragslänge:
5 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.05.2017, 10:05

In Deutschland leiden 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung an Schilddrüsenknoten. Durch eine Vergrößerung des Organs können viele Symptome auftreten, wie Halsenge, Druckgefühl, Schluckbeschwerden oder Heiserkeit. Vielen Betroffenen wird schnell zu einer Operation geraten. Dabei gibt es Alternativen, die ohne Narkose, Narben und vor allem ohne die Entnahme des Organs auskommen.

Von Schilddrüsenknoten spricht man, wenn innerhalb der Schilddrüse einzelne Gebiete entstehen, in denen sich Zellen vermehren bzw. vergrößern. Manche Knoten werden zunehmend größer, andere hören ab einem gewissen Punkt auf zu wachsen. Es gibt heiße und kalte Knoten. Bei der Unterscheidung geht es darum, ob sie Hormone produzieren oder nicht. Wenn in dem Knoten mehr Hormone als im normalen Schilddrüsengewebe produziert werden, liegt ein heißer Knoten vor. Wenn weniger oder gar keine Botenstoffe produziert werden, ist das ein kalter Knoten.

Durch eine Vergrößerung des Organs können viele Symptome auftreten, wie Halsenge, Druckgefühl, Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder auch ein Räusperzwang.

Vielen Betroffenen wird schnell zu einer Operation geraten - rund 90.000 Schilddrüsen-OPs gibt es in Deutschland pro Jahr. Man kann davon ausgehen, dass die Rate an Schilddrüsen-Operationen bei uns sicher um den Faktor drei höher ist als zum Beispiel in den Niederlanden oder auch in Großbritannien. Aber auch verglichen mit den USA liegt die OP-Rate in Deutschland höher. Dabei gibt es viele Alternativen, die ohne Narkose, Narben und vor allem ohne die Entnahme des Organs auskommen. Darüber, welche Variante am besten geeignet ist, sollte individuell und gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden.

Warme Temperatur zerstört den Knoten

Eine Alternative mit der der Schilddrüsenknoten zerstört wird, ist die Radiofrequenz-Ablation. Bei der Radiofrequenz-Ablation wird das Gewebe erhitzt: Unter lokaler Betäubung wird eine kleine Sonde durch die Haut in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Dann wird mit Hilfe eines Radiofrequenzgenerators hochfrequenter Wechselstrom erzeugt und durch die Sonde auf den Knoten gelenkt.

Diese Temperaturerhöhung zerstört den Schilddrüsenknoten schonend, das behandelte Gewebe wird danach vom Körper selbstständig abgebaut. Es dauert aber einige Wochen, bis der Knoten sich im Körper abbaut. Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe und Zahl der Schilddrüsenknoten zwischen zehn und 20 Minuten.

Das Ziel der Behandlung ist, dass die Patienten hinterher ohne Medikation auskommen, insbesondere kein Schilddrüsen-Hormon einnehmen müssen, aber auch keine Thyreostatika (Medikamente, die die Schilddrüsen-Hormonprodukion hemmen). Wenn jemand einen großen, heißen Knoten hat, führt das zu einer Überfunktion der Schilddrüse, die man dann entweder mit Thyreostatika behandeln muss oder eben mit einer Thermoablation sanieren kann.

Mikrowellenablation, Ultraschall-Therapie, Laserbehandlung

Weitere Verfahren, die auch mit Wärme arbeiten, sind zum Beispiel die Mikrowellenablation, die Ultraschall-Therapie und die Laserbehandlung:

- Bei der Mikrowellenablation wird eine Sonde in den Knoten eingebracht, die Mikrowellenstrahlen freisetzt. Die Mikrowellenstrahlen erzeugen Wärme, die das erkrankte Gewebe vernichten.

- Bei der Ultraschall-Therapie werden gebündelte Ultraschallwellen auf den Knoten gelenkt, der durch die Hitze der Ultraschallwellen zerstört wird.

- Bei der Laserbehandlung wird eine Lasersonde in den Knoten eingebracht. Dann dringen starke Laserstrahlen in das erkrankte Gewebe ein, das Gewebe wird dann vom Körper abgebaut.

Therapie mit Alkohol oder Radioaktivität

Die Alkoholinstillation wurde in den 1980er und 1990er Jahren in Deutschland häufiger eingesetzt. Hierbei wird sehr hochprozentiger Alkohol in den Knoten hineingespritzt, der den Zellen Flüssigkeit entzieht und die Eiweiße denaturieren lässt. Auf diese Weise wird der Knoten zerstört. Diese Behandlung ist sehr schmerzhaft und kann nur bei kleinen, scharf abgegrenzten Knoten eingesetzt werden.

Bei der Radiojod-Therapie wird eine Kapsel geschluckt, in der radioaktiv markiertes Jod enthalten ist. Diese Kapsel löst sich im Magen auf, die Substanz geht ins Blut und wird von den erkrankten Schilddrüsenzellen aufgenommen. Das Gewebe wird dann über die nächsten Wochen und Monate zerstört. Dieses Verfahren gibt es seit den 1940er Jahren. Es wird sowohl bei gutartigen, als auch bösartigen Schilddrüsen-Erkrankungen eingesetzt und insbesondere bei heißen Knoten, die durch einen Jodmangel entstehen. Bei kalten Knoten ist eine Radiojod-Therapie grundsätzlich nicht möglich, weil das radioaktive Jod nur in Knoten geht, die auch Jod speichern - das heißt bei kalten Knoten kommen nur die Operation oder die Thermoablation in Frage.

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