So wird's ein Traumrasen

Verbraucher | Volle Kanne - So wird's ein Traumrasen

Wer einen Rasen hat, der weiß, dass man bei der Pflege viel falsch machen kann. Garten-Experte Elmar Mai gibt Tipps rund ums richtige Mähen, Wässern, Düngen und Vertikutieren.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.05.2018, 09:05

Auch wenn es Arbeit bedeutet: Häufiges Mähen ist wichtig, damit sich der Rasen von unten her ständig erneuert und Nebenknospen aktiviert werden. So entsteht ein dichter Wuchs, der Moos und Unkraut verhindert. Viele lassen den Rasen zu hoch wachsen und mähen ihn dann zu kurz, um die Mähintervalle zu verlängern. Das ist das sicherste Mittel, um einen Rasen zu ruinieren.

Zu lange Grashalme bilden am unteren Halmrand hässliche braune Blattscheiden aus. Ein regelmäßiger Schnitt - ein bis zweimal pro Woche - mit der richtigen Höhe verhindert die braunen Stellen. Damit ein Grashalm optimalen Stoffwechsel betreiben kann, sollte er ungefähr so lang wie ein Streichholz sein. Im Schatten darf der Rasen grundsätzlich etwas höher gelassen werden als in der Sonne.

Rasen braucht stetig Wasser

Das Leben des Rasens spielt sich in den oberen fünf Zentimetern unter der Erdoberfläche ab. Um diese fünf Zentimeter bei Trockenheit ausreichend feucht zu halten, bedarf es mindestens fünf Liter pro Quadratmeter. Da das Wasser aber nach unten sickert, ist die Faustregel zehn Liter pro Quadratmeter. Diese Wassermenge reicht für einige Tage.

Es lässt sich viel Wasser sparen, wenn der Rasen etwas länger ist. Der Boden kann sich nicht so stark erhitzen und ist vor Wind geschützt, so dass er die Feuchtigkeit besser halten kann. Ein frisch angelegter Rasen (und Nachsaat) darf mindestens drei Wochen lang nicht austrocknen. So lange brauchen die Gräser, um zu keimen und sich zu etablieren.

Düngermangel fördert Unkraut

Der Nährstoffbedarf eines Rasens ist sehr hoch. Fehlt es an wichtigen Nährstoffen, wird der Rasen hellgrün und sieht krank aus. Zudem bildet er weniger Ersatzknospen, die für eine dichte Rasenbildung wichtig sind. Durch das Mähen wird dem Rasen im Laufe einer Vegetationsperiode circa 90 Prozent seiner Substanz entzogen. Gras kann nur an der Halmspitze wachsen und muss nach dem Mähen Ersatzhalme bilden. Wird nicht gedüngt, bilden sich zu wenig neue Halme und es entstehen Lücken für Unkraut und Moos.

Ein Dünger mit Sticksstoff und Eisen tötet Moos ab und fördert den Rasen. Da Moos ein Schwachzehrer ist, kann es sich bei Nährstoffmangel bequem gegen Gras durchsetzen. Unkraut wurzelt viel tiefer als Gras und kann bei Nährstoffmangel auf die Reserven in den tieferen Bodenschichten zurückgreifen. Der Dünger sollte mehrfach im Jahr verabreicht werden. Im Herbst empfiehlt sich ein kalihaltiger Herbstdünger zur Verbesserung der Winterhärte.

Die Kunst des Vertikutierens

Die beste Zeit zum Vertikutieren – also zum Bodenlüften und Entfilzen – ist zwischen Mitte Mai und Ende August. Dann steht der Rasen voll im Saft und verkraftet den Eingriff am besten. Meist reicht ein Handvertikutierer oder ein sogenannter Bodenlüfter, der den Filz aus den Lücken holt und den Boden ankratzt, damit Luft an die Wurzeln gelangt. Vor dem Vertikutieren sollte der Rasen noch einmal gedüngt werden und darf ausnahmsweise etwas kürzer geschnitten werden, danach sollte er wieder auf die ideale Höhe wachsen. Lücken sofort nachsäen.

Die Mischung macht’s

Eine gute Rasenmischung ist für die Qualität sehr wichtig. Es gibt gravierende Unterschiede im Wuchs, in der Belastbarkeit und in der Dichte. Eine gute Mischung erkennt man daran, dass sie viele verschiedene Sorten enthält. Darunter ist ein schnell wachsendes, minderwertiges Gras, das schnell keimt und ein Kleinklima für die feineren Gräser schafft. Diese drängen dann nach wenigen Wochen das minderwertige Gras zurück. Wichtig ist, gut zu wässern.

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