Die unliebsamen Mitbewohner

So werden Sie Schädlinge im Haushalt los

Verbraucher | Volle Kanne - Die unliebsamen Mitbewohner

Sie sind klein und fies - und können den Lieblingspulli schnell kaputt machen: Motten. Wie wird man die kleinen Biester wieder los? Schädlingsbekämpfer Marcus Rückert hat die Tipps.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.03.2017, 14:00

In Deutschlands Wohnungen treiben sich jede Menge Mitbewohner herum, die weder Miete zahlen noch sonst einen positiven Beitrag zur Haushaltsführung leisten: Mehlmotten, Silberfische, Kakerlaken und Bettwanzen. Sie fressen sich durch Kleidung und Lebensmittel, stechen, beißen und übertragen gefährliche Krankheiten. Aber so eklig die Krabbeltiere auch sein mögen, nicht alle nennen sich Schädlinge. Und nicht gegen jedes unwillkommene Getier hilft das gleiche Mittel.

Einfach nur zu putzen, erzielt in der Regel nicht die gewünschte Wirkung. Besonders Vorratsschädlinge wie Mehlmotten können auch in den saubersten Haushalten vorkommen. Denn man schleppt diese Tiere mit ein. Sie sitzen in der Tüte Mehl, in der Packung mit Nüssen. Sie siedeln auch gerne in Hülsenfrüchten, Backwaren, Dörrobst, Schokolade und Marzipan. Meistens nur als Larven oder Eier, sodass man dem Lebensmittel seine Mitbewohner oft nicht ansieht. Aber sie können großen Schaden anrichten. Einmal in einen Vorratsschrank eingedrungen, werden in kürzester Zeit sämtliche von ihnen bevorzugten Lebensmittel kontaminiert.

Zu den Materialschädlingen zählen die Verwandten der Lebensmittelmotten, die sogenannten Kleidermotten. Sie mögen es vor allem dunkel und warm. Die Kleidermotten vertragen keine starken Luftbewegungen. Regelmäßiges Lüften der Schränke hilft bei der Vorbeugung. Aber auch pflanzliche Mittel wie Lavendelöl oder Zedernholz oder synthetische Mittel wie klassische Mottenkugeln vertreiben sie aus dem Schrank.

Fisch ohne Flossen

Der Silberfisch ist auch ein Materialschädling. Er verdankt seinen Namen seiner metallisch glänzenden Oberfläche. Der Silberfisch nistet gerne in Rissen, Spalten und ähnlichen Verstecken – am liebsten dort, wo es warm und feucht ist. Nachts kommt er dann aus seiner Behausung heraus und erkundet seine Umgebung nach genießbarer Nahrung. Seine Lieblingsspeise teilt er sich mit der Ameise: Zucker in jeder Form. Aber auch viele andere stärkehaltigen Stoffe wie Kleister, Bucheinbände oder Hautschuppen und Haare lässt sich der Silberfisch schmecken.

Eigentlich sind Silberfische harmlos, wenn sie nicht gerade in Massen auftreten. Doch allein der Anblick des unbeliebten Mitbewohners verursacht bei vielen Menschen Ekel. Deswegen hilft vor allem: Trockenhalten der bevorzugten Räume des Silberfisches. Bei Kälte vermehrt sich der Silberfisch nicht. Zudem wird er von bestimmten Duftstoffen wie Zitronen- oder Lavendelöl ferngehalten. Um die Bruträume möglichst ungemütlich zu halten, sollte man in regelmäßigen Abständen kochendes Wasser in den Badewannen- und Waschbeckenausguss schütten.

Ameisenstaat zerschlagen

Einen ähnlichen Speiseplan haben Ameisen. Auch sie ernähren sich gerne von Zucker und Stärke. Für ihre Brut brauchen sie dann auch noch eiweißhaltige Nahrung. Daher sollte man alles, was aus Ameisensicht gut schmeckt, fest verschließen. Eine gewisse Anzahl Ameisen in der Wohnung kann man zwar tolerieren, doch wer ganz sicher gehen will, verschließt alle Ritzen mit Silikon oder Gips. Allerdings wird das nur in seltenen Fällen vollständig gelingen.

Köderstationen auf einer Ameisenstraße sorgen relativ schnell für eine „Vollsperrung“. Die Insekten bringen das vergiftete Futter zu ihrer Königin, mit deren Tod der gesamte Ameisenstaat in kurzer Zeit ausstirbt. Allerdings sollte man solche Köder wie auch Insektensprays nicht in der Nähe von Lebensmitteln verwenden.

Nervtötend und eklig

Gerade im Sommer machen auch Fruchtfliegen jede Menge Ärger. Sie treten überwiegend da auf, wo überreifes Obst gelagert wird. Die Fliegen kommen entweder von draußen, oder ihre Gelege befinden sich schon am Obst. Befallenes Obst sollte man schnellstens entsorgen, frisches Obst kühl – am besten im Kühlschrank – lagern. Denn bei vier Grad dürften die Fliegen nicht allzu lange am Leben bleiben.

Die Stubenfliege hingegen tritt das ganze Jahr über auf. Sie kann zwar auch Krankheiten übertragen, nervt in erster Linie aber durch lautes Brummen und Herumschwirren in Lampenschirmen. Zudem setzt sie sich mit Vorliebe auf nackte Körperpartien wie Kopf, Arme und Beine. Hier muss zu einem radikalen Mittel gegriffen werden: der handelsüblichen Fliegenklatsche. Um häufigen Besuch zu vermeiden, helfen vor allem Fliegengitter an den Fenstern, Leimfallen (die allerdings schon nach kurzer Zeit recht unappetitlich aussehen) und Insektensprays.

Im Gepäck mitgereist

All diese Schädlinge gefährden nicht wirklich die Gesundheit. Anders dagegen sogenannte Gesundheitsschädlinge wie die Schabe, auch Kakerlake genannt oder die Bettwanze. Sie kommen in Deutschland jedoch relativ selten vor.

Kakerlaken kommen beispielsweise über den internationalen Warenhandel oder das Reisegepäck in die eigene Wohnung. Sie sind lichtscheu und verkriechen sich gerne hinter Fußleisten oder in Kabelschächten. Wo man eine Schabe sieht, sind meist gleich mehrere unterwegs, schnelles Handeln ist dann angeraten. Lassen Sie keine Lebensmittel herumliegen, säubern Sie ungespültes Geschirr und halten Sie allgemein alles sauber. Da man an die Refugien hinter Leisten und in Schächten schlecht herankommt, hilft in vielen Fällen nur die chemische Keule. Es gibt zwar wirksame handelsübliche Sprays, bei stärkerem Befall sollte man sich aber lieber früher als später an einen Schädlingsbekämpfer wenden, der die Tiere gezielt bekämpfen kann.

Ein Fall für den Fachmann

Bettwanzen sind in Deutschland seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Die Stiche führen zu Hautrötungen und jucken oft über Tage oder gar Wochen höllisch. Zudem stehen Bettwanzen im Verdacht, Hepatitis zu übertragen. Als Blutsauger leben sie überwiegend dort, wo sie bequem an ihrem Opfer herankommen können: im Sofa oder Bett. Als lichtscheue Wesen suchen sie sich die entsprechenden Verstecke wie kleine Ritzen am Bett, in Matratzen, in Bettkästen, im Schrank, hinter Bilderrahmen und Holzverkleidungen. Bettwanzen sind immer ein Fall für den Fachmann.

Bei allen Methoden, die lästigen Schädlinge loszuwerden, sollte man sich aber immer im Klaren darüber sein: Einfach die Tierchen zu töten, bringt nichts. Man muss immer die Quelle suchen. Erst wenn die Ursache bekämpft ist, kann man sicher sein, dass die Schädlinge nicht ständig wiederkommen. Wenn gar nichts mehr hilft, kann ein Profi die unliebsamen Mitbewohner vertreiben. Seit einigen Jahren ist der Schädlingsbekämpfer ein staatlich anerkannter Lehrberuf. Weiter erkennt man einen seriösen Schädlingsbekämpfer daran, dass er sich den Befall persönlich anschaut und dann abhängig von Schädling und Ausbreitung einen Kostenvoranschlag erstellt.

So schützt man sich

Hygiene im Haushalt ist ein wichtiger Baustein, um Schädlinge fernzuhalten. Verschließen Sie angebrochene Lebensmittel fest, und halten Sie die Küche immer sauber. Bei geringem Befall von Schädlingen können schon einfache Mittel helfen. Fliegengitter an den Fenstern halten unliebsame Besucher draußen. Schließen Sie Türen und Fenster, wenn in der Wohnung Licht brennt.

Zu chemischen Mitteln sollte man erst bei stärkerem Befall greifen. Vor allem bei Kakerlaken und Bettwanzen empfiehlt sich ein Kammerjäger, besser früher als später – denn dann wird es auch nicht ganz so teuer.

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