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Schlaganfall: Symptome und Warnzeichen

Jedes Jahr sind etwa 270.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen und viele merken anfangs nicht davon. Auch junge Menschen kann es treffen. Wie erkennt man einen Schlaganfall und was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

5 min
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29.10.2020
29.10.2020
Video verfügbar bis 29.10.2021

Der Begriff Schlaganfall ist ein Oberbegriff und beschreibt verschiedene Krankheitsbilder. Geschätzt sind jedes Jahr etwa 270.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Die Krankheit bezeichnet eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, die lebensbedrohliche Einschränkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben kann.

Formen des Schlaganfalls

Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Arten eines Schlaganfalls:

1. Der Hirninfarkt: Er entsteht durch einen Gefäßverschluss, also durch eine Störung der Durchblutung. Diese Ursache wird auch als Ischämie bezeichnet, was so viel bedeutet wie Minderdurchblutung oder Durchblutungsausfall. Dabei können Hirnarterien zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verstopft sein. Dieses kann sich in lebenswichtigen Gefäßen bilden, wie zum Beispiel der Halsschlagader, die dann nicht mehr richtig durchblutet werden können. Eine andere Möglichkeit: Ein Gefäß, in dem vorher bereits Ablagerungen entstanden sind, verkalkt zunehmend, bis es im schlimmsten Fall irgendwann völlig verstopft ist. Bei einem Hirninfarkt können sehr schnell Bereiche im Gehirn absterben, sodass es zu lebensbedrohlichen oder langfristigen Einschränkungen kommen kann.

2. Die Hirnblutung: Platzt ein blutversorgendes Gefäß im Gehirn, spricht man von einer Hirnblutung. Meistens geht der Gefäßschädigung eine Verkalkung voraus, sodass das Gewebe bereits geschädigt war. Die Ursache kann auch eine Gefäßaussackung, ein sogenanntes Aneurysma sein, das eine dünnere Wand hat und plötzlich platzen kann. Häufig ist Bluthochdruck Ursache für eine Hirnblutung.

3. Die Transitorisch Ischämische Attacke (TIA): Ist die Durchblutungsstörung nur kurz, spricht man von einem „kleinen Schlaganfall“. Die Symptome sind ähnlich dem Hirninfarkt oder der Hirnblutung und weisen ebenso auf einen lebensbedrohlichen Notfall hin. Allerdings sind die Symptome fast immer komplett reversibel.

Schlaganfall und Covid-19

Aktuellen Studien zufolge spielt die Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus eine Rolle in Bezug auf das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Dem zugrunde liegt eine Untersuchung eines amerikanischen Neurologen, der die Häufigkeit von Schlaganfällen in Folge einer Grippe-Erkrankung und COVID-19 verglichen hat. Demnach hatten 1,6 Prozent der COVID-19-Patienten einen Gefäßverschluss, aber nur 0,2 Prozent der Grippepatienten. Insgesamt deutet einiges darauf hin, dass COVID-19 zu neurologischen Folgeerkrankungen führt, die unter anderem auch zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko beitragen könnten. Einige Mediziner machten auch die Beobachtung, dass ein Schlaganfall – gerade bei jungen Patienten – ein Symptom von COVID-19 sein kann.

Symptome erkennen: FAST

Um die Symptome eines Schlaganfalls so schnell und präzise wie möglich zu erkennen, sollte man sich an der Eselsbrücke FAST orientieren:

F – FACE: Ist das Gesicht halbseitig gelähmt? Das findet man heraus, indem die betroffene Person lächelt. Hängt ein Mundwinkel nach unten, könnte das ein mögliches Symptom sein.

A – ARMS: Können die Arme gehoben und gedreht werden? Dazu soll der Betroffene beide Arme gleichzeitig nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Hängt ein Arm herab oder wird er nicht richtig gedreht, deutet das auf ein Symptom hin.

S – SPEECH:
Kann der Betroffene korrekt und verständlich sprechen? Falls er lallt oder sich vermeintlich wirr ausdrückt, könnte dies auf einen Schlaganfall hindeuten.

T – TIME: Ist einer oder mehrerer dieser Tests auffällig, sofort den Notarzt unter 112 verständigen.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat den FAST-Test auch als App entwickelt. Diese lässt sich für alle Apple- und Android-Systeme herunterladen.

Behandlungsmöglichkeiten

Um einen Schlaganfall zu erkennen und vollständig einschätzen zu können, machen Mediziner ein MRT oder CT. Auf den Bildern ist das Ausmaß des Schlaganfalls zu erkennen; also welcher Bereich des Gehirns wie stark betroffen ist. Anhand der bildgebenden Verfahren wird auch unterschieden, ob es sich um einen Hirninfarkt oder eine Hirnblutung handelt. Je nach der Art der Durchblutungsstörung werden verschiedene Therapien eingesetzt.

Die Lyse-Therapie ist bei Hirninfarkten eine der häufigsten und effektivsten Therapien. Dabei werden Medikamente verwendet, die das Gerinnsel auflösen sollen. Diese werden entweder über die Vene verabreicht oder über einen Katheter direkt in das betroffene Gefäß gespritzt. Allerdings wirkt die Lyse in den meisten Fällen nur in einem bestimmten Zeitfenster, nämlich etwa vier bis viereinhalb Stunden nach den ersten Symptomen. Nur dann werden die besten Erfolge erzielt und langfristige Einschränkungen vermieden. Ist das Gerinnsel etwas größer, wird es chirurgisch über einen Katheter entfernt. Diese Behandlung nennt man Thrombektomie.
Bei einer Hirnblutung gilt es, den Druck auf das Hirngewebe, der durch den Bluterguss entsteht, zu reduzieren. Das geschieht meist operativ. Ein Stück des Schädelknochens wird entfernt, damit sich das Gehirn ausdehnen kann. Gegebenenfalls werden auch Blutklumpen oder bereits abgestorbenes Gewebe entfernt. Hat sich das Gehirn erholt, kann der Schädelknochen wieder eingesetzt werden.

Nach der Akutversorgung kommt eine Reha auf die Betroffenen zu. Denn viele müssen wieder lernen, sicher zu gehen, ihre Bewegungen zu kontrollieren oder Sprechschwierigkeiten zu überwinden. Die Rehamaßnahmen bestehen häufig aus neurologischen Untersuchungen, Physio- und Ergotherapie, sowie psychotherapeutischer Betreuung.

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