Datensauger Windows 10

So bändigen Sie die Datensammelwut

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Verbraucher | Volle Kanne - Datensauger Windows 10

Microsofts neues Betriebssystem Windows 10 steht in der Kritik: Die Software soll das Nutzungsverhalten am Computer ausspähen. "Volle Kanne"-Computerexperte Stephan Mündges klärt auf.

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Noch bis Freitag, 29. Juli 2016, gibt es das aktuelle Betriebssystem Windows 10 von Microsoft als kostenlosen Download. Ab Samstag muss dann dafür bezahlt werden. Im Zuge der Einführung schlugen Datenschützer Alarm. „Eine Art private Abhöranlage“ – so nannte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Windows 10. "Volle Kanne" zeigt, wie Sie mehr Kontrolle über Ihre Daten erlangen.

Auf 38 Seiten erklärt der US-Konzern in seinen Datenschutzbestimmungen, was er wie und wofür aufzeichnet. Kaum ein Nutzer wird sich das vor der Installation von Windows 10 durchlesen. Deshalb hier die Kurzform: Microsoft speichert eine gewaltige Menge unserer Daten: Sprachdaten, Kameradaten, es wird aufgezeichnet, wie schnell und korrekt wir tippen, Microsoft schaut in unsere Kalender, Kontakte, checkt welche Software auf unseren Geräten installiert ist, wertet unseren Standort aus, überwacht unsere App-Nutzung.

Draht zu Microsoft

Dass Microsoft so viele unserer Daten sammeln kann, hat drei Gründe: Inzwischen ist auch Windows fast durchgehend mit dem Internet verbunden. Neben dem Betriebssystem Windows 10 bietet das Unternehmen mittlerweile eine Menge anderer Software und Online-Dienste an, zum Beispiel den Cloudservice OneDrive, den Windows AppStore, den persönlichen digitalen Assistenten Cortana oder auch den Klassiker Microsoft Office. Bei der Nutzung all dieser Dienste fallen Daten an.

Zudem ist Windows 10 ein geräteübergreifendes System; es läuft nicht nur auf PCs und Laptops, sondern auch auf Tablets, Smartphones, Microsofts Spielekonsole XBox und demnächst vermutlich auch auf ganz normalen Haushaltsgeräten. Kein Scherz: ein Kühlschrank, der mit Windows 10 läuft, ist durchaus denkbar. Die verschiedenen Geräte können einfach miteinander vernetzt werden. Das ist für die Nutzer echt praktisch – und für Microsoft Gold wert. Die lernen so nämlich noch mehr über ihre Kunden.

Alternativen zu Windows

Es gibt Alternativen zum scheinbar omnipräsenten Windows, zum Beispiel das Betriebssystem Ubuntu. Dahinter steckt ein kostenloses Betriebssystem, das von einer Stiftung immer weiter entwickelt wird. Dass Microsofts Quasi-Monopol bei Betriebssystemen für Laptops und PCs bald endet, ist trotz Datensammelei eher unwahrscheinlich. Schließlich werden viele der neu verkauften PCs und Laptops heute schon mit einer vorinstallierten Windows-10-Version ausgeliefert.

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