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Hautausschlag durch Sonnenstrahlung

Pusteln, Quaddeln, Rötungen: Ein juckender Ausschlag auf der Haut kann auch durch Sonnenstrahlung ausgelöst werden. Im Fachjargon spricht man dann von einer Polymorphen Lichtdermatose - eine Erkrankung, die noch nicht heilbar ist.

5 min
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11.08.2020
11.08.2020
Video verfügbar bis 11.08.2021

Bei einem Sonnenekzem, auch Sonnenallergie oder Polymorphe Lichtdermatose genannt, handelt es sich um einen Hautauschlag, der durch den Einfluss starker UV-Strahlung vor allem im Sommer hervorgerufen wird. Die Hautkrankheit tritt meist in einem Lebensalter zwischen zehn und dreißig Jahren erstmals auf. Es können aber auch kleinere Kinder oder ältere Menschen erstmalig von einem Sonnenekzem betroffen sein.

Ein Merkmal ist, dass ein Sonnenekzem, ist es einmal aufgetreten, bei einer Person immer identische Symptome auslöst. Die Erkrankung ist ursächlich noch nicht heilbar.

Ursachen und Symptome

In den meisten Fällen wird ein Sonnenekzem durch starke UVA-Strahlung ausgelöst, in selteneren Fällen durch UVB-Strahlung oder die Kombination von beidem. Eine Sonderform der Sonnenallergie ist die sogenannte Mallorca-Akne, bei der zusätzliche Unverträglichkeiten gegen die Inhaltsstoffe von Kosmetik- oder Körperpflegeprodukten wie zum Beispiel Sonnencreme dazukommen.

Durch die starke UV-Strahlung kommt es bei einer Lichtdermatose zu einer Überreaktion des Immunsystems mit allergieähnlichen Beschwerden. Die Erscheinungen auf der Haut treten unspezifisch auf. Das heißt, dass sie sich in der Regel nicht sofort, sondern im Verlauf mehrerer Stunden oder Tage entwickeln. Meist beginnt der Ausschlag mit einem Jucken oder Brennen auf der Haut, was beides stark ausgeprägt und sehr unangenehm sein kann. In der Folge kann sich ein großflächiger Hautausschlag mit Rötungen, Pusteln und Papeln entwickeln. Betroffene Körperstellen sind vor allen Dingen Bereiche wie das Gesicht, das Dekolleté, die Unterschenkel oder die Arme.

Diagnose

Der richtige Ansprechpartner bei einem Sonnenekzem ist ein Hautarzt. Nach einem Anamnese-Gespräch können bei einer körperlichen Untersuchung Art und Umfang der Symptome erkannt werden. Wichtig ist aber, andere Hauterkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen können, auszuschließen. So zum Beispiel ein großflächiger Sonnenbrand, die Auswirkungen eines Insektenstichs, eine durch UV-Licht hervorgerufene Urtikaria, phototoxische oder photoallergische Reaktionen sowie einige andere gravierende Hauterkrankungen.

Ein spezielles Verfahren bei der Ursachenforschung ist der Lichttest (Photoprovokation). Dabei wird ein Körperteil, zum Beispiel der Arm, bis auf ein eingegrenztes Hautareal abgedeckt. Im Anschluss wird dieser Bereich für eine kurze Zeit mit UVA-Licht (die häufigste Ursache) oder mit UVB-Licht bestrahlt. Die Betroffenen müssen diesen Vorgang an drei bis fünf Terminen wiederholen lassen, um die Beschwerden und den Ausschlag auf der Haut künstlich hervorzurufen. Danach kann eine genaue Aussage bezüglich des Einflusses des UV-Lichts gemacht werden. Außerdem erlaubt das Verfahren eine Einteilung in einen leichten, mittelschweren oder schweren Krankheitsverlauf.

Therapie

Ein Sonnenekzem ist zwar ursächlich nicht heilbar, aber meist gut behandelbar. Vielen Betroffenen hilft beim Auftreten erster Symptome das Kühlen mit einem Eis-Pack (nicht direkt auf die Haut), um Linderung zu verschaffen. Gegen das oftmals starke Jucken oder Brennen werden Antihistaminika als Tabletten verschrieben. Um den Ausschlag einzudämmen, erhalten viele Betroffene auch Kortisonpräparate in Form von Salben, Cremes oder Gel. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Mit Blick auf mögliche Nebenwirkungen sollten diese Präparate möglichst gering dosiert und nicht zu lange angewendet werden. Sie können zur Bildung von Äderchen in der Haut (Teleangiektasien) führen und die Haut dünner werden lassen, bis hin zu einer so genannten Pergamenthaut.

Dragees, die Karotin enthalten, und Kalziumbrausetabletten können ergänzend helfen, den Schutz der Haut zu stärken. Das Verfahren der Photoprovokation kann bei schwereren Verläufen auch therapeutisch eingesetzt werden, um die Haut an stärkere UV-Strahlung zu gewöhnen, zum Beispiel vor einem Sommerurlaub. Das Verfahren ist aber in der Regel keine Kassenleistung.

Selbsthilfe und Prävention

Betroffene sollten zunächst darauf achten, sensible Körperstellen möglichst mit leichter, UV-schützender Bekleidung abzudecken. Ein Sonnenhut kann helfen, Gesicht und Dekolleté zu schützen. Nicht abgedeckte Körperstellen sollten nicht zu lange stärkerer UV-Strahlung ausgesetzt werden. Außerdem benötigen sie einen hochwertigen Sonnenschutz mit Cremes, Lotionen oder Sprays. Daneben ist es wichtig, den Schatten aufzusuchen.

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