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Telemedizin bei Schlaganfall

Bei Schlaganfall-Patienten zählt jede Minute. Eine ideale Versorgung bieten spezialisierte Schlaganfall-Stationen (Stroke Units) mit hochqualifizierten Fachärzten. Die sind in ländlichen Regionen aber selten. Telemedizin bietet hier wertvolle Chancen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.10.2020

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute! Denn: Je früher die Betroffenen die richtige medizinische Betreuung bekommen, desto größer sind die Chancen, Schäden im Gehirn und daraus resultierende Langzeitfolgen zu vermeiden.

Stroke-Units auf dem Land Mangelware

Spezialisierte Schlaganfall-Stationen, sogenannte Stroke Units, bieten eine ideale Versorgung der Betroffenen mit hochqualifizierten Fachärzten. Doch anders als in städtischen Zentren, deren Krankenhäuser meist gut mit diesen Einrichtungen ausgestattet sind, mangelt es in ländlichen Gebieten oft daran.

Hier bietet die Telemedizin wertvolle Chancen. Per Videokonferenz unterstützen die Experten aus den spezialisierten Zentren die Kollegen im ländlichen Raum rund um die Uhr mit ihrem Fachwissen. Die Telemedizin ermöglicht damit eine schnellere Diagnose und Therapie und gewährleistet eine wohnortnahe Versorgung von Schlaganfall-Patienten.

Da jedoch nicht jedes Krankenhaus neurologische Fachärzte oder eine Schlaganfall-Einheit zur Verfügung hat, bietet die Telemedizin eine gute Lösung:

Telemedizinisches Schlaganfallnetzwerk Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz haben sich Zentren mit spezialisierten Stroke Units und Kliniken im ländlichen Raum zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und sich auf festgelegte Behandlungsstandards geeinigt. Es besteht aus sechs Zentren und neun teilnehmenden Krankenhäusern. Das diensthabende Zentrum ist rund um die Uhr verfügbar.

Besteht bei einem Patienten der Verdacht auf einen Schlaganfall, kommt er in ein Krankenhaus, das dem Netzwerk angeschlossen ist. Dort schaut sich ein Arzt, meist ein Internist, den Patienten schnell an, veranlasst eine Computertomographie und informiert, wenn sich der Verdacht auf einen Schlaganfall bestätigt hat, umgehend den diensthabenden Neurologen.

Per Videokonferenzschalte wird der Patient dann durch den behandelnden Arzt vor Ort dem Spezialisten vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen. Dabei kann der Experte auch auf radiologische und andere medizinische Befunde zugreifen. Wird die Diagnose Schlaganfall gestellt, spricht der Spezialist eine Therapie-Empfehlung aus. Kann die Therapie nicht vor Ort erfolgen, wird der Patient in die nächste erreichbare Spezialeinrichtung verlegt.

Therapie bei Verschluss und Blutung

Liegt der Verschluss eines Hirngefäßes vor, ist es in den ersten viereinhalb Stunden nach Einsetzen der Symptome in vielen Fällen möglich, das Gerinnsel medikamentös aufzulösen (Lysetherapie). Reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus oder sind große Blutgefäße durch ein Gerinnsel blockiert, wird eine mechanische Entfernung mit einem Katheter, die sogenannte Thrombektomie, durchgeführt.

Gelingt die Auflösung vollständig, besteht die Chance, dass sich alle Symptome komplett zurückbilden. Bei einer Blutung hängt die Therapie von Ort und Ausmaß ab, manchmal muss ein neurochirurgischer Eingriff mit Eröffnung des Kopfes erfolgen, um die Blutung zu stoppen.

An die Akutphase der Behandlung schließt sich die Rehabilitation an. Diese erfolgt in der Regel stationär. Hier lassen sich bei vielen Patienten mit Behinderungen erhebliche Besserungen erzielen, zum Beispiel beim Laufen oder Sprechen. Aber auch nach Abschluss dieser Rehabilitation sollten anhaltende Funktionsausfälle weiter therapiert werden.

Was tun im Notfall?

Vermuten Sie einen Schlaganfall bei einem Mitmenschen? Beachten Sie diese Regeln:

1. Ruhig bleiben, Rettungsdienst (112) informieren

2. Beengende Kleidung lockern

3. Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen, bei wachen Patienten: Oberkörper erhöhen

4. Atemwege freihalten, ggf. Zahnprothese entfernen

5. Puls und Atmung kontrollieren

6. keine Getränke oder Medikamente reichen

7. bei Herz- oder Atemstillstand: Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten

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