Langsames WLAN

So surfen Sie zu Hause schneller

Verbraucher | Volle Kanne - Langsames WLAN

Dank WLAN kann man mit voller Geschwindigkeit surfen, ohne dass nervige Kabel herumliegen - so zumindest die Theorie. "Volle Kanne" verrät, wie man dem WLAN auch praktisch auf die Sprünge hilft.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.09.2017, 14:00

Dank WLAN kann man in den eigenen vier Wänden überall mit voller Geschwindigkeit surfen, ohne dass nervige Strippen herumliegen. So zumindest die Theorie. In der Realität ist es meist so, dass die drahtlose Internetverbindung nicht einmal bis ins Zimmer nebenan reicht oder Daten nur im Schneckentempo übertragen werden. Doch woran liegt das? Und was kann man tun, wenn das WLAN im hintersten Zimmer streikt?

Gerade in Städten und Wohnhäusern mit mehreren Parteien gibt es viele WLAN-Netze, die sich gegenseitig stören, weil sie auf dem gleichen Kanal funken. So wird das WLAN zum WLAHM. Abhilfe schafft unter Umständen ein Wechsel des Funkkanals.

So optimieren Sie Ihr WLAN

Wie man den Funkkanal wechselt, variiert von Router zu Router. Eine Anleitung finden Sie auf der jeweiligen Herstellerseite. Um auf den Router zugreifen zu können, müssen Sie in die Adresszeile des Browsers die IP-Adresse oder Schlüsselwörter wie beispielsweise "fritz.box" oder "speedport.ip" eingeben.

Nach dem Einloggen suchen Sie nach der Option "Funkkanal-Einstellungen anpassen" und dort nach Möglichkeit einen komplett ungenutzten Funkkanal. Moderne Router besitzen inzwischen häufig eine automatische Kanalwahl. Ist diese Funktion aktiviert, sucht er selbst den günstigsten Funkkanal.

WLAN-Frequenzen

Nicht nur der Funkkanal ist entscheidend für guten oder schlechten Empfang - auch die Funkfrequenz spielt eine Rolle. In Deutschland funken WLANs entweder auf 2,4 oder 5-Gigahertz. Die meisten Router nutzen die 2,4-Gigahertz-Frequenz, obwohl das 5-Gigahertz-Band deutlich mehr Funkkanäle bietet und deshalb weniger störanfällig ist.

Um einen Funkkanal auf der 5-Gigahertz-Frequenz auszuwählen, brauchen Sie einen Dualband-Router, der mindestens den "ac"-Standard beherrscht und damit auf beiden Frequenzen funken kann. Auch Ihr PC, Tablet oder Smartphone muss 5-Gigahertz-fähig sein. Nachrüsten geht mit Adaptern.

Kosten für technische Hilfe

Einige Verbraucherzentralen, wie beispielsweise die in Rheinland-Pfalz, bieten im Bereich Telekommunikation und Medien eine kostenlose Beratung zu technischen Internet-Fragen. Sollten Sie sich auch mit deren Hilfe nicht zutrauen, den Funkkanal selbst zu wechseln, holen Sie sich einen IT-Experten ins Haus - am besten auf Empfehlung aus Ihrem Bekanntenkreis.

Die Gebühren für solche IT-Dienstleistungen variieren stark und hängen u.a. davon ab, ob Sie dort auch technische Geräte wie Router, Repeater & Co. kaufen oder nur eine Serviceleistung abrufen. Laut Michael Gundall, dem IT-Experten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, ist für Hilfe beim Funkkanal-Einstellen eine Servicepauschale in Höhe von 70 bis 100 Euro angemessen. Preislich liegt das im Rahmen dessen, was die Telekom für ihren Vor-Ort-Service für die Einrichtung eines Routers in Rechnung stellt.

Repeater

Das Praktische an Repeatern: Ihre Position ist flexibel und sie lassen sich prinzipiell an jeder Steckdose im Haus oder in der Wohnung anschließen. Der Repeater gehört etwa auf halbe Strecke zwischen Router und Endgerät in eine beliebige Steckdose. Per Knopfdruck und Setup-Assistent stellen Sie eine WLAN-Verbindung zwischen beiden her. Im Anschluss verstärkt der Repeater das Routersignal, indem er ein zusätzliches Funknetz aufbaut. Wichtig ist, dass der Repeater immer eine ausreichend stabile Verbindung zum WLAN-Router herstellen kann. Ist das Gerät einmal konfiguriert, lässt es sich je nach Bedarf an anderen Stellen im Haushalt einsetzen.

Powerline-Adapter

Statt per Funk verteilen Powerline-Adapter das Routersignal über das Stromnetz und überbrücken so größere Strecken und sogar Stockwerke. Powerlines setzen einen geschlossenen Stromkreis voraus. Da Häuser in der Regel jedoch mehrere Stromkreise haben, kann es sein, dass die Signal-Übertragung deshalb nicht klappt. Moderne Adapter des Standards "HomePlug AV2" mit MIMO-Technik lösen das Problem, da sie alle drei Adern eines Stromnetzes in beliebiger Kombination nutzen. Sind alle Wandsteckdosen im Haushalt bereits belegt, kommt nur ein Powerline-Adapter-Kit WLAN mit integrierten Steckdosen infrage. Denn an einer Mehrfachsteckdose sinkt die Übertragungsleistung erheblich ab. Wollen Sie WLAN in viele Räume oder über schlechte Leitungen verteilen, gilt grundsätzlich: Je höher die Datenübertragungsrate der Powerline-Adapter, desto besser.

Kritikpunkt Elektrosmog

Streikt das WLAN in manchen Ecken der Wohnung, können Sie versuchen, das Funksignal per Repeater oder Powerline-Adapter in andere Räume oder Stockwerke zu verteilen. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die in diesem Zusammenhang vor Elektrosmog warnen. Gerade dank der Powerline-Adapter, die das WLAN-Signal über das Stromnetz verteilen, würde jede einzelne Stromleitung im Gebäude aufgrund der hochfrequenten Übertragung zu einem Funksender. Ein Grund, warum sich auch Amateur-Funker an dieser Technik stören.

Ende des Routerzwangs

Seit dem 1. August 2016 dürfen Internetanbieter ihren Kunden nicht mehr vorschreiben, welchen Router bzw. welches Modem sie nutzen, um im Internet zu surfen. Bisher bestanden viele Anbieter – allen voran die Kabelnetzbetreiber – darauf, dass ihre Kunden für die Internetverbindung Geräte des Netzbetreibers nutzen. Seit Anfang August haben Neukunden und Bestandskunden im Fall einer Vertragsverlängerung nun das Recht, Geräte ihrer Wahl zu verwenden. Die Anbieter sind verpflichtet, ihren Kunden die nötigen Informationen zu geben, um ein eigenes Gerät in Betrieb nehmen zu können – zum Beispiel Zugangsdaten für den Internetanschluss und einen darauf basierenden Telefonanschluss.

Wer über einen Wechsel des Routers nachdenkt, sollte auch den Kauf eines Gerätes in Erwägung ziehen. Gerade, wenn man einen Internetrouter leihweise zur Verfügung bekommt, muss man für höherwertige Modelle einen Aufpreis zahlen. Rechnet man die Mietkosten bis zum Ende der Mindestvertragslaufzeit hoch, hat man den Kaufpreis eines Routers schon fast raus. Nachteil: Sie müssen sich selbst um die Einrichtung und Updates kümmern. Das ist zwar mehr Aufwand, bietet aber auch mehr Möglichkeiten, den Router den individuellen Bedürfnissen anzupassen.

So sichern Sie ihr WLAN richtig ab

Ihren drahtlosen Zugang zum World Wide Web sollten Sie immer sorgfältig gegen unbefugtes Benutzen absichern. Denn als Anschlussinhaber sind Sie möglicherweise für einen Missbrauch Ihres Internetanschlusses durch unbefugte Dritte verantwortlich. Loggt sich beispielsweise ein Fremder ein und begeht in einer Tauschbörse eine Urheberrechtsverletzung, kann es sein, dass Sie haften und teuer dafür bezahlen.

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