Saisonstart mit Stauden

Frühblühende Stauden bringen Farbe in den Garten

Verbraucher | Volle Kanne - Saisonstart mit Stauden

Neben Zwiebel- und Knollengewächsen sorgen frühblühende Stauden für Farbe im Frühlingsgarten. "Volle Kanne"-Pflanzenexperte Elmar Mai zeigt, worauf es bei der Gestaltung ankommt.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.03.2018, 09:05

Als Stauden bezeichnet man alle Pflanzen, die mehrjährig sind, aber keine verholzenden Teile ausbilden, wie es etwa bei Sträuchern der Fall ist. „Aber die Trennung ist nicht ganz so scharf, es gibt Übergänge“, weiß Gartenexperte Elmar Mai. Stauden unterscheiden sich auch von sogenannten einjährigen Pflanzen, aber auch hier gebe es mit den sogenannten zweijährigen oder mit sehr kurzlebigen Stauden fließende Übergänge. „Staude“ ist daher mehr Gärtnersprache als eine botanische Klassifizierung.

Stauden sind ideal für eine räumliche Gartengestaltung. „Um tiefe Räume zu gestalten, benötigt man Pflanzen, die gleiche Standortansprüche an Licht und Boden besitzen, aber unterschiedliche Größen haben“, sagt der Gartenexperte. Die Pflanzen sollten sich in ihrer Belaubung unterscheiden, um kein Einheitsgrün, sondern interessante Strukturen zu schaffen. Das allein zu beachten reiche aber noch nicht, so Mai: Es gibt frühblühende, sommerblühende und herbstblühende Stauden. Bei der Bepflanzung sollte man darauf achten, dass man Stauden mit unterschiedlichem Blühzeitraum kombiniert, damit es nicht nur zu einer Jahreszeit schön ist. Letztendlich ist die Wahl der Stauden aber immer auch davon abhängig, welche Pflanzen gerade in der Gärtnerei erhältlich sind.

Frühblühende Stauden

Polsterstauden sind niedrige, polsterbildende und derbe Pflanzen, die eventuelle Kälte- oder Schnee-Einbrüche noch gut verkraften können. Weil sie von weither Insekten als Bestäuber anlocken müssen, sind sie auffallend und bunt gefärbt. Verschiedene Insektengruppen bevorzugen verschiedene Farben, daher ist das Angebot groß, sowohl für Bienen und Co. als auch für die Gartenfreunde, die so sicherlich auch ihre Lieblingsfarbe finden. Weiß, leuchtend gelb und intensiv blau überwiegen jetzt. Aber züchterische Varianten bieten auch Mischfarben an. Rot ist um diese Jahreszeit noch wenig im Angebot, diese Farben kommen eher im Sommer, aber es gibt natürlich auch schon jetzt rote Blüten. Auch sind nicht alle Frühjahrsblüher klein. Tränendes Herz oder Goldlack können dagegen schon beträchtliche Höhen erreichen. Daneben ist sowohl für die Sonne als auch für den Schatten derzeit viel im Angebot.


Abwechslungsreiche Bepflanzung

Blaukissen in Kombination mit Tulpen
Polsterstauden wie das Blaukissen lassen sich gut mit Tulpen kombinieren. Quelle: Imago/Harald Lange

Bei einer Entscheidung sollte man immer zuerst das Gesamtbild einer Pflanze vor Augen haben und erst in zweiter Linie die Blütenform oder -farbe. Abwechslung bringen unterschiedliche Laubformen und Laubfarben, wobei Kontraste erwünscht sind. Jede Pflanze sollte für sich wirken und sich von den anderen unterscheiden. Dazu gehören auch unterschiedliche Wuchshöhen. Je länger die Pflanzen Zeit zum Wachsen haben, umso höher ragen auch die Blüten auf. Das sollte man bei der Planung bedenken. „Oft können spät austreibende Stauden andere verdecken oder diejenigen kaschieren, die sich bereits wieder einziehen“, erklärt Elmar Mai. Vor allem Zwiebelblumen sind nach der Blüte oft unschön und hinterlassen nach dem kompletten Einziehen im Juni Lücken, die man durch eine geschickte Planung verstecken kann. Wichtig ist eine gewisse Blütenkonstanz, um das Beet ganzjährig attraktiv zu halten.

Stauden pflanzen und schneiden

Stauden sind generell pflegeleicht. „Es ist intelligent, Arten mit verschiedenen Wuchseigenschaften zu kombinieren, um den verfügbaren Raum optimal zu nutzen“, rät der Experte. Polsterstauden um hochwachsende Formen zu gruppieren, verhindert beispielsweise, dass die Arten verfilzen. Außerdem ist es immer ratsam, die Etiketten der jeweiligen Pflanzen zu verwahren, da man dort wichtige Informationen zum Blühzeitpunkt, zur Wuchshöhe und zur Pflege findet. Stauden können sich gut einfügen und sind daher selbst für Balkonkästen oder Pflanzschalen geeignet. Im Frühjahr ist die ideale Pflanzzeit. Erstens sind Lücken im Garten schon gut erkennbar, die sich schnell schließen lassen. Zweitens ist der Boden noch kühl und feucht und die Pflanzen können besonders stressfrei einwurzeln. Genau dann sollten Stauden auch gut mit Dünger versorgt werden. „Am besten organischen Langzeitdünger nehmen, denn ab sofort ist volle Leistung gefragt“, rät der Gartenexperte.

Die Pflege ist gering: Man sollte jetzt in allererster Linie genießen. Der Schnitt bei Stauden ist sehr stark von ihrer Art abhängig. Man sollte erst mit dem Rückschnitt beginnen, wenn die Stauden verblüht sind. Das kann je nach Blühzeitraum der Pflanzen sehr stark variieren. Zwiebelpflanzen sollte man keinesfalls schneiden, sondern komplett einziehen lassen, damit sie alle Wertstoffe für die nächste Blüte in die Zwiebel einlagern können. Polsterstauden sollte man allerdings unmittelbar nach der Blüte schneiden, weil sie dadurch verjüngt werden und beim nächsten Mal noch schöner blühen. Hier ist es immer angebracht, alles Verblühte und etwa ein Drittel vom Laub wegzuschneiden. Lästig können eventuell Schnecken werden. Da Stauden aber sehr schnell wachsen, kompensieren sie den Fraßschaden meist schnell wieder.

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