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Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Wie geht man gegen Schimmel in der Wohnung vor? Beate Uhr, Energieberaterin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gibt Tipps.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.02.2020

Besonders in der kalten Jahreszeit hat Schimmel Hochkonjunktur. Egal ob im Alt- oder Neubau, Schimmelbefall kann jeden treffen. Ist er erst einmal da, wird man ihn oft nur schwer wieder los.

Wie entsteht Schimmel?

Ursachen für Schimmel in der Wohnung können sowohl undichtes Mauerwerk als auch von außen eindringende Feuchtigkeit sein. Das Schimmelwachstum wird im Wesentlichen von drei Faktoren beeinflusst: Feuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffangebot. Nicht immer ist klar, woher der Schimmel kommt bzw. wie stark die Belastung der Wohnräume ist. Dann ist ggf. eine baubiologische Untersuchung sinnvoll.

Dabei werden u.a. Messungen der Feuchtigkeit sowie der Raumluftbelastung durchgeführt und später in einem Labor analysiert. Außerdem besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, mithilfe eines Schimmelspürhundes die Quelle des Befalls zu finden.

Wie kann sich Schimmel auf die Gesundheit auswirken?

Schimmelpilze verteilen ihre Sporen in der Luft, Menschen atmen sie ein. Dadurch kann man krank werden. Die Sporen können neben Augen-, Atemwegs- und Schleimhautreizungen auch Hautreizungen, Allergien, Husten, Kopfweh, Müdigkeit und in selteneren Fällen auch Infektionen auslösen. Aber: Es ist schwierig, diese Symptome direkt auf die Schimmelbelastung zurückzuführen, denn die teils unspezifischen Symptome können auch auf andere Krankheiten zutreffen. Daher sollte man Beschwerden von einem Arzt abklären lassen.

Besonders anfällig sind Allergiker und Asthmatiker und Personen mit einem geschwächten Immunsystem – bei ihnen kann Schimmel sogar zu einer Lungenentzündung führen, die nur schwer zu behandeln ist. Wichtig: Kinder müssen geschützt werden, denn sie reagieren besonders empfindlich und sind bis zu einem bestimmten Alter nicht in der Lage, mögliche Beschwerden mitzuteilen.

Schimmel selbst beseitigen

Um weitere Schäden zu vermeiden, sollten Schimmelpilze möglichst schnell, effektiv und vor allem vollständig entfernt werden. Von glatten Oberflächen kann er recht problemlos mit einem Haushaltsreiniger weggewischt werden. Das funktioniert aber nicht bei porösen Materialien wie Mauerwerk, Tapeten und Deckenverschalungen. Diese Baustoffe müssen bei Schimmelpilzbefall entfernt werden. Auch Polstermöbel und Textilien lassen sich nur sehr schwer von Schimmelpilzen befreien und können oft nur noch entsorgt werden.

Kleinere Stellen bis zu einem halben Quadratmeter lassen sich meist in Eigenregie behandeln. Dafür sind Ethanol (70- bis 80-prozentiger Ethylalkohol, Brennspiritus) oder auch Wasserstoffperoxyd besser geeignet als Essigsäure. Experten empfehlen folgende Schutzmaßnahmen: Schimmelpilze nicht mit den Händen berühren, Schimmelpilzsporen nicht einatmen, sondern einen Mundschutz tragen, Staubschutzbrille tragen, damit die Sporen nicht in die Augen gelangen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sollte man duschen und die Kleidung waschen.

Wann der Spezialist ran muss

Große befallene Stellen sollten von spezialisierten Firmen saniert werden. Nur diese kennen die nötigen Techniken, Schutzvorkehrungen und aktuellen Vorschriften. Vor einer Beauftragung sollte man sich nach den vorhandenen Qualifikationen (Zertifikate) zum Erkennen, Bewerten und Sanieren von Schimmelschäden erkundigen.

Handelt es sich um eine Mietwohnung, muss außerdem vorher geklärt werden, wer die Kosten für die Baumaßnahmen trägt. Bei juristischen Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern sind Schimmelschäden in Mietwohnungen mittlerweile das mit Abstand häufigste Streitthema, heißt es beim Bundesverband Schimmelpilz-Sanierung (BBS). Leider lässt sich oft nur schwer feststellen, wer oder was genau die Schimmelbildung verursacht hat: eine mangelhafte Baukonstruktion oder das individuelle Wohnverhalten, da häufig mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Wie lässt sich Schimmelbildung vermeiden?

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