Schmerzhafte Gürtelrose

Verbraucher | Volle Kanne - Schmerzhafte Gürtelrose

Nur ein einfacher Hautausschlag? Oder vielleicht doch eine durchaus gefährliche Gürtelrose? Bei Verdacht darauf sollte man einen Hautarzt aufsuchen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.02.2018, 09:05

In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 Menschen an der zumeist sehr schmerzhaften Gürtelrose. Betroffen sind vor allem Menschen im Alter über fünfzig Jahren und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Auslöser dafür können unter anderem starker Stress oder andere Erkrankungen sein, die die Schutzfunktionen des Immunsystems herabsetzen.

Ursachen und Symptome

An Gürtelrose können nur Menschen erkranken, die bereits die Windpocken hatten. Die verantwortlichen Varizella-Zoster-Viren haben sich stumm in die Nerven des Rückenmarks zurückgezogen und breiten sich bei einer Gürtelrose erneut über die entzündeten Nerven in der Haut aus. In der Regel beginnt die Erkrankung mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber sowie einem Kribbeln und Jucken an der betroffenen Hautstelle. Hier bilden sich Rötungen und kleine Knötchen, meist am Rumpf oder Bauch.

Der typische Ausschlag der Gürtelrose tritt zumeist auf einer Körperhälfte streifenartig in Form eines Gürtels auf. Er kann aber auch Arme, Kopf, Gesicht, Augen oder Ohren befallen. Aus den Knötchen entwickeln sich in wenigen Stunden mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Da Nerven von der Entzündung betroffen sind, ist die Gürtelrose zumeist begleitet von starken stechenden Schmerzen. Die Krankheit ist für Menschen, die keine Varizella-Zoster-Viren im Körper haben, hochgradig ansteckend. Sie erkranken bei einer Ansteckung allerdings an Windpocken.

Die Diagnose

Oft wird die Krankheit spät diagnostiziert, da Betroffene sie mit einem Ekzem verwechseln und nicht zum Arzt gehen. Genaue Diagnosen kann ein Hautarzt stellen, der den Ausschlag zuordnen kann.

Weitere Diagnoseverfahren sind der Nachweis von vermehrten Antikörpern gegen das Virus im Blut und der Nachweis der Viren in der Flüssigkeit des Ausschlags über einen Abstrich. Die starken Schmerzen führen nicht selten erstmal zu einer Fehldiagnose (zum Beispiel Herzinfarkt).

Die Therapie

Die Haut rund um die Region des Ausschlags muss sauber gehalten werden. Antiseptische Gele, Salben oder Lotionen helfen, den Ausschlag abzuheilen und verkrusten zu lassen (in vier bis sechs Wochen). Die Bläschen dürfen nicht aufgekratzt werden. Meist verschwindet der Ausschlag vollständig. Es können aber auch Pigment- oder Sensibilitätsstörungen auf der Haut zurückbleiben. Weiterhin können diverse Medikamente (Paracetamol, Kortison bis hin zu Sympathikusblockern) helfen, das Fieber zu senken, die Entzündung zu hemmen und die Schmerzen zu lindern. Oft (vor allem bei älteren Patienten) werden zusätzlich antivirale Medikamente eingesetzt.

Empfehlenswert ist die individuelle Therapie der Schmerzen in einem Schmerzzentrum mit zusätzlichen nicht-medikamentösen Bausteinen wie Biofeedback, Entspannung oder Muskelentspannung. Das gilt besonders deshalb, weil die Gefahr besteht, dass die Nervenschmerzen chronisch werden.

In der Regel heilt die Gürtelrose in vier bis sechs Wochen vollständig ab, doch bei etwa jedem zehnten Patienten besteht die Gefahr, dass sich eine Post-Zoster-Neuralgie entwickelt. Die kann in der Folge so starke Schmerzen verursachen, dass Betroffene sogar in den Suizid getrieben werden. Hier kann eine intensive Schmerztherapie mit Opioiden oder Psychotherapie nötig werden.

Prognose und Vorbeugung

Dass eine geschlossene Gürtelrose zum Tode führt, ist nur ein Mythos. Sehr gefährlich werden kann die Krankheit aber für Menschen mit stark herabgesetzten Schutzfunktionen des Immunsystems (beispielsweise bei Krebserkrankungen oder Aids). Seit 2013 besteht für Menschen über 50 die Möglichkeit einer Schutzimpfung, Sie sollte von Fall zu Fall genau mit dem Arzt abgesprochen werden. Das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, soll laut Studienergebnissen bis zu zwei Drittel gesenkt werden, doch ein Impfschutz über fünf Jahre hinaus wird noch diskutiert. Die Impfung wird von den meisten Krankenkassen nicht erstattet.

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