Sonnenschutz für die Haut

Eigenschutzzeit und Lichtschutzfaktor beachten

Verbraucher | Volle Kanne - Sonnenschutz für die Haut

Die Kraft der Sonne sollte man auch dann beachten, wenn es bewölkt ist. Es kommt auf den richtigen Sonnenschutz an. Sonst drohen Sonnenbrand, Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.07.2017, 10:05

Eigentlich sollte Sonnenschutz heutzutage selbstverständlich sein, doch das Bedürfnis nach der perfekten Bräune lässt so manchen Sonnenanbeter vergessen, sich vor den gefährlichen Strahlen zu schützen. Wer sich nicht vor den UV-Strahlen schützt, riskiert aber einen Sonnenbrand und das Hautkrebsrisiko steigt.

Wer sich in der Sonne aufhält, muss sich schützen. Denn die UV-Strahlen des Sonnenlichtes, genauer gesagt die UV-A und UV-B Strahlen, sind schädlich für unsere Haut. Die UV-A Strahlen sind auch vorhanden, wenn der Himmel bewölkt ist. Sie verursachen Unverträglichkeiten wie zum Beispiel Sonnenallergien, Pigmentstörungen und begünstigen die Alterung der Haut. Die UV-B Strahlen sorgen dafür, dass unsere Haut gebräunt wird. Gleichzeitig können sie aber auch Sonnenbrände, also Entzündungsreaktionen oder Blasenbildungen, auslösen.

Die Entzündungsreaktionen sind erste Anzeichen von Verbrennungen. Das Hautkrebsrisiko steigt mit jedem Sonnenbrand, den die Haut erlebt hat. Die Zahlen sprechen für sich: Laut Angaben der deutschen Krebshilfe erkranken jährlich knapp 230.000 Menschen an Hautkrebs und die Zahlen nehmen weiterhin zu. Auch die Hautalterung wird negativ beeinflusst. Deshalb gilt: Sonnenschutz ist ein Muss!

Eigenschutzzeit und Lichtschutzfaktor

Die Haut hat eine Eigenschutzzeit, das heißt, in einem bestimmten Zeitfenster braucht die Haut keinen Schutz vor der Sonne. Wird das Zeitfenster aber überschritten, kommt es ohne einen zusätzlichen Schutz mit der Sonnencreme zum Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit variiert je nach Hauttyp. Beim keltischen Hauttyp beträgt sie nur maximal fünf Minuten. Je dunkler der Hauttyp ist, desto höher ist auch die Eigenschutzzeit. Hauttyp zwei kann ohne Schutz etwa zehn Minuten in der Sonne bleiben. Hauttyp drei schafft etwa fünfzehn Minuten, Hauttyp vier hält es circa 20 Minuten ohne Sonnenschutz aus. Die Eigenschutzzeit ist auch wichtig, um den individuell richtigen Lichtschutzfaktor zu wählen.

Essentiell beim richtigen Sonnenschutz ist der Lichtschutzfaktor (LSF). Je nach Hauttyp sollte man den entsprechenden Lichtschutzfaktor auswählen: Menschen mit sehr heller Haut und Sommersprossen sollten in jedem Fall zu einem hohen Lichtschutzfaktor (im Idealfall LSF 50) greifen. Nordeuropäische Hauttypen, etwa mit wenigen Sommersprossen und blond-braunen Haaren, sollten zu LSF 30 greifen. Bei dunkleren Hauttypen mit braunen Haaren und vorgebräunter Haut reicht ein Lichtschutzfaktor von 20 aus. Wer einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor aufträgt, kann aber nicht unbegrenzt in der Sonne bleiben. Trägt man beispielsweise LSF 30, darf man 30-mal länger in der Sonne bleiben als ohne Schutz. Sollte man aber nicht ganz ausreizen: Hautärzte raten, nach 75 Prozent der Zeit aus der Sonne zu gehen.

Schutz vor der UV-Strahlung

Die klassischen Sonnencremes werden in unterschiedlichen Varianten angeboten. Es gibt sie mit chemischen oder physikalischen Filtern. Sonnencremes mit chemischen Filtern enthalten organische Verbindungen, die vor der UV-Strahlung schützen. Sonnenschutz mit einem physikalischen Filter enthält mineralische Bestandteile, die als Spiegel auf der Haut fungieren und so die UV-Strahlung reflektieren.

Beim Auftragen der Sonnencreme gilt: Viel hilft viel. Allein im Gesicht sollte ein Teelöffel Sonnencreme benutzt werden; für die anderen Körperteile entsprechend mehr, zum Beispiel für die Arme circa drei Teelöffel. Der Sonnenschutz besteht nicht sofort nach dem Auftragen, deshalb sollte man sich schon etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne eincremen.

Kommt es doch mal zu einem Sonnenbrand, kann die gereizte Haut mit After-Sun-Produkten beruhigt werden. Die Produkte haben auch eine kühlende und feuchtigkeitsspendende Wirkung. Auf keinen Fall sollten Kühlakkus aus dem Eisfach auf die betroffene Stelle gelegt werden, denn dadurch kann es zu Erfrierungen kommen.

Sonnenschutzprodukte mit Siegel

Von Make-Up mit Lichtschutzfaktor über die richtige Sonnenbrille bis hin zu spezieller UV-Schutz-Kleidung - der Markt an Sonnenschutzprodukten ist riesig. Bei der Auswahl sollte man stets darauf achten, dass die Produkte zertifiziert und geprüft sind (bei Sonnenbrillen sieht man es zum Beispiel am CE-Zeichen).

Bei der UV-Schutz-Kleidung sollte man darauf achten, dass die Kleidung sehr dicht verarbeitet wurde und durch ein Prüfsiegel gekennzeichnet ist. Am verlässlichsten hat sich bei der UV-Kleidung das Prüfsiegel „UV-Standard 801“ gezeigt: Die Kleidung schützt dann auch bei Nässe oder wenn sie schon mehrfach gewaschen wurde.

Die Sonne meiden

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Wenn man sich der Sonne aussetzt, sollte man dies nur mit hohem Lichtschutzfaktor tun. Zur frühen Erkennung eines Krebses sollte man regelmäßig seine Haut selbst untersuchen und bei auftretenden Veränderungen rasch zum Arzt gehen. Zudem ist es ratsam, die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung wahrzunehmen.

Ab 35 Jahren bietet der Gesetzgeber Männern und Frauen die Möglichkeit, beim Hautarzt ein Hautkrebsscreening machen zu lassen und dieses alle zwei Jahre zu wiederholen. Dabei wird die gesamte Haut auf Anzeichen auf Hautkrebs und Krebsvorstufen untersucht.

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