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Sekt-Trends und erfolgreiche Weinernte 2018

Weinexperte Steffen Schindler präsentiert die Neuheiten

Weinexperte Steffen Schindler hat sich auf der Messe "ProWein" in Düsseldorf umgeschaut und präsentiert die besten Sekte und Weine des Jahrgangs 2018 im "Volle Kanne"-Studio.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.03.2020

Drei Tage lang dreht sich auf der „ProWein“-Messe in Düsseldorf alles um den edlen Tropfen. Elf Juroren aus elf Ländern küren die besten Sekte Deutschlands. Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut hat die Preisverleihung verfolgt und erklärt, wie man gute Sekte aus dem Supermarkt anhand des Labels erkennen kann. „Besonders hochwertig sind Winzersekte, denn sie werden aus dem Lesegut eines einzigen Weinguts hergestellt“, so der Weinexperte. „Mit einem Preis von rund zehn Euro sind sie sehr günstig und lassen sich am Etikett mit der Bezeichnung ‚Deutscher Sekt b.A.‘ leicht erkennen.“ Sekte mit diesem Hinweis werden mit Trauben aus einem einzigen bestimmten zugelassenen Anbaugebiet hergestellt.

Doch warum schaffen es dann Discounter, Sekte für schon ein bis zwei Euro anzubieten? Das Geheimnis heißt „Eigenmarke“, wie Weinexperte Steffen Schindler erklärt. „Es handelt sich um Sekte, die speziell für eine Supermarktkette hergestellt werden.“ Die Masse der Flaschen macht hier also den niedrigen Preis. Markensekte hingegen, die in ganz Deutschland vertrieben werden, sind teurer und ab drei Euro aufwärts erhältlich. Sie werden meist aus verschiedenen Grundweinen mehrerer Anbaugebiete aus ganz Europa hergestellt. Wer deutschen Sekt kaufen möchte, der sollte auf die entsprechende Bezeichnung auf dem Etikett achten.

Beim Kauf, aber auch bei der Lagerung gilt: „Je jünger, desto besser.“ Denn die Spritzigkeit und Frische kommt dem prickelnden Sekt über die Jahre abhanden. Qualitativ hochwertige Winzersekte hingegen müssen wegen der Flaschengärung neun Monate reifen, deshalb sollte sich der Verbraucher hier nach dem Zeitpunkt richten, ab dem der Sekt im Handel erhältlich war. „Dies kann man an den letzten beiden Stellen der amtlichen Prüfungsnummer auf dem Etikett erkennen“, so der Tipp vom Weinexperten.

Der schönste Moment für Sekt-Liebhaber: das Knallen des Korkens beim Öffnen einer neuen Flasche. Doch oft gibt es Sauerei, denn der Druck in der Flasche – immerhin drei bar – und die entweichende Kohlensäure sorgen nicht selten für nasse Hände und kleine Sektpfützen auf dem Tisch. Eleganter ist es, den Korken mit einer Stoffserviette zu umschließen und dann langsam mit leichten Drehbewegungen – ein kleines Zischen inklusive – aus der Flasche zu ziehen.

Wein auf der ProWein
Quelle: Imago/Tillmann

Doch nicht nur Sekte hat die Messe „ProWein“ zu bieten: Der Weinjahrgang 2018 ist dank des außergewöhnlich warmen und sonnigen Jahres rekordverdächtig. „Spitzenqualitäten in großer Menge“ hätten die Winzer vorzuweisen, so Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut. Und trotz der langen Dürrephase: Die Erträge stimmen. Waren im Jahr 2017 nur 7,5 Hektoliter Wein zusammengekommen, sind es im aktuellen Jahrgang gut drei Millionen Hektoliter mehr. Laut dem Deutschen Weininstitut sei damit ein Zuwachs von 23 Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Mittel zu verzeichnen. Die größten Steigerungen haben die Weinbaugebiete Rheinhessen, Pfalz und Mittelrhein zu verzeichnen.

„Die Trockenheit dieses Sommers hat der Reben- und Reifentwicklung rückwirkend betrachtet mehr genutzt als geschadet. Dank der trocken-heißen Witterung präsentieren sich die Trauben bis in den Oktober hinein kerngesund, sehr aromatisch und hoch reif“, so Schindler. Vor allem die Rotweine hätten von der Trockenheit profitiert, denn die roten Trauben hätten völlig ausreifen und mit großer Sorgfalt geerntet werden können. Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon oder Syrah seien allesamt hierzulande anzutreffen – eigentlich kämen sie aus dem Mittelmeerraum oder den Überseeländern.

Doch das heiße Klima wirkt sich nicht nur auf die Vielfalt der Sorten aus, sondern auch auf die Konsummuster: Im vergangenen Jahr sei der Weinkonsum leicht zurückgegangen, so Schindler. „Bei 35 Grad im Schatten trinken die Menschen eben eher Wasser oder ein gut gekühltes Bier.“

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