Teratome

Teratome gehören zu den sogenannten Keimzelltumoren, die aus entarteten Zellen des frühesten Embryonalalters entstehen. Sie können durch bildgebende Verfahren wie beispielsweise die Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.10.2020

Teratome treten in Form von Zysten auf, die einen mit Haut umgebenen Hohlraum darstellen, der zusätzlich Flüssigkeit enthält. Sie tragen Erbinformationen zum Beispiel für Haare, Knochen, Zähne oder Organe des Menschen, können sich zu ausgereiften Organen entwickeln und dabei deren Originalgröße erreichen. In der Folge können neben ästhetischen auch funktionelle Beeinträchtigungen auftreten, da ein Teratom innere Organe verdrängen kann. Dabei werden Teratome oft lange Zeit nicht bemerkt, da sie zunächst keine Beschwerden verursachen.

Prinzipiell können Teratome an allen Stellen des Körpers auftreten. Am häufigsten finden sie sich jedoch an den Geschlechtsorganen: Bei Frauen befallen sie vor allem die Eierstöcke und werden hier als Demoidzysten bezeichnet. In den meisten Fällen sind diese gutartig. Bei Männern treten Teratome häufig in den Hoden auf und sind dann vorwiegend bösartig. Ein absoluter Notfall tritt ein, wenn ein Teratom zu einer äußerst schmerzhaften Verdrehung des Eierstocks oder des Hodens führt. Teratome finden sich außerdem im Gehirn, im Bauch, am Hals oder am Steißbein. Aus zunächst gutartigen Gebilden können sich bösartige Tumoren entwickeln.   

Diagnose

Ein Teratom kann durch verschiedene bildgebende Untersuchungsmethoden diagnostiziert werden. Hierzu gehören die Ultraschalluntersuchung, mit der Flüssigkeitsansammlungen dargestellt werden können, sowie die Computertomografie, mit der sich Knochen und Zähne nachweisen lassen.

Zudem kann bei Verdacht auf ein Teratom eine Gewebeentnahme – eine sogenannte Biopsie – durchgeführt werden. Die endgültige sichere Diagnose kann jedoch nur durch einen chirurgischen Eingriff erfolgen.      

Behandlung

Die Behandlung eines Teratoms richtet sich nach den Beschwerden und danach, ob ein Teratom gut- oder bösartig ist. Solange ein Teratom keine Beschwerden verursacht, ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich. In diesem Fall sollte die Zyste jedoch regelmäßig kontrolliert werden. Sollte das Teratom weiter wachsen, kann es andere Organe verdrängen und sogar bösartig werden. Teratome, die bereits zu einer Verdrängung anderer Organe geführt haben, müssen unbedingt entfernt werden, bevor es zu Komplikationen kommt.

Wenn ein Teratom bei Frauen zu einer Verdrehung eines Eierstocks oder bei Männern zu einer Verdrehung eines Hodens geführt hat, muss eine Notfalloperation eingeleitet werden. Bei dem Befall eines Eierstocks wird üblicherweise ein minimalinvasiver Eingriff – eine sogenannte Laparoskopie – durchgeführt. Hierbei werden durch drei kleine Hautschnitte eine Kamera sowie das Operationsbesteck in den Bauch eingeführt. Ein offener Bauchschnitt ist nur dann erforderlich, wenn die Zyste mit der enthaltenen Flüssigkeit und Gewebestrukturen geplatzt ist. Hierbei handelt es sich um einen absoluten Notfall, denn es droht eine Entzündung im Bauchraum, die unbedingt verhindert werden sollte, da sie eine Lebensbedrohung für den Patienten darstellt. Sollte es sich bei dem Teratom um einen bösartigen Tumor handeln, ist zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie erforderlich.

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