Rechte und Pflichten bei der Weihnachtsfeier

Was Sie als Arbeitnehmer wissen sollten

Verbraucher | Volle Kanne - Rechte und Pflichten bei der Weihnachtsfeier

Alle Jahre wieder lassen Chefs und Belegschaft das Jahr bei einer Weihnachtsfeier ausklingen. Doch das gemütliche Beisammensein kann so manchem zum Verhängnis werden. Wann drohen bei einem Fehlverhalten rechtliche Konsequenzen?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.11.2017, 14:00

Auch wenn es für manche nur ein Pflichttermin ist: Zur Weihnachtsfeier sollte man gehen, schließlich wird mit der Teilnahme an der Veranstaltung auch die eigene Zugehörigkeit zum Kollegenkreis und ein Stück weit auch das Interesse am Betrieb demonstriert. Rechtlich gesehen kann der Arbeitgeber seine Angestellten aber nicht zwingen, zur abendlichen Weihnachtsfeier zu kommen. Da die Teilnahme freiwillig ist, kann man sich dafür auch keine Überstunden aufschreiben. Findet die Feier während der normalen Arbeitszeit statt, gehört sie auch zur Arbeitszeit.

Egal, wann die Feier stattfindet – wird sie vom Arbeitgeber organisiert, ist man auf dem Weg dorthin, auf der Feier selbst und auf dem Weg zurück nach Hause gesetzlich unfallversichert. Dies gilt aber nicht für Gäste, Familienangehörige oder Freunde, die den Arbeitnehmer auf die Feier begleiten. Nach dem Ende der offiziellen Weihnachtsfeier der Firma endet auch der gesetzliche Unfallschutz – egal, ob man weiterzieht oder noch weiter im Lokal bleibt und privat feiert. Vorsicht: Erleidet man volltrunken einen Unfall mit Verletzungsfolgen, für den die Trunkenheit die alleinige Ursache ist, verliert man den gesetzlichen Schutz der Unfallversicherung.

Alkohol: nicht übertreiben!

Am nächsten Morgen sollte man auf keinen Fall zu spät zur Arbeit kommen, es sei denn, der Arbeitgeber hat dies ausdrücklich erlaubt. Außerdem ist die Feier keine Entschuldigung dafür, dass man am nächsten Morgen nicht fit in der Firma erscheint. Wer angetrunken zum Job kommt, riskiert eine Abmahnung.

Auf der Weihnachtsfeier sollte man sich nicht nur mit dem Alkohol zurückhalten: Eine lustige Stimmung ist in Ordnung, abfällige Bemerkungen oder gar Beleidigungen über den Chef oder die Kollegen sind absolut tabu. Sie können sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch sexuelle Belästigungen können eine Abmahnung, Kündigung oder auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Zurückhaltung ist gefragt!

Wer dem Chef versehentlich ein Glas Wein oder Sekt über die Hose kippt, hat nichts zu befürchten, schließlich kann das mal passieren. Allerdings sollte es beispielweise nicht geschehen, dass man in Sektlaune betriebliche Geheimnisse an Kollegen ausplaudert, die nicht in die Vorfälle involviert sind. Ein geselliges Beisammensein entbindet nicht von der Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers. Zurückhaltend sollte man auch damit umgehen, wenn der Chef auf der Feier seinen Mitarbeitern das „Du“ anbietet: Will er dies am nächsten Arbeitstag wieder ändern, muss der Arbeitnehmer dieser Anweisung nachkommen.

Keine Willkür beim Weihnachtsgeld

Wenn Weihnachtsgeld bezahlt wird, gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Chef darf dabei keine willkürlichen Unterschiede machen oder das Geld nach Sympathie verteilen. Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht nicht, denn es handelt sich dabei um eine Sonderzahlung, die im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt ist.

Kleine Geschenke hingegen kann der Chef auch nur einzelnen Mitarbeitern zukommen lassen. Dies ist möglich, wenn es sich um ein besonderes Präsent aufgrund einer bestimmten Situation handelt, zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter ein Firmenjubiläum feiert oder eine Mitarbeiterin Mutter geworden ist. An einem Weihnachtsgeschenk für den Chef muss man sich im Übrigen nicht beteiligen – allerdings hinterlässt dies sicherlich keinen guten Eindruck.

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