Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Reisekrankheit verursacht Übelkeit und Schwindel

Verbraucher | Volle Kanne - Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Brigitte Bäuerlein erklärt, wie man mit Ingwer verschiedene gesundheitliche Probleme, etwa Übelkeit oder Erkältungen, bekämpfen kann.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.02.2017, 10:16

Eigentlich sollte man sich auf den nächsten Sommerurlaub freuen, aber manch einem graut es schon vor der Fahrt in die Ferien. Denn viele Menschen vertragen Auto-, Schiffs- oder Flugreisen nicht, da sie in schöner Regelmäßigkeit von der Reisekrankheit heimgesucht werden. Warum wird manchem unterwegs schlecht und was kann man dagegen tun?

Die Reisekrankheit, medizinisch bezeichnet als Kinetose, beschreibt die Reaktion des Körpers auf Bewegungen während einer Reise in Verkehrsmitteln. Sie kann im Zug, im Auto oder auch auf dem Schiff auftreten. Daraus ergeben sich die Abstufungen Seekrankheit, Luftkrankheit und Landkrankheit.

Wen trifft es, wen nicht?

Betroffene, die sehr stark an der Krankheit leiden, reagieren oft schon nach wenigen Minuten. Zum Teil leiden Patienten bis zu drei Tage nach der Reise noch an den Symptomen. Erst dann hat sich das Gehirn vollständig an die Umgebung angepasst.

Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren sind kaum betroffen, weil ihr Gleichgewichtssinn noch nicht richtig ausgebildet ist. Kinder und Jugendliche sind hingegen häufiger von der Reisekrankheit betroffen. Ältere Personen und Senioren leiden wiederum weniger an der Kinetose.

Ursache: Verwirrte Sinnesorgane!

Die Reisekrankheit wird durch widersprüchliche Signale im Gehirn ausgelöst. Es herrscht ein Konflikt zwischen den Sinnesorganen, die verschiedene Informationen an das Gehirn melden. Oft können die Augen die Bewegung des Verkehrsmittels nicht nachvollziehen und senden dann eine Fehlinformation an das Gehirn.

Es kann zum Beispiel vorkommen, dass das Auge dem Gehirn eine Bewegung meldet, wenn wir während der Autofahrt seitlich aus dem Fenster blicken. Das Gleichgewichtsorgan meldet aber keine Bewegung, weil wir fest angeschnallt im Auto sitzen. Diese falsche Information äußert sich dann in den entsprechenden Symptomen.

Zur Vorbeugung ans Steuer

Generell gilt es, Tätigkeiten zu vermeiden, die geistig anstrengen. Zum Beispiel sollte man nicht lesen und sich stattdessen lieber einen festen Punkt am Horizont suchen. Falls möglich sollten die Betroffenen außerdem versuchen, das Steuer zu übernehmen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Symptome bei Personen, die das Verkehrsmittel steuern, nicht oder nur in abgeschwächter Form gezeigt haben.

Im Auto sollten Betroffene vorwiegend vorne sitzen. Auf Schiffen sollte man sich möglichst nah am Schwerpunkt des Schiffes aufhalten, der in der Mitte liegt. Auf dem Oberdeck an der Luft kann man versuchen einen festen Punkt am Horizont zu fokussieren. Auch Hinlegen hilft manchen Betroffenen. Im Flugzeug sind die zu bevorzugenden Plätze diejenigen über den Tragflächen. Im Bus empfiehlt es sich, kurz hinter der Vorderachse zu sitzen.

Essen gegen die Reisekrankheit

Neuste Untersuchungen haben ergeben, dass Histamin ein möglicher Auslöser der Reisekrankheit sein könnte. Deswegen sollte man bei Medikamenten darauf achten, histaminfreie Präparate zu kaufen. Auch Lebensmittel, die kein Histamin enthalten, können helfen, der Reisekrankheit entgegen zu wirken. Histaminarm sind zum Beispiel Melonen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litschis, Mangos, Khaki, Rhabarber, Kirschen, Blaubeeren, Johannisbeeren, Aprikosen und Äpfel. Außerdem wird Ingwer eine heilende Wirkung nachgesagt, die den Brechreiz unterdrücken soll. Er kann als Tablettenform oder roh eingenommen werden.

Medikamente mit Nebenwirkungen

Natürlich gibt es eine Vielzahl verschiedener Medikamente, die der Übelkeit oder den Gleichgewichtsstörungen entgegenwirken. Diese kann man in Form von Tabletten oder von Kaugummis zu sich nehmen. Gegen Übelkeit und Erbrechen hilft zum Beispiel der Wirkstoff Diphenhydramin. Obwohl sie die Symptome lindern, zeigen einige der Medikamente teils starke Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Müdigkeit und Überempfindlichkeit der Haut gegenüber Sonneneinstrahlung.

Wer an der Reisekrankheit leidet, sollte sich von einem Arzt beraten lassen, bevor er eine Reise antritt. Auch autogenes Training oder andere Entspannungsmethoden, wie zum Beispiel Yoga, können Betroffenen helfen.

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