Sommerstauden: Hingucker im Garten

Tipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Sommerstauden: Hingucker im Garten

"Volle Kanne"-Pflanzenexperte Elmar Mai zeigt, wie man mit Stauden ein Blütenmeer in seinen Garten zaubert, an dem man sich noch bis in den Herbst erfreuen kann.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.07.2017, 14:00

Sie sind der Stolz jedes Hobbygärtners: Prachtstauden verwandeln den Garten in ein Blütenmeer. Wer die Pflanzen geschickt kombiniert, kann sich von Frühjahr bis Herbst an der Blütenpracht erfreuen. Diesen Sommer stellt das Wetter allerdings eine große Herausforderung dar. Gartenexperte Elmar Mai gibt Tipps zur Pflege der prächtigen Blumen.

Unter Stauden versteht man Pflanzen, die im Winter alles Leben auf den Wurzelbereich reduzieren, um dann im Frühjahr umso üppiger wieder auszutreiben. Prachtstauden zeichnen sich durch große Blüten oder besonders dekorative Blätter aus. „Um sie voll zur Geltung zu bringen, brauchen sie eine Art Hofstaat“, erklärt Elmar Mai. Das sind Begleitstauden, die den Prachtstauden einen Rahmen geben, in dem sie wirken können. Bei einer geschickten Gartenplanung geht es daher immer darum, Gesamtbilder zu gestalten. Im Idealfall sind es Stauden, die zur Blütezeit der Prachtstauden nicht blühen, um nicht abzulenken, selbst aber zu einem anderen Zeitpunkt durch eine schöne Blüte die Blicke auf sich ziehen. Zudem sollten die Pflanzen die gleichen Standortansprüche an Licht und Boden besitzen.

Die Rafinessen der Gestaltung

„Ein Staudenbeet plant man wie ein Klassenfoto: Die Großen nach hinten, die Kleinen nach vorne, damit sie alle zu sehen sind“, erläutert Elmar Mai das Prinzip. Als erstes muss man sich über die Wuchshöhe informieren. Je nach Tiefe des Beetes kann man zwei, drei oder vier parallele Bereiche einplanen. Damit das Arrangement nicht zu statisch wirkt, sollte man nicht nur gerade Reihen, sondern auch mal geschwungene Linien pflanzen.

Weiße Hortensie
Mit weißen Hortensien Farben neutralisieren.

„Man kann auch bewusst mal eine größere Pflanze nach vorne setzen, das gibt Spannung und kann einzelne Punkte betonen“, rät Elmar Mai. Die Pflanzen sollten sich in ihrer Belaubung unterscheiden, um nicht ein Einheitsgrün zu erzeugen und die Blütenfarben müssen zusammenpassen. Dabei ist es natürlich dem persönlichen Geschmack überlassen, ob man es eher kunterbunt oder Ton in Ton mag – oder sogar als ganz große Gartenkunst einen Farbwechsel im Laufe des Jahres plant. Farben, die nicht miteinander harmonieren, können zum Beispiel mit weißen Blattstauden oder Blattschmuckstauden dazwischen optisch isoliert werden, sodass trotzdem ein harmonisches Bild entsteht. Sehr gut eignen sich zum Beispiel weiße Hortensien, Hosta (Funkien) oder Heuchera.

Bescheidene Ansprüche

Prachtstauden sind „Hochleistungssportler“, die für die Entwicklung viel Erde benötigen. Daher eignen sie sich als Gartenpflanzen oder Kübelpflanzen für große Gefäße. Balkonkästen sind definitiv zu klein! Vor allem der Winter bereitet Stauden in Gefäßen große Probleme, weil das viel geringere Erdvolumen zu schnell austrocknet und durchfriert. Gartenböden bleiben viel länger feucht und frostfrei. Außerdem können die Stauden im Garten ein größeres Wurzelvolumen bilden und tiefer in den Boden eindringen.

Die meisten Prachtstauden benötigen einen guten Gartenboden und eine Standard-Düngung. Viele vertragen keine Staunässe oder schwere Böden. Es gibt ein paar Standortspezialisten, die Kalkböden benötigen wie das Edelweiß oder besonders feuchte Standorte wie zum Beispiel einige Knöterich-Arten. Nach der Blüte sollten alle abgeblühten Stängel entfernt werden, um die Bildung von Samen zu verhindern: So geht die Kraft in die Pflanze.

Wasser aus einer Gießkanne
Prachtstauden brauchen genügend Bodenfeuchtigkeit. Quelle: colourbox

Langzeitdünger zweimal im Jahr

Um die Kraft der Prachtstauden zu stärken, sollte eine kräftige Gabe Langzeitdünger verabreicht werden. Langzeitdünger zersetzt sich kontinuierlich und die Verluste werden nach Regenfällen schnell ausgeglichen. Wenn es sich um hochwertigen Dünger handelt, reicht es aus, zweimal im Jahr - zu Beginn der Vegetationszeit im Frühjahr und jetzt zur Hochblüte - zu düngen. Bei viel Regen im Sommer ist eventuell eine dritte, schwächere Gabe im September sinnvoll. Langzeitdünger sollte dabei entweder mit ins Pflanzloch gegeben oder später oberirdisch eingeharkt werden.

Wer jetzt Stauden kauft und pflanzt, sollte die Blüten tief abschneiden. Damit wird die Pflanze beim Einwurzeln und der Bildung von Neutrieben unterstützt. Zurückschneiden sollte man aber nur, nachdem man die Staude frisch gepflanzt hat - im nächsten Jahr dann nicht mehr.


Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet