Telemedizin bei Schlafapnoe

Nicht nur in Zeiten von Corona stellt die Digitalisierung ganz neue Chancen dar. Vor allem im Bereich der Schlafmedizin eröffnet sie Möglichkeiten. So stellen innovative digitale Methoden eine Alternative dar. Die Telemedizin hilft, Kliniken zu entlasten.

5 min
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27.04.2021
27.04.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.04.2023

Der Stellenwert der digitalen Patientenversorgung im Gesundheitswesen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Gerade in Zeiten von Corona bietet die Digitalisierung vor allem bei oder durch räumliche Distanz die Möglichkeit, auf persönliche Kontakte zu verzichten. Statt einer Sprechstunde vor Ort finden immer häufiger Video-Sprechstunden statt. Der Arzt- beziehungsweise Klinikbesuch und damit das Infektionsrisiko werden dadurch minimiert. Telemedizin hilft zudem die Betten in Kliniken zu entlasten. Großes Potenzial der Digitalisierung steckt insbesondere in der Schlafmedizin.

Telemedizin bei Schlafapnoe

Allein in Deutschland erhalten etwa eine Million Menschen mit Atemaussetzern während des Schlafens eine sogenannte Überdrucktherapie. Moderne Geräte haben ein integriertes Telemedizin-Modul, welches wichtige Daten an Betroffene und die betreuenden Ärztinnen bzw. Ärzte übermitteln kann. Die browserbasierte Plattform ermöglicht somit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten zu überprüfen, ob die Behandlung zufriedenstellend verläuft. Probleme, wie etwa eine undichte Stelle in der Maske, können per Telemedizin frühzeitig erkannt und trotz räumlicher Distanz umgehend gelöst werden.

Um Atemaussetzer im Schlaf im Rahmen einer Therapie zu überprüfen, war bislang immer ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Längst kann diese Kontrollfunktion auch per Telemedizin erfolgen. Gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung werden hierbei die sensiblen Gesundheitsdaten verschlüsselt auf einer browserbasierten Plattform des Anbieters gesendet und gespeichert. Zugriff über ein geschütztes Passwort haben nur die Patientinnen und Patienten sowie das behandelnde medizinische Personal.

Informationen per App

Die Patienten bekommen über eine App sofort am nächsten Morgen eine Rückmeldung über die Qualität ihres nächtlichen Schlafes. Sie haben Einsicht in ihre Schlafdaten und nehmen damit eine aktive Rolle in der Therapie ein.

Sie können per App verfolgen, wie erfolgreich die Überdrucktherapie verläuft. Jeden Morgen erhalten Betroffene eine Punktzahl. Der Höchstwertwert liegt bei maximal 100 Punkten. Der Punktewert setzt sich zusammen aus der Nutzungszeit der Maske, der Dichtigkeit der Maske und der Anzahl an Atemaussetzern, die im Durchschnitt nicht über 5 Atemaussetzer pro Stunden liegen sollte.

Schlafapnoe und Folgen

Der häufigste Typ der schlafbezogenen Schlafapnoe ist die obstruktive Schlafapnoe. Hierbei verengen sich im Schlaf die oberen Atemwege. Im Extremfall kommt es zum kompletten Verschluss (Apnoe) der oberen Atemwege. Begleiterscheinung ist hierbei häufig ein heftiges Schnarchen. Die Verlegung der oberen Atemwege führt zur Sauerstoffunterversorgung des Körpers im Schlaf, was mehrere meist unbewusste nächtliche Aufwachreaktionen zur Folge hat, da der Körper durch dieses eigene integrierte Alarmsystem geschützt wird. Im Gegensatz zu Menschen mit einem gesunden Schlaf erreichen Schlafapnoeiker durch die vielen kleinen Weckreaktionen keine erholsamen Tiefschlafphasen.

Die unmittelbaren Auswirkungen sind Schlafmangel und eine deutliche Tagesmüdigkeit. Zudem drohen durch den nächtlichen Dauerstress langfristige Folgen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall und Herzinfarkt. Darüber hinaus besteht ein großes Risiko für Verkehrsunfälle durch Sekundenschlaf in Folge einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit.

Überdrucktherapie bei Schlafapnoe

Um die Anzahl der Atemaussetzer zu minimieren stellt die nächtliche Überdruckbeatmung die Therapie der Wahl dar. Hierbei wird durch eine Maske Luft in die Atemwege gepumpt. Der Überdruck bewirkt, dass der Rachen offengehalten wird. Mit der Behandlung können die Atemaussetzer erheblich reduziert werden. Das konnte in verschiedenen Studienergebnissen zur Behebung von Atmungsstörungen gezeigt werden. Bei der Maskentherapie gibt es unterschiedliche Geräte, die an einem Schlauch hängen und auf unterschiedliche Art und Weise die Atmungsstörungen stabilisieren. Sie reichen von Nasenpolster-Masken bis hin zu Nasen-Mund-Masken.

Falls Betroffene auch nach langer Eingewöhnungszeit mit der Maske nicht zurechtkommen, stehen als Alternativtherapien auch Zahnschienen, die den Unterkiefer im Schlaf nach vorne drücken, sowie Stimulatoren, die den Unterzungennerv aktivieren, zur Verfügung.

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