Sturm an der Börse

Welche Folgen hat der DAX-Absturz?

Verbraucher | Volle Kanne - Sturm an der Börse

Turbulenzen an der Börse: Der DAX ist in den letzten Tagen deutlich abgestürzt. Was bedeutet das für Sparer und Kleinanleger? ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann klärt auf.

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7 min
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Video verfügbar bis 11.02.2017, 09:35

Konjunktursorgen und die Ungewissheit über die künftige US-Zinspolitik haben den europäischen Aktienmärkten in den letzten Tagen schwer zu schaffen gemacht. Der Ausverkauf an den Aktienmärkten geht in atemberaubendem Tempo weiter – und die Aussichten bleiben trübe.

Die Sorge um die weltweite Konjunktur hat den Deutschen Aktienindex (DAX) erstmals seit Oktober 2014 wieder unter die wichtige Marke von 9000 Punkten getrieben: Am Rosenmontag notierte der Leitindex zeitweise bei 8975 Punkten. Auch andere europäische Börsen verloren deutlich.

Turbulenzen an den Ölmärkten

Nach einer kurzzeitigen Erholung nahm der DAX am Donnerstag wieder Kurs nach unten und notierte zum Schluss bei nur noch 8753 Punkten. Damit wurden die Gewinne vom Vortag komplett ausradiert. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer hat inzwischen seit Jahresbeginn mehr als 18 Prozent an Wert verloren.

Die Enttäuschung über die Rede von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen gepaart mit den anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft habe die Erholung vom Vortag wieder zunichte gemacht, schrieb Mike van Dulken von Accendo Markets. Dabei geriet am Donnerstag erneut die Bankenbranche unter Beschuss. Auch die Turbulenzen an den Devisen- und Ölmärkten setzten sich am Donnerstag fort. Der Euro stieg zwischenzeitlich kräftig zum Dollar, während die Ölpreise fielen.

Kein Zusammenbruch erwartet

Wie weit es noch abwärts geht, darüber sind sich die Experten uneins. Jochen Stanzl von CMC Markets hält einen weiteren DAX-Rückgang bis 8300 Punkte in den kommenden Wochen für möglich. Nach einer Umfrage des Forschungsinstituts Sentix ist die Stimmung der Anleger im Euroraum im Februar auf den tiefsten Stand seit Anfang 2015 gefallen.

Der Absturz an den Aktienmärkten weckt Erinnerungen an die schwere Finanzkrise 2007/2008. Doch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater wiegelt ab: „Das ist kein zweites 2008, sondern es sind immer noch die Nachwehen der Finanzkrise von damals, die uns verfolgen. Zurzeit haben wir keine Panik wegen der Gefahr des Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems.“

Kleinanleger – jetzt keine Panik!

ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann rät Kleinanlegern jetzt nicht zu vorschnellen Verkäufen: „Es gibt zwar noch viele Unsicherheiten im Markt, aber wer jetzt nicht dringend Aktien verkaufen muss, sollte es auch nicht tun.“ Wer dennoch dringend Geld braucht, sollte aktuell nur einen Teil seines Portfolios verkaufen. Aktienverkäufe zu einem bestimmten Stichtag seien wenig sinnvoll, so Bethmann. Besser sei es, sich schon zwei bis drei Jahre vor dem Verkauf Gedanken zu machen und dann zu verkaufen, wenn der Kurs recht hoch ist.

Der Experte rät generell zu einem langfristigen Anlagehorizont: „Wer acht bis zehn Jahre Zeit hat, für den sind Aktien eine gute Wahl.“ Empfehlenswert für Einsteiger sind Indexfonds, sogenannte ETFs. Sie bilden einen Aktienindex nach, zum Beispiel den DAX, und sind auch in den laufenden Kosten niedrig. Wer sich für einzelne Aktien interessiere, könne gut den Prinzipien von Börsen-Guru Warren Buffett folgen: Welches Geschäftsmodell verstehe ich? Woran glaube ich? Längerfristig haben sich die meisten Blue-Chips bewährt. Und es lohne sich, auf die Gewinnausschüttungen der Unternehmen zu achten. Frank Bethmann: „Mitunter sind die Dividenden die besseren Zinsen.“

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