Undurchsichtige Flugpreise

So kommen Sie an günstige Tickets

Verbraucher | Volle Kanne - Undurchsichtige Flugpreise

Um online einen günstigen Flug zu buchen, braucht man Konzentration und Geduld - gerne übersieht man die versteckten Kosten. Ralf Hieke vom Deutschen Reiseverband über die Tücken bei der Flugbuchung.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.07.2017, 14:00

Flugpreise sind eine Wissenschaft für sich: So kann das teuerste Ticket in der Economy-Class bis zu fünfmal teurer sein als das günstigste Ticket für den gleichen Sitzplatz in der gleichen Kabine. Wie diese Preisunterschiede zustande kommen und wie man ein möglichst günstiges Ticket ergattern kann, erklärt Reiseexperte Ralf Hieke.

Wer im Flieger sitzt, hat das Schlimmste meist schon hinter sich: die Flugbuchung. In den vergangenen Jahren ist das System aus unterschiedlichen Tarifarten, Zusatzleistungen oder Umbuchungsoptionen zwar immer flexibler geworden, dafür aber auch komplexer und undurchsichtiger. „Unbundling“ nennen die Fluggesellschaften das Prinzip, mit dem der Gesamtpreis eines Flugtickets in Einzelteile zerlegt und je nach Tarifart anders wieder zusammengesetzt wird. „Light“, „Classic“ oder „Flex“ nennen diese sich dann, abhängig davon, ob beispielsweise nur Handgepäck im Preis inbegriffen ist, ein Gepäckstück kostenlos aufgegeben werden kann oder das Ticket kostenlos umbuchbar ist.

Hinzu kommt, dass die Plätze im Flieger in verschiedene Buchungsklassen unterteilt werden. Damit sind nicht die Reiseklassen wie Business oder Economy gemeint, sondern Ertragsklassen, die nach den Kriterien der Airline festgelegt werden. Erkennbar sind diese an den Buchstaben auf dem Ticket, etwa „Y“ oder „M“ für ein Standard Economy-Ticket. Die Buchungsklassen sind abhängig von verschiedenen Faktoren, etwa dem Zeitpunkt der Buchung oder den Konditionen, die der Buchung zugrunde liegen. Viele Buchungsklassen bedeuten, dass es viele unterschiedliche Preise für ein und denselben Sitz in der gleichen Reiseklasse gibt. So gibt es beispielsweise bei der Lufthansa allein in der Economy-Kabine zwölf verschiedene Buchungsklassen.

Das Reisebüro konsultieren

Angesichts des Dickichts aus Reise- und Buchungsklassen, Tarifarten und Zusatzleistungen fällt es vielen schwer, bei der Flugbuchung den Überblick zu behalten. Reiseexperte Ralf Hieke rät, jemanden zu fragen, der sich genau damit auskennt: einen Mitarbeiter im Reisebüro. Vor allem, wenn man einen Langstreckenflug plane, könne sich das lohnen, sagt er. „Nicht alle Tarife sind in den bekannten Vergleichsportalen zu sehen, es gibt auch noch Kontingente für Reiseveranstalter. Das sieht ein Experte im Reisebüro im Zweifel besser“, sagt der Experte.

Darüber hinaus rät Hieke, einen Flug so früh wie möglich zu buchen: „Wenn ich weiß, wann ich fliegen will, warum unnötig warten?“ Dass ein Flug nach einer frühen Buchung billiger werde, sei in Ausnahmenfällen zwar möglich, aber die Wahrscheinlichkeit sei sehr gering. Es gebe keinen bestimmten Wochentag, der für eine Flugbuchung besonders günstig sei. Vielmehr solle man auf die Flugzeiten achten: Tagesrandzeiten, also der frühe Morgen und der frühe Abend, seien besonders beliebt, Tickets dementsprechend oft teurer. Gleiches gelte für Freitage und Samstage. Für Städtetrips beispielsweise sei daher ein Abflug am Donnerstag und eine Rückreise am Montag oft günstiger.






Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet