Die Angst hinterm Lenkrad

Wie die Angst das Autofahren lähmt

Verbraucher | Volle Kanne - Die Angst hinterm Lenkrad

Es gibt Menschen, die Angst vorm Autofahren haben. Steigen sie ins Auto, bekommen sie Schweißausbrüche und Panikanfälle. Betroffen sind Frauen wie Männer. Arta Ramadani hat sich ihrer Angst gestellt.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.07.2017, 14:00

Autofahren bedeutet für viele Menschen Unabhängigkeit, Freiheit, Mobilität. Das Autofahren gehört einfach zum Leben dazu. Manche können sich ihren Alltag ohne gar nicht vorstellen. Und dann gibt es solche, die trotz Führerschein Angst davor haben, in ein Auto zu steigen.

Allein der Gedanke ans Autofahren verursacht bei ihnen Herzflattern, Schweißausbrüche, Panikanfälle. Viel zu groß ist die Furcht den Überblick zu verlieren, Unfälle zu bauen, jemanden schwer zu verletzen. Doch statt den Wagen stehen zu lassen, soll man seiner Angst begegnen, sagt Kai Orlob. Er ist Diplompsychologe und Fahrlehrer aus Mainz: "Fahrangst kann man zum Glück wieder verlernen. Der einfache Weg dorthin ist die Konfrontationstherapie. Dabei wird man Stück für Stück an seine eigene Angst herangeführt. Die Erfolgsquote ist hoch."

Individuelles Training ist wichtig

Kai Orlob ist der Mann für hoffnungslose Fälle und gibt individuelle Trainingseinheiten für Menschen mit Fahrangst. Er analysiert die Ängste, gibt Tricks und Tipps und ermutigt sie, sich von seinen Ängsten zu lösen. Seine Kunden haben oft Top-Berufe, so Orlob: "Fahrangst haben oft Menschen, die eigentlich gut situiert sind und eher zu der oberen Schicht der Gesellschaft gehören: Psychotherapeuten, Ärzte, Lehrer." Seine Klienten sind überwiegend Frauen aber auch Männer. Denn Frauen gehen mit der Fahrangst offener um als Männer. "Diejenigen, die aufs Auto angewiesen sind, müssen sich hinters Steuer setzen, der Leidensdruck ist hoch und ich ermutige sie, sich ihrer Angst zu stellen," so Orlob.

Betroffene Autofahrer

Die Zahl der Betroffenen steigt, konkrete Zahlen dazu gibt es keine. Man spricht von einer Million Menschen in Deutschland, die Autofahren mit Furcht statt mit Freiheit verbinden. Die Dunkelziffer wird bis zu vier Millionen hoch geschätzt.

Die Angst vor dem Autofahren kann viele Gründe haben. Ein Autounfall, ein neuer Lebensabschnitt, eine Trennung oder mangelnde Fahrpraxis. Kai Orlob sagt ganz klar: "Das Ziel ist sich nicht von der Angst blockieren zu lassen. Das ist der beste Weg, die Angst zu bekämpfen."

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