Schwarzarbeit im Haushalt

Keine Absicherung für Putzhilfen und Auftraggeber

Verbraucher | Volle Kanne - Schwarzarbeit im Haushalt

Über 80 Prozent der Haushaltshilfen in Deutschland sind schwarz beschäftigt. Eine Anmeldung bei der Minijob-Zentrale ist für alle Beteiligten sicherer - und nicht viel teurer.

Beitragslänge:
5 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.08.2017, 14:00

Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft arbeiten 80 Prozent aller Haushaltshilfen schwarz – trotz Einführung von mehr Minijobs in Privathaushalten. Das kann weitreichende Folgen haben. Dabei ist die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale gar nicht so schwierig und hat sogar Vorteile.

Schwarzarbeit ist noch immer ein Thema in Deutschland: 3,6 Millionen Haushaltshilfen putzen, kochen oder waschen in Privathaushalten – rund drei Millionen von ihnen schwarz. Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Viele Auftraggeber scheinen nur die vermeintlich positiven Seiten im Blick zu haben: wenig Aufwand, keine Steuern. Dass es eine Ordnungswidrigkeit ist, die Haushaltshilfe nicht anzumelden, rückt dabei in den Hintergrund. Dabei können Verstöße mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro und sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. Außerdem kann die Sozialversicherung die ausgefallenen Beiträge für bis zu vier Jahre rückwirkend fordern. Christoph Burgmer, Fachanwalt für Arbeitsrecht, warnt: „Auch im Alltag können sich viele Situationen ergeben, in denen ein illegales Arbeitsverhältnis zum Problem wird – insbesondere für den Auftraggeber.“

Der Auftraggeber haftet

Denn wenn das Arbeitsverhältnis nicht offiziell geregelt ist, haftet dieser für seine Putzkraft – beispielsweise bei Unfällen: Die Haushaltshilfe ist zwar durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Die Versicherung kann sich aber bei nachgewiesener Schwarzarbeit die Kosten vom Auftraggeber zurückholen. Dieser muss dann eventuelle Krankenhaus- oder Reha-Kosten und unter Umständen auch eine lebenslange Unfallrente zahlen. Dabei ist es egal, ob der Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin passiert. Der Auftraggeber haftet auch, wenn die Schwarzarbeiter einen Dritten verletzen.

„Wenn die illegale Haushaltshilfe versehentlich etwas beschädigt, tritt weder die Haftpflichtversicherung der Putzhilfe noch die des Auftraggebers ein“, so der Arbeitsrechtler Christoph Burgmer. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz allerdings muss die Putzfrau den Schaden – wie ein normaler Arbeitnehmer – selbst tragen.

Von der Steuer absetzen

Wer seine Haushaltshilfe anmeldet und Steuern zahlt, kann bis zu 20 Prozent der Ausgaben für die private Haushaltshilfe von der Steuer absetzen – maximal werden 510 Euro im Jahr berücksichtigt. Bei Unfällen ist der Auftraggeber außerdem nicht finanziell verantwortlich, sondern die gesetzliche Unfallversicherung kommt für die Kosten auf. Die Minijobber bekommen „brutto für netto“, haben einen Urlaubsanspruch und im Krankheitsfall wird bis zu sechs Wochen der Lohn weitergezahlt. Außerdem erwerben sie Rentenansprüche, die sie aufstocken können.

Wichtig ist es in jedem Fall, sich von seiner Haushaltshilfe unterschreiben lassen, dass sie keine weiteren Jobs hat, beziehungsweise nicht über der Verdienstgrenze von 450 Euro pro Monat liegt, denn sonst drohen dem Arbeitgeber unter Umständen Nachzahlungen, etwa von Sozialversicherungsbeiträgen.

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