Sehsturz

Erblindung durch Augeninfarkt?

Den Hörsturz oder Herzinfarkt kennt fast jeder, den Sehsturz aber nicht. Führt so ein Augeninfarkt zu einer vollständigen und unheilbaren Erblindung? Was verbirgt sich dahinter?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.09.2020

Beim Augeninfarkt bzw. Sehsturz – so wie es im Volksmund genannt wird – handelt es sich um eine Durchblutungsstörung im Auge. Dieser verminderte Blutfluss wird von Medizinern als Ischämie bezeichnet. Bei einem Sehsturz spricht man also von einem Gefäßverschluss.

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten: Den arteriellen Verschluss oder den venösen Verschluss.

Allgemeine Unterscheidung:

In rund 90 Prozent aller Fälle handelt es sich um einen Verschluss der Venen, in den anderen 10 Prozent der Fälle um einen arteriellen Verschluss. Beim venösen Verschluss wird noch zwischen dem Verschluss eines Venenasts oder der Zentralvene unterschieden.

Symptome:

Sehtest verschwommene Bilder
Quelle: imago

Plötzliche, erhebliche Einschränkung der Sehschärfe auf einem Auge. Man sieht nur noch verschwommen und verschleiert, in vielen Fällen so gut wie gar nichts mehr. Schmerzen hat man allerdings keine. Nicht immer bemerken Patienten den Sehsturz, denn das normal sehende Auge kompensiert die Sehschwäche des anderen Auges. So bemerken Betroffene einen leichteren Sehinfarkt häufig gar nicht. Dabei ist es für die Behandlung sehr wichtig, möglichst schnell zum Arzt zu gehen. Beim arteriellen Verschluss können die ersten Stunden nach dem Vorfall darüber entscheiden, ob man die Sehkraft noch retten kann. Beim venösen sollte man spätestens innerhalb einer Woche nach dem Vorfall zum Arzt.

Ursachen:

Arterien führen sauerstoffreiches Blut in das Auge. Wird dieser Transport unterbrochen, wird das Auge nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Die Sehschärfe wird massiv eingeschränkt.

Venen leiten das Blut vom Auge wieder zurück in den Körper. Wird hier der Blutfluss unterbrochen, kommt es ebenfalls zu einer starken Einschränkung der Sehschärfe. Am häufigsten steckt hinter diesen Verschlüssen und Verengungen eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Es handelt sich dabei um Ablagerungen aus Fett und Kalk. Und die haben Auswirkungen auf die Venen. Denn: Im Sehnerv liegen Vene und Arterie eng beieinander. Wächst der Umfang der Arterie aufgrund dieser Ablagerungen, drückt sie die Vene zusammen. Das Blut kann dann in der Vene nicht mehr ungehindert weiterfließen. Es kommt zum Blutstau und oftmals zur Schwellung der Netzhaut. Die Konsequenzs ist eine massive Einschränkung der Sehschärfe auf einem Auge.

Grundsätzlich trifft es wesentlich häufiger Männer als Frauen, und zwar im Alter von über 50 Jahren. Außerdem typische Risikofaktoren: Hoher Blutdruck, Diabetes, hohe Blutfettwerte, starkes Rauchen und Bewegungsmangel. Auch können vorherige Verschlüsse an anderen Gefäßen, an anderen Körperteilen und Organen (Vorerkrankungen) eine Rolle beim Sehsturz spielen.

Behandlung: 

Beim arteriellen Verschluss werden die Sehnerven so stark geschädigt, dass sie nicht mehr gerettet werden können. Die Patienten bleiben dann auf einem Auge blind.

Den venösen Verschluss hingegen kann man meistens gut heilen- vorausgesetzt der Patient kommt rechtzeitig zur Behandlung.

Ein Medikament, das über eine Spritze direkt in das Auge gegeben wird, bewirkt, dass die Schwellung sich auflöst. Die Sehschärfe kann wiederhergestellt werden. Es wirkt allerdings nur vier Wochen, so dass der Vorgang wiederholt werden muss. Ein erster Behandlungszyklus umfasst drei Spritzen. Je nachdem wie gut die Schwellung abklingt, sind weitere Injektionen in immer größeren Abständen notwendig. Das kann eine Behandlung von bis zu einem Jahr oder sogar länger bedeuten. Oftmals muss man aber mit einer kleinen Einbuße der vorherigen Sehschärfe rechnen. Aber durch die Behandlung erreichen viele Patienten wieder ein Sehvermögen, das bei 60-80 Prozent ihres alten liegt.

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