Trampolinspringen – aber richtig!

Verbraucher | Volle Kanne - Trampolinspringen – aber richtig!

Die Zahl der schweren Verletzungen bei Kindern durch Gartentrampoline steigt an - darauf machte im Juni 2017 die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie aufmerksam.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.08.2018, 09:05

Nicht immer sind die Trampoline daran schuld. Oft sind Unwissen, falsche Benutzung der Sportgeräte durch die Kinder, keine professionelle Einweisung für die Benutzung durch einen Trainer oder mangelnde Aufsicht durch die Eltern Ursachen für Verletzungen. Chirurgen warnen vor Fehlern und plädieren dafür, einige Sicherheitsregeln einzuhalten:

Immer alleine auf dem Trampolin springen!

Kinder sollten erst ab einem Alter von sechs Jahren mit dem Trampolinspringen beginnen und stets alleine springen. Besonders, wenn Kinder in Gruppen oder zu zweit springen, können sie sich schwer verletzen.

Kinderchirurgen behandeln Schädelbrüche, wenn zwei Kinder zusammenstoßen. Wenn ein Kind einem anderen Kind beispielsweise versehentlich in den Bauch springt, können Knochenbrüche an Armen und Beinen oder Verletzungen der inneren Organe die Folge sein.

Keine Kleinkinder springen lassen!

Besonders bei Kleinkindern beobachten Chirurgen inzwischen schwere Verletzungen, doch Kleinkinder gehören nicht auf ein Trampolin. Wenn ein Kleinkind mit einem größeren Kind auf dem Trampolin springt, wird es unkontrolliert hochkatapultiert. Kleinkinder können ihren Körper schlechter stabilisieren, das heißt, es kommt zu höheren Lasten auf die Knochen bei diesen kleineren Kindern und die sind natürlich insgesamt verletzlicher, weil sie noch kleiner sind. Außerdem stimmt das Verhältnis vom Kopf zum Körper noch nicht. Kleinkinder hätten beim Springen eine viel höhere Beschleunigung des Kopfes,  da er im Verhältnis zum Körper viel größer ist. Sie haben also Schwierigkeiten, den Kopf bei hohen Beschleunigungen zu stabilisieren. Das führt zu Kopfverletzungen oder zum Durchtauchen des Kopfes auf die Matte.

Neue Studien haben gezeigt, dass durch die hart gefederten Gartentrampoline schon durch reines Springen Mikrobrüche der Knochenbälkchen bei Kleinkindern entstehen können, die schmerzhaft sind. Sie werden im Röntgenbild oft nicht erkannt und erst durchs MRT sichtbar. 

Niemals überschätzen!

Wenn sie das Hochspringen einigermaßen beherrschen, neigen Kinder aber auch Erwachsene dazu, Salti zu schlagen, ohne es von einem erfahrenen Trainer gelernt zu haben. Oft können sie aber noch nicht mal eine Rolle vorwärts richtig ausführen. Daher kann es zu schweren Wirbelsäulenverletzungen mit Lähmungen kommen.

Es empfiehlt sich, Kinder vor der Benutzung des Gartentrampolins in einen Turnverein zum Trampolinturnen zu schicken, wo sie von einem erfahrenen Trainer eine methodische Einweisung mit Gewöhnung an das Gerät bekommen - vom leichten zum schweren, vom niedrigen zum hohen.

Immer ein gutes Gerät kaufen!

Gute Geräte erkennt man zum Beispiel durch genaue Angaben des Herstellers. Auch ein doppelter Netzeinstieg, der sich selbst verschließt, ist besser als ein Reißverschluss, der von den Kindern oft nicht geschlossen wird. Weich gefederte Trampoline sind für Kinder besser geeignet als harte. Man erkennt weiche Trampoline an den längeren Federn. Der Schutzrand - die Abdeckung der Federn - sollte zwei bis drei Zentimeter dick und 30 Zentimeter breit sein und aus UV-beständigem Material bestehen.

Durch Wind und Wetter, besonders durch UV-Strahlung kommt es zur Materialermüdung. Die Netze im Winter abbauen und regelmäßig auf brüchige Stellen prüfen.  Trampoline mit einer Plane abdecken. Schnee entfernen, damit kein dauerhafter Zug auf alle Federn entsteht.

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