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Borreliose schnell erkennen

Unbehandelt kann die Krankheit gefährlich werden

In Deutschland sind immer mehr Zecken unterwegs. Stechen sie zu, kann das schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel eine Borreliose-Infektion. Früh erkannt und behandelt kann man sie gut in den Griff bekommen

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5 min
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25.06.2020
Video verfügbar bis 25.06.2021

Borreliose ist eine durch Zeckenstiche übertragene Infektionskrankheit. Sie wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst, die im Darm einiger Zecken vorkommen. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland zu etwa 40.000 bis 214.000 Borreliose-Fällen pro Jahr.

Zecken und Infektionsrisiko

Zecken sind Spinnentiere. Sie lauern zum Beispiel in Wäldern im Unterholz, auf Wiesen, in hohem Gras oder in Gärten auf Sträuchern. Sie heften sich an die Kleidung vorbeigehender Menschen und suchen nach einer unbedeckten Körperstelle.

Die Rate der mit Borreliose infizierten Zecken schwankt von Region zu Region. Wenn eine infizierte Zecke sticht, überträgt sie nicht immer Borrelien, sondern insbesondere nach über 12 Stunden langem Saugen. Nur ein kleiner Teil der Infizierten erkrankt. Studien zufolge ist bei etwa 0,5 bis 1,5 Prozent der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Symptome bei Borreliose-Patienten

Borreliose kann unterschiedliche Organe betreffen. Etwa 80 bis 90 Prozent der Erkrankten berichten über Entzündungen der Haut. Charakteristisch ist eine ringförmige Wanderröte um die Einstichstelle, die allerdings nicht immer auftritt.
In etwa 3 Prozent der Fälle befallen die Erreger das Nervensystem. Eine solche Neuroborreliose kann zu Lähmungserscheinungen (oft im Gesicht), schmerzhaften Nervenentzündungen oder einer Hirnhautentzündung führen.
Bei etwa zwei Prozent der Patienten greifen die Borrelien Gelenke an. Das kann auch noch Monate bis Jahre nach der Infektion passieren – mit schmerzhaften Gelenkentzündungen und Schwellungen.
Bei weniger als einem Prozent der Erkrankten kommt es zu Entzündungen am Herzen.

Diagnose: Spurensuche im Blut

Blut wird am Arm abgenommen
Blutentnahme erfolgt zur Diagnose
Quelle: dpa

Wenn in den Tagen oder Wochen nach einem Zeckenstich Symptome an der Haut oder am Nervensystem auftreten, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Borreliose. Bluttests können helfen, die Diagnose zu sichern.
Allerdings sind die Ergebnisse immer im Kontext der Symptome zu interpretieren.
Eine erst kürzlich aufgetretene Wanderröte ist im Antikörpertest häufig noch negativ, weil das Immunsystem Zeit braucht, um Antikörper zu bilden. Umgekehrt gilt: Ein positiver Bluttest ist nicht immer auf eine akute Infektion mit Borrelien zurückzuführen. Etwa 6 bis 13 Prozent der Deutschen tragen noch Antikörper von früheren, möglicherweise unbemerkten Infektionen in sich.

Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose wird in der Regel - zusätzlich zur Anamnese und zu Blutuntersuchungen - Nervenwasser entnommen und untersucht (Liquordiagnostik).

Therapie: Mit Antibiotika gut zu behandeln

Eine Borreliose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Je nach Beschwerden über zwei bis maximal vier Wochen. Wird die Erkrankung früh erkannt, heilt die Erkrankung unter Antibiotika in aller Regel folgenlos aus. Borreliose-Beschwerden können auch ohne Antibiotika abklingen. Allerdings steigt bei einer Nichtbehandlung das Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Ärzte raten übrigens davon ab, Antibiotika nach Zeckenstichen prophylaktisch einzunehmen. Zum einen ist unklar, ob dies überhaupt einen Nutzen hat. Zum anderen sollten unnötige Antibiotikagaben vermieden werden, da diese immer auch Nebenwirkungen haben und Resistenzen auslösen können.

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