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Tabuthema Suizid

Wenn es scheinbar keinen anderen Ausweg gibt

Suizid

Allein in Deutschland sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und AIDS zusammen. Dennoch zählt dieses Thema zu den absoluten Tabuthemen unserer Gesellschaft, es gibt kaum Aufklärung und Informationen.

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Menschen mit Suizidabsichten befinden sich häufig in einer Art „Tunnel“ und sind für ihre Umgebung nur schwer erreichbar. Sie sind völlig verzweifelt und sehen keine andere Lösungsmöglichkeit mehr, als sich das Leben zu nehmen. Dem geht allerdings oft über einen längeren Zeitraum ein „Erwägungsstadium zwischen „sein“ und „nicht sein“ voraus.

In diesem Stadium ist die Steuerungs- und Distanzierungsfähigkeit vom Suizid noch erhalten. Dann kann es mithilfe von Gesprächen gelingen, den Suizidgefährdeten in seinen Gedanken zu unterbrechen und ihm die erforderlichen Hilfsmöglichkeiten zu vermitteln. Ein Gespräch ist für die allermeisten Betroffenen eine große Entlastung. „Befürchtungen, durch das Ansprechen des Themas erst einen Suizid zu provozieren, sind komplett falsch“, weiß Prof. Dr. Barbara Schneider, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Direkte und indirekte Warnsignale

Die meisten Betroffenen senden vor einem Suizidversuch direkte oder indirekte Warnsignale aus. Es gibt allerdings auch Suizide, die vollkommen ohne Warnzeichen vollzogen werden und daher für Außenstehende gar nicht oder nur sehr schwer zu ahnen sind.

Zu den direkten und indirekten Warnsignalen zählen beispielsweise:

  • Ein Hoffnungslosigkeits- und Ausweglosigkeitsgefühl
  • Die Wahrnehmung einer zunehmenden Einengung der Gefühlswelt
  • Das Bestehen von Suizidfantasien und -planungen, sowohl als verbaler Hinweis, als auch als nonverbaler Hinweis (zum Beispiel durch das Sammeln von Tabletten)
  • Sozialer Rückzug
  • Abschied nehmen
  • Kürzliche Verlusterlebnisse einschließlich des Verlusts von Wertbindungen

Je mehr solcher Signale erkennbar sind, desto wichtiger ist es, das Thema nicht zu tabuisieren und den Betroffenen direkt anzusprechen und ihm Hilfe anzubieten, denn: Wer Hilfe sucht – ob direkt oder indirekt – hat sich noch nicht ganz aufgegeben. Der Großteil der Menschen, die einen Suizidversuch überleben, ist letztlich froh über die Rettung und die Möglichkeit,  weiterleben zu können. „Daher ist es falsch, die Suizidabsichten eines Betroffenen „herunterzuspielen“ oder sogar – weil der Ernst der Lage nicht erkannt wird – mit (vielleicht ironisch gemeinter) Ermutigung zu reagieren“, warnt Prof. Dr. Barbara Schneider.

Eine Auswahl an Beratungsstellen für Suizidgefährdete und deren Angehörige finden Sie hier.

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