Die Rente aufbessern

Kleine Jobs für einen sorgenfreien Ruhestand

Verbraucher | Volle Kanne - Die Rente aufbessern

Viele Rentner gehen arbeiten - einige aus Langeweile, andere aus Geldnot. Wer im Ruhestand arbeiten will oder muss, sollte jedoch einiges beachten - was, weiß Renten-Experte Francesco Fronholt.

Beitragslänge:
6 min
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Video verfügbar bis 15.02.2017, 09:52

Sie machen Kurierfahrten, betreuen Kleinkinder oder tragen Zeitungen aus: Immer mehr Rentner gehen arbeiten. Die Gründe: Manche haben Angst vor Langeweile und wollen sich mit einer Beschäftigung fit halten. Für viele Rentner hat es aber auch finanzielle Gründe: Mit dem Nebenjob wird die klamme Haushaltskasse aufgebessert.

Im Durchschnitt erhält ein Altersrentner in der Bundesrepublik knapp über 800 Euro Rente im Monat. Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bestätigt: Immer mehr Menschen sind auch im Renten-Alter berufstätig. 940.000 Minijobber in Deutschland sind mittlerweile älter als 65 Jahre. Die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, seit der Jahrtausendwende gar nahezu verdreifacht.

Entscheidend: Regelaltersgrenze

Wer seine Rente aufbessern möchte, muss jedoch einige Dinge beachten, denn der Hinzuverdienst für Rentner ist klar geregelt. Entscheidend ist, wie alt man ist und ob man die sogenannte Regelaltersgrenze bereits erreicht hat. Je nach Geburtsjahr liegt diese Grenze zwischen 65 und 67 Jahren.

Senioren, die vor dem 01. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren. Für Senioren, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 angehoben. Auf den Internetseiten des Bundesjustizministeriums finden Sie eine Tabelle mit den genauen Angaben zum jeweiligen Regelrentenalter.

Auf die Steuerpflicht achten

Auch als Rentner ist man verpflichtet, ab einem gewissen Einkommen Steuern zu zahlen. Dies ist vor allem für Rentner relevant, die die Regelaltersgrenze überschritten haben und daher unbegrenzt hinzuverdienen dürfen.

Der steuerliche Grundfreibetrag liegt aktuell bei 8652 Euro für ledige Rentner und bei 17304 Euro für Ehepaare (Stand: 2016). Überschreitet man ihn, kann ein Zuverdienst zur Rente dazu führen, dass man Einkommensteuer zahlen muss.  Dafür werden übrigens sämtliche Einkunftsarten in Betracht gezogen: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieben, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sowie sonstige Einkünfte.

Soziales Engagement hilft, auch steuerlich

Bei einer Aushilfstätigkeit in Vereinen oder sozialen Einrichtungen sind die Einkünfte derzeit womöglich bis zu 2400 Euro steuerfrei (Stand: 2016). Übungsleiter, Erzieher, Betreuer, Pfleger oder Künstler, die diese Tätigkeit in einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft nebenberuflich ausüben – also nur zu einem Drittel der Zeit –, profitieren somit von der sogenannten Übungsleiterpauschale. Dies gilt auch für Rentner.

Vollrente oder Teilrente

Wer mehr hinzuverdienen möchte, kann sich auch Teilrenten auszahlen lassen. Der Rentenversicherer bietet an, ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der jeweiligen Vollrente auszuzahlen. Je nachdem, für welche Teilrente man sich entscheidet, desto höher wird dann die jeweilige Hinzuverdienstgrenze. Je weniger man sich auszahlen lässt, desto mehr darf man also hinzuverdienen. Diese Grenze wird individuell errechnet.

Zweimal im Jahr darf man die Hinzuverdienstgrenze bis zum doppelten Wert überschreiten. Wer die Vollrente bezieht, darf also pro Jahr zweimal bis zu 900 Euro hinzuverdienen. Dies wird beispielweise dann relevant, wenn man Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhält oder sich Überstunden auszahlen lässt.  Generell gilt: Der Rentenversicherer muss über den Hinzuverdienst informiert werden.

Weitere Regelungen

Auch bei Erwerbsminderungsrenten gelten spezielle Hinzuverdienstgrenzen sowie Arbeitszeitregelungen. Die Hinzuverdienstgrenze wird individuell vom Rentenversicherer errechnet. Man sollte darauf achten, dass Bezieher einer teilweisen Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten dürfen. Der Rentenanspruch könnte sonst verloren gehen. Unter folgendem Link gibt es detaillierte Informationen und eine Broschüre.

Ebenfalls spezielle Ausnahmeregelungen gelten beim Bezug einer Witwenrenten und gleichzeitiger Erwerbstätigkeit. Die Rente darf gemeinsam mit dem Einkommen einen speziellen Freibetrag nicht überschreiten. Andernfalls drohen auch hier Abzüge. Wie hoch der individuelle Freibetrag ist, steht auf dem Rentenbescheid.

Jobsuche im Alter

Viele Rentner wollen oder müssen im Alter arbeiten gehen. Doch bereits die Jobsuche kann hierbei zur Herausforderung werden. Die klassische Zeitungsannonce wird von Unternehmen kaum noch genutzt. Die meisten Jobs werden heutzutage im Internet angeboten – auch für Senioren.

Inzwischen gibt es eigens für den Senioren-Arbeitsmarkt spezielle Portale. Beim "Deutschen Seniorenportal“ gibt es neben zahlreichen Tipps zur Freizeitgestaltung und einem Internetwegweiser für Dienstleistungen auch einen umfangreichen Stellenmarkt mit Jobs für Senioren und Rentner.

Onlineportale nutzen

Bei Onlineportalen wie "Rent a Rentner“ oder "Rentner-Börse" kann man sich registrieren und ein eigenes Profil erstellen. Damit kann man sich selbst und seine Fähigkeiten vorstellen, sich beispielweise als Betreuungskraft für Kleinkinder, Hausmeister oder Fahrer zur Verfügung stellen. Unternehmen und Privatpersonen, die Unterstützung suchen, können dann direkt mit den Nutzern in Kontakt treten. Dieser Service ist kostenlos.

Wer keinen Zugang zum Internet hat, aber auf der Suche nach einem Minijob ist, kann sich an das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur wenden. Die Computer dort haben Internetzugang, sodass man sowohl auf das Jobportal der Arbeitsagentur als auch auf andere Stellenmärkte im Internet zugreifen kann. Dort werden zahlreiche Minijobs auch für Rentner angeboten. Die Mitarbeiter im  örtlichen BIZ (Liste als pdf) bieten dabei ihre Unterstützung an.

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