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Sturzprävention bei Senioren

Schätzungen zufolge stürzen rund 30 Prozent der Personen über 65 Jahre mindestens einmal im Jahr – bei über 80-Jährigen geht man sogar von etwa 40 Prozent aus. Oft hat ein Sturz gefährliche Folgen. Mit gewissen Tricks kann man vorbeugen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.01.2021

Stürze sind eine häufige Verletzungsursache bei Senioren. Die Folge sind nicht selten Oberschenkelhalsbrüche oder Hüftfrakturen. Die Erholungsphase dauert in solchen Fällen lange. Manche Senioren werden darüber zu Pflegefällen, weil sie nicht mehr in ihre alte Form zurückfinden.

Warum stürzen Senioren so häufig?

Warum Menschen ab einem fortgeschrittenen Alter stürzen, ist individuell und sollte grundsätzlich mit einem Arzt besprochen werden. Einer der häufigsten Gründe ist die nachlassende Kraft: Die Muskeln bilden sich im Alter zurück, dadurch nimmt die Gang- und Standsicherheit ab. Senioren haben zum Beispiel häufig Probleme beim Aufstehen von Stühlen, weil ihre Oberschenkelmuskulatur zu schwach ist.

Stürze können aber auch medizinische Hintergründe haben. Bestimmte Medikamente können zum Beispiel vermehrt Schwindelgefühle auslösen – auch die Kombination verschiedener Wirkstoffe kann diese Nebenwirkung hervorrufen. Genauso kann die Ursache eines Sturzes krankheitsbedingt sein, zum Beispiel, wenn man an Morbus Menière (Anfalls-Drehschwindel) leidet. Ein weiterer Grund für einen Sturz kann ein bereits geschehener Unfall im Haushalt sein. Menschen, die schon mal gefallen sind, sind tendenziell unsicherer beim Gehen und Stehen – das erhöht das Risiko für einen weiteren Sturz.

Sturzprävention in den eigenen vier Wänden

Zu Hause können viele Stolperfallen lauern. Deswegen sollte man die Wohnung oder das Haus regelmäßig auf mögliche Gefahren überprüfen:

  • Auf rutschige Teppiche, die Wellen schlagen oder hohe Kanten haben, weitestgehend verzichten. Wenn doch Teppiche vorhanden sind, diese zur Sicherheit mit Klebeband am Boden sichern oder rutschfeste Matten unterlegen.
  • Flure und Durchgänge von herumliegenden Gegenständen oder Kabeln freihalten, keine unnötigen Dekorationsgegenstände aufstellen. Die Kabel in Kabelkanälen organisieren und hinter Schränken verstecken oder an den Fußleisten sichern. Im Flur können nachts Bewegungsmelder für Licht sorgen.
  • Rutschige Fliesen im Badezimmer sicher machen. Gerade beim Ein- und Aussteigen in Dusche oder Badewanne wird es schnell glitschig. Senioren, die häufig baden, können von einem Badewannenlift profitieren. In der Dusche kann ein Duschhocker helfen, damit man nicht die ganze Zeit stehen muss. Auch im Badezimmer sollten keine losen Teppiche oder Badvorleger liegen. Eine Alternative könnten rutschfeste Badematten sein, die man waschen kann, um Schimmel zu verhindern.
  • Schlecht ausgeleuchtete und rutschige Treppen vermeiden. Wer rückwärts die Treppe herunter geht, kann sich besser mit beiden Händen am Geländer festhalten. Senioren sollten aber im Beisein einer Hilfsperson ausprobieren, ob sie sich beim Vorwärts- oder Rückwärtsgehen sicherer fühlen. Idealerweise gibt es sogar zwei Handläufe im Treppenhaus. Man sollte zum Beispiel auch vermeiden, die Treppen mit bepackten herauf- oder hinabzusteigen. Es gefährdet das Gleichgewicht. Zudem hat man keine Hand frei, um sich abzustützen.

Vorbeugen mit Sport

Um dem Kraftverlust und Muskelabbau vorzubeugen, hilft Sport. Spezielle Sportgruppen für Senioren bieten gezielte Kurse zur Sturzprävention an. Hier wird vor allem die Gang- und Standsicherheit trainiert. Aber auch Mehrfachanforderungen, also die gleichzeitige Ausübung unterschiedlicher Handlungen, müssen geübt werden. Besonders die Rumpf- und Oberschenkelmuskulatur sollten trainiert werden. Das gelingt zum Beispiel mit wiederholtem Aufstehen von einem Stuhl, ohne die Arme unterstützend zu benutzen.

Solche Übungen lassen sich einfach in den Alltag integrieren. Wenn man sich aus einem Stuhl mit den Armen hochdrückt, werden Trizeps und Bizeps trainiert. Die Übungen sollten nach Möglichkeit zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden und an die persönliche Leistungsgrenze angepasst werden.

Vorsorgen für den Ernstfall

Wer nach einem Sturz bei Bewusstsein ist, sollte Ruhe bewahren und sich vorsichtig aufrichten. Das gelingt zum Beispiel, indem man sich an stabilen Möbeln hochzieht oder sie als Stütze nutzt. Am besten langsam auf die Knie und dann auf die Beine kommen. Es ist sinnvoll, vorsorglich Wasserflaschen in der Wohnung zu verteilen. Falls man stürzt und sich nicht wieder aufrichten kann, kann man, falls es länger dauert bis Hilfe kommt, einer Dehydrierung vorbeugen. Auch hilfreich: Harte Gegenstände in der Nähe von Heizungen verteilen. So könnte man durch lautes Schlagen auf den Heizkörper auf sich aufmerksam machen.

Ein Hausnotruf-System ist vor allem für alleinstehende Senioren sinnvoll. Dann kann per Knopfdruck Hilfe geholt werden. Wer sich für ein Hausnotrufsystem entscheidet und einen Pflegegrad hat, muss mit der Pflegekasse klären, ob die Kosten übernommen werden können. Privatzahler ohne Pflegegrad müssen mit Zahlungen von etwa zwanzig bis fünfzig Euro (variiert je nach Anbieter und Leistungsangebot) pro Monat rechnen. Man sollte auch immer die wichtigsten Daten für Rettungskräfte bereithalten. Kontaktdaten anderer Familienmitglieder, Informationen zu Krankheiten und Medikamenten können zum Beispiel auf einem Merkblatt in einer Box an der Haustür hinterlegt werden.

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