Verkehrsstau an Pfingsten vermeiden

Michael Schreckenbergs Tipps: So fährt es sich besser

Verbraucher | Volle Kanne - Verkehrsstau an Pfingsten vermeiden

Zum langen Pfingstwochenende erwarten die Urlauber wieder lange Staus. Dabei ließe sich mancher Stau vermeiden - denn häufig sind die Autofahrer selbst Schuld daran, dass sie mehr stehen als fahren.

Beitragslänge:
10 min
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Video verfügbar bis 12.05.2017, 14:00

Zum Pfingstwochenende wird es auf den Straßen und Autobahnen eng, denn Autofahrer aus fast allen Bundesländern werden in ein verlängertes Wochenende oder in die Ferien aufbrechen. Vor allem in Süddeutschland rechnen die Automobilclubs mit langen Staus. Wie man sich als Autofahrer bei angespannter Verkehrslage am besten verhält, erklärt Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen.

Experten erwarten für Freitag den verkehrsreichsten Tag des Jahres – und das bundesweit. Dann nämlich kollidiere der Urlaubsverkehr mit dem Berufsverkehr, erklärt Verkehrsforscher Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Wenn ab Montag der Rückreiseverkehr rollt, kann es auch an den Grenzübergängen in Österreich und Italien zu Wartezeiten kommen.

Betroffen seien vor allem die ältesten Fern-Autobahnen, also jene mit einstelligen Ziffern, so der Experte. „Genauer gesagt handelt es sich dabei um die A1 Köln-Lübeck, die A7 zwischen Füssen und Flensburg, die A9 München-Berlin und die A8 von Karlsruhe über München nach Salzburg“, fasst er zusammen.

Lohnt Stau umfahren?

„Es ist wissenschaftlich belegt: Eine Umfahrung lohnt sich fast nie, höchstens bei einer Vollsperrung oder ab zehn Kilometern Stau“, sagt der Experte. Rund 80 Prozent der Autofahrer nutzten Navis, deshalb seien die empfohlenen Ausweichrouten auch schnell überlastet. Ampeln und Kreuzungen kosten zusätzliche Zeit.

Um Staus möglichst zu vermeiden, sei der Abfahrtszeitpunkt entscheidend. „Den Berufsverkehr in Großstädten sollte man meiden, vor allem freitags von 13 bis 17 Uhr“, so Schreckenberg. Erst abends zu starten, sei in der Regel am besten. „Dann ist man auch fitter“, sagt der Experte und ergänzt: „Eine Pause vor dem Losfahren und Pausen während der Fahrt sind wichtig.“

Verhalten im Stau

Wer sich in einem Stau befindet, darf weder aussteigen noch den Standstreifen benutzen, um beispielsweise zur nächsten Ausfahrt zu gelangen. „Nur bei Vollsperrung wird dies von der Polizei geduldet. Ansonsten ist dies nur erlaubt, wenn der Standstreifen offiziell freigegeben ist“, sagt Schreckenberg.

„Sobald Sie in einen Stau fahren, muss eine Gasse frei sein – auch dann, wenn Sie kein Blaulicht im Rückspiegel haben“, sagt der Experte. Sie werde zwischen der äußersten linken Spur und der Spur rechts daneben gebildet. Für das richtige Verhalten bei schlechten Sichtbedingungen gebe es keine konkreten Vorschriften. Auch hier sei es wichtig, eine Gasse für schnelle Autos zu bilden, die Geschwindigkeit moderat zu senken und nicht abrupt abzubremsen, so Schreckenberg.

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